Reisen – Tansania – „Sansibar, Tauchen im Paradis“

Reisen – Tansania – „Sansibar, Tauchen im Paradis“

Die Insel Sansibar ist der vollkommen Kontrast zu den bisherigen Erlebnissen am Klimanjaro und auf Safari. Die Insel strahlt von Beginn an Urlaubsflair aus und ist besonders bei Hochzeitspaaren sehr beliebt. Aber auch Taucher kommen definitiv nicht zu kurz.

Eine Insel für Verliebte und Taucher

Tauchen an der ruhigen Ostküste Sansibars

Mit dem Taxi geht es von der West- and die Ostküste, wo sich nach einer Stunde Fahrtzeit im Breezes Beach Club überraschenderweise ein kleines Paradies auftut. Der erste Eindruck ist bereits überwältigend. Es bleibt jedoch kaum Zeit, die Eindrücke zu verarbeiten, denn Paul Sheperd einer der beiden Eigentümer des „Rising Sun Dive Centers“ sorgt dafür, dass es nach der Anreise direkt zur Basis geht, um die Nachmittagstauchfahrt vorzubereiten.

Das Tauchcenter liegt direkt an dem traumhaften Strand und ist harmonisch in die farbenfrohe Gartenlandschaft der Hotelanlage eingebettet. Nachdem das komplette Tauchequipment von den Guides hergerichtet ist, geht es mit dem Pick-up der Tauchbasis auf zum Tauchboot. Das Dhow liegt ca. 10 Autominuten nördlich von der Basis. Hier macht es ein Kanal im Innenriff möglich, auch bei Ebbe mit dem Boot zum Außenriff zu gelangen. Vom Kilimanjaro, so nennt Paul die wenigen Stufen, die es hinab zum Strand zu überwinden gilt, eröffnet sich ein fantastischer Blick über den Strand und das Riff auf den Ozean. Über einen kleinen Steg gelangt man zum Dhow, welches maximal 12 Gäste aufnimmt. Paul versucht seinen Gästen das Tauchen so angenehm wie möglich zu machen. Dazu gehört u. a., dass die Tauchgruppen harmonisch zusammengestellt werden und die Gruppen 3 – 5 Taucher nicht überschreiten. Davon ab ist das „Rising Sun“ das einzige Tauchcenter an diesem Abschnitt der Ostküste, so dass wirklich unberührte Tauchplätze und mehr Fische als Taucher (im Gegensatz zum Roten Meer) garantiert sind. Bei allen Tauchgänge handelt es sich um Drift Dives bei denen die Taucher nach und nach wieder von der Crew aufgesammelt werden. Für navigationsfaule Taucher ist das eine hervorragende Sache. Weiterhin übernimmt die Crew die komplette Arbeit was das Equipment angeht. Also nur noch das Equipment anziehen, Buddy Check und beim Ukwely Spot ab ins Wasser. Wie immer wenn die UW-Kamera nicht mit dabei ist, besticht das Meer durch eine perfekte Sicht. Gnadenlos blaues klares Wasser und Sichtweiten bis zu 40 m. Doch das ist längst nicht alles, auch die Begegnungen mit der Unterwasser-Fauna macht Lust auf mehr. Neben einem großen Octopus, Schildkröten, einem riesigen Cobia und ominösen Ei-Schnecken, sind mehrere Geistermuränen ein echtes Highlight. Auch Paul ist happy als er mit Begeisterung seinen Lieblingsfisch, einen jungen Imperator Kaiserfisch entdeckt, welcher auch in seinem Tauchlehrer-Stempel wieder zu finden ist. Die extreme Änderung der Farbe und des Musters vom junge zum erwachsenen Fisch ist der wissenschaft noch heute ein Rätsel.

Der zweite Tauchgang am Point 8 folgt nach einer relativ kurzen Oberflächenpause. Die Gezeiten erfordern es, dass gelegentlich nur recht kurze Pausen zwischen den Tauchgängen liegen. Dies kann unter Umständen auch mal zu einer zeitlichen Limitierung von Tauchgängen führen, ansonsten wird getaucht, bis die Flasche leer ist. Auch am Point 8 gibt es unzählige Fischarten zu bewundern. Skorpionfische, eine Rockmover Wrasse, Feuerfische und eine Leopard Muräne sind nur einige von den vielen Spezies die das Taucherherz erfreuen.

Vollmondparty am Strand

Nach einem exzellenten Frühstücksbuffet mit herrlichem Blick auf den Hotelpool und das Meer, steht der Vormittagstauchgang am Obaoba Riff an. Hierbei handelt es ich um ein Innenriff, welches vorwiegend als Schulungstauchplatz dient und mit einer maximalen Tiefe von 6 m ein echter Easy Dive ist. Nichtsdestotrotz sind auch am Trainingsriff Schlangenaale, Seenadeln, Schollen, Trompetenfische, Nacktschnecken und diverse andere Fischarten zu bestaunen. Leider wird das Marineleben durch reichlich aufgewirbelten Sand meist in ein recht nebeliges Umfeld eingebettet.

Die beiden Nachmittagstauchgänge finden dann wieder an den tieferen Tauchplätzen statt. Ciupis Deep hat korallenmäßig nicht viel zu bieten, aber dafür ist die Chance auf Großfische ziemlich gut. Schildkrötengarantie gibt es hier sowieso auf fast jedem Tauchgang. Eine Gruppe Delphine taucht leider erst auf, als der Tauchgang beendet ist. Zumindest begleiten sie das Dhow bis zum zweiten Tauchplatz.

Eine große Schule Blaustreifen Schnapper prägt den Tauchgang am Pale Pale Spot. Nacktschnecken, Ei-Schnecken, große Zackenbarsche und natürlich Schildkröten sowie viele Korallen und Schwämme lassen das Taucherherz höher schlagen.

An Vollmondabenden bieten Jamie und Lara, die Geschäftsführer, des Nachbarhotels Sultans Palace eine Vollmondparty mit typisch swahilischer Musik und dazugehörigem Tanz am Strand an. Definitiv ein ganz besonderes Event. Wann bietet sich sonst schon mal die Gelegenheit Hummersalat und gegrillte Scampis zu schlemmen, während der Mond das Meer in einen silbernen Schimmer taucht und das Lagerfeuer am Strand flackert.

Honeymoon feeling im Breezes Beach Club

Am kommenden Tag stellt sich der Vollmond jedoch als negativ heraus, denn die Gezeiten haben sich von üblichen 1,5 m auf bis zu 5 m Gezeitenunterschied geändert und die Wellen am Außenriff sind bis zu 8 m hoch. An eine Ausfahrt ans Außenriff ist daher nicht zu denken. So bleibt zumindest die Gelegenheit, die Hotelanlagen zu erkunden und zu nutzen. Das Breezes ist ein liebevoll geführter Familienbetrieb. Eingebettet in die wundervolle Gartenlandschaft verbergen sich die mit Strohdächern bedeckten Unterkünfte. Wer Ruhe, unberührten Strand und ein ganz besonderes Flair sucht, trifft mit dem Breezes die vermutlich beste Wahl auf Zanzibar. Damit dies auch so bleibt, haben die Besitzer auf beiden Seiten der Hotelanlage rund 800 m Land erworben. Neben dem Fitnesscenter, den Tennisplätzen, diversen Wassersportarten können auch Massagen zur Entspannung gebucht werden. Als ganz speziellen Service bietet das Hotel ein Honeymoon-Dinner in einem kleinen Pavillon direkt am Strand. Kein Wunder, dass eine Vielzahl der Gäste hier Ihre Flitterwochen verbringen.

 

Der für den letzten Tag an der Ostküste geplante Early Morgen Dive muss leider ebenfalls wegen zu rauer See abgesagt werden. Für Paul hat die Sicherheit seiner Gäste absoluten Vorrang und wenn seine erfahrene Crew Bedenken äußert, wird die Ausfahrt gestrichen. Alternativ kann dann jedoch immer noch das Trainingsriff betaucht werden.

Aus den Gesprächen mit Basisleitern, Tauchlehrern und anderen Tauchern wird immer wieder deutlich, dass es auf Zanzibar einige schwarze Schafe in der Tauchbranche gibt. Das ein oder andere Tauchcenter preist sich als 5 Star Dive Center an und ist nicht mal bei PADI als Tauchcenter registriert. Von dem einen oder anderen Taucher ist zu erfahren, dass man bei diesen Basen nicht auf das Motto „Sicherheit zuerst“ bauen kann und die Bezeichnung „Unterwasser-Cowboys“ ist nicht nur einmal zu hören. Es empfiehlt sich daher, vor der Wahl eines Tauchcenters die PADI Webseite (www.padi.com) aufzusuchen und dort zu prüfen, welches Tauchcenter wirklich registriert ist.

Nordwestküste – Abtauchen mit East African Diving

Mit dem Taxi geht es von der Ost- an die Nordwestküste. Die Fahrt dauert gut 2,5 Std. und kostet 85 USD. Taxi fahren ist aufgrund der hohen Benzinpreise in Tanzania allgemein sehr teuer.

Im Norden der Insel geht es ein wenig touristischer zu. Das Örtchen Nungwi ist zwar sehr beschaulich, bietet jedoch an dem herrlichen Strand reichlich Hotels und zudem sehr gute Restaurants. Wer abends ein wenig Partystimmung mag, ist im Boatshouse direkt am Strand an der richtigen Adresse.iert.

 

Das „East Africa Diving & Water Sport Center“ liegt wunderschön am Strand etwas abseits der Haupthotelregion. Bei den East Africa Divers spricht man „bayerisch“ … Michael ist aus dem Süden Deutschlands und leitet die Basis zusammen mit seiner ebenfalls deutschsprachigen Frau, Helen.

Für den ersten Tag sind zwei Tauchgänge geplant. Leider fällt auch hier der zweite Tauchgang den Gezeiten zum Opfer. Am frühen Nachmittag geht es dann auf die Dhow und zum Tauchplatz Kichafi. Bei sechs Tauchern mit unterschiedlichem Erfahrungsgrad ist die Gruppe zum Fotografieren ein wenig groß und zudem ist die Sicht viel zu schlecht. Schade, denn der Tauchplatz besteht aus einer imposanten ca. 15 m langen Maze Coral.

Ein Highlight für Taucher sind die Tauchplätze rund um die im Nordosten vorgelagert kleine Insel Mnemba. Auf der 1,5 stündigen Dhow-Fahrt nach Mnemba sind einige verspielte Delfine immer in Bootsnähe. Kichwani und Wattabomi heißen die beiden heutigen Tauchgründe. Sowohl das Riffleben als auch die Riffe selbst bieten alles, was das Taucherherz begehrt. Selbst beim Schnorcheln in der Tauchpause gibt es reichlich zu entdecken, so z. B. einen Schwarm von ca. 30 Tintenfischen.

Bei Michael und Helen ist man wirklich gut aufgehoben. Insbesondere Helen ist sehr hilfsbereit. So sorgt sie gern dafür, dass Gäste ihre Travellerschecks in Bargeld tauschen können oder sendet vergesslichen Leuten wie mir, den hängengelassenen Shorty nach Stone Town nach.

Als Unterkunft in der Nachbarschaft der Tauchbasis (5 Gehminuten) empfehlen sich die Flame Tree Cottages. Die Anlage wird von einem freundlichen Ehepaar geführt. Der Service ist sehr persönlich. So werden das Frühstück wie auch alle anderen Mahlzeiten auf der Veranda der kleinen Bungalows serviert.

Mein Fazit nach 4 Wochen Tansania

Der Urlaub zwischen dem Dach Afriks, dem Klimanjaro und den Tiefen des Indischen Ozeans bietet mindestens so viele atemberaubende Eindrücke wie es Höhenmeter zwischen dem Uhuru Peak und den Tauchgängen auf Sansibar und Pemba gibt.

Bei der Reiseplanung sollte man, sofern möglich, nicht zu Voll-  und Neumondtagen die einzigen Tauchgänge auf Zanzibar und Pemba planen. Neben der Gefahr gar nicht tauchen zu können, hat sich auch die Sicht während der extremen Gezeiten stark verschlechtert.

Des weiteren sollte man sich informieren ob gerade Ramadan ist. Die Muslime essen und trinken während dieser Zeit den ganzen Tag nichts.  Paul bietet normalerweise auch Nachttauchgänge an und bei den Swahili Divers kann man bei Interesse auch drei Tauchgänge pro Tag machen. Während  Ramadan nehmen die Tauchcenter verständlicherweise Rücksicht auf ihr einheimisches Personal und verzichten auf zusätzliche Tauchgänge.

Natürlich sind Safaris in den Nationalparks ein Must-do wenn man die Wildniss live erleben möchte.

Alles in allem wird die Zeit im gastfreundlichen Tansania für mich unvergesslich bleiben.

Gut zu wissen

Land: Sansibar, auch Zanzibar (Tansania)
Lage: Sansibar ist ein halbautonomer Teilstaat des Unionsstaates Tansania in Ostafrika und besteht aus den Inseln Sansibar, Pemba und Unguja
Größe: Der halbautonome Inselstast hat eine Fläche von 2654 qkm
Hauptstadt: Sansibar-Stadt
Bevölkerung: 1,15 Mio.
Sprache: Englisch und Swahili
Religion: Mehr als 99 % der Bevölkerung Muslime
Geld: Tanzania-Schilling (TZS) es kann aber fast überall mit US-Dollar und mittlerweile auch mit EUR bezahlt werden.
Visum: Für die Einreise sind ein Visum (50 EUR) und ein bei der Einreise noch 6 Monate gültiger Reisepass erforderlich. Das Visum kann bei der Tanzanianischen Botschaft in Berlin bestellt werden. Das Antragsformular und weitere Informationen sind auf der Webseite ADRESSE erhältlich.
Zeit: MEZ + 2 Stunde (keine Sommerzeit)
Medizinische Hinweise:
  • Malaria Prophylaxe wird dringend empfohlen. Tauchern wird von Lariam abgeraten und das Medikament Malarone empfohlen.
  • Gelbfieberimpfung ist Pflicht. Die Impfung wird nur von zugelassenen Ärzten und den Gesundheitsämtern vorgenommen.
  • Hepatitis A (ansteckend) wird dringend empfohlen. Hepatitis B ist zwar nicht zwingend, aber in Kombination mit Hepatitis A nur wenig teurer.
  • Für Kilimanjaro Abenteurer. Gegen die Höhenkrankheit sollte für Notfälle Diamox in der Reiseapotheke sein. Wichtig sind zudem Kopfschmerztabletten.
Wichtig: Aspirin wirkt bei Kopfschmerzen durch die Höhe nicht!
Elektrische Spannung: 220 V

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