Reisen – Tansania – „Über die Machame Route auf den Kilimanjaro“

Reisen – Tansania – „Über die Machame Route auf den Kilimanjaro“

Mit meiner Reise nach Tansania wird ein Traum wahr. Schaffe ich es auf den Kilimanjaro? Begegnen mir auf Safari tatsächlich die Big Five? Was hält die Unterwasserwelt auf dem Sansibar Archipel für micht bereit? In meinen Tansania Blogbeiträgen erfärst du es. Gern nehme ich euch mit auf meiner Reise…

Auf geht's zum Kilimanjaro, dem Dach Afrikas

"Karibu Africa" - Mombasa anstatt Nairobi

Mit der KLM / Kenya Airways geht es von Düsseldorf über Amsterdam nach Nairobi. Beim Check in am Düsseldorfer Flughafen beginnt so gleich die Diskussion das für Taucher übliche Übergepäck. Die KLM befördert max. 30 kg inkl. Handgepäck. Mit Fotoausrüstung, komplettem Tauchequipment und der Trekkingausrüstung sind schnell 44 kg erreicht. Das Sportgepäck (bis. max 15 kg) berechnen KLM und Kenya Airways pauschal mit 80 € pro Flugstrecke.

Kurz vor Nairobi nimmt die Reise einen ungeplanten Verlauf. Wegen einer defekten Boeing 747 auf der Landebahn werden alle Flüge nach Mombasa umgeleitet. Der kleine Flughafen ist schnell überfüllt, das Essen geht nach mehreren Stunden Wartezeit aus und keiner weiß, wann es weiter geht. „Welcome in Africa!“ oder wie man in Swahili zu sagen pflegt „Karibu Africa“. Trotz der chaotischen Zustände schwappt die Gelassenheit und Fröhlichkeit der Afrikaner auf die wartenden Massen über und nach 13 Std. wird dann endlich der Rückflug nach Nairobi ausgerufen. In Afrika ist es ratsam sich das Motto „Hakunamatata“ – kein Problem, wird schon – anzueignen.

Mit einem Tag Verspätung geht die Reise mit einem uralten nicht klimatisierten Bus von Kenia nach Tansania. Nach 10 Std. ist endlich das Mountain Inn in Moshi erreicht und es bleiben zumindest noch ein paar Stunden, um am Pool ein wenig zu entspannen, bevor am nächsten Tag der Kilimanjaro in den Mittelpunkt rückt.

Tag 1 - Der grüne Tag

Pünktlich – und das ist in Tanzania erwähnenswert – um 9.30 Uhr treffen Bergführer John sowie drei Träger ein und es geht mit dem Landrover zum Machame Gate, dem Ausgangspunkt der gleichnamigen Route in einer Höhe von 1.800 m. Die erste Etappe zur Machame Hütte (3.000 m) führt durch dichten Regenwald. Die Sonnenstrahlen lassen das Grün des Waldes in schier unendlichen Nuancen schimmern und zaubern Schattenmuster von Farnbäumen auf den Weg. Beflügelt von den herrlichen Eindrücken war die erste Etappe ein Kinderspiel. So sind wir sehr zügig vorangekommen und frühzeitig im Camp angekommen. Hier eröffnet sich ein fantastischer Blick hinunter ins Tal. Als die Nacht hereinbricht, erstreckt sich ein unendliches Sternenmeer am Firmament. Schöner hätte der erste Tag nicht Enden können.

Tag 2 - Der bunte Tag, mit Alfred Hitchcock am Abend

Der morgendliche Blick aus dem Zelt macht deutlich, wie kalt es nachts war. Der Boden ist gefroren und schimmert weiß. Die Luft ist klar und im strahlend blauen Himmel scheint der Gipfel zum Greifen nah und ist doch so fern. Vier Tagestouren und ca. 3.100 Höhenmeter trennen mich noch vom Uhuru Peak, dem Dach Afrikas. Nach dem Grün des Regenwaldes zeigt sich die Vegetation im Moorland wesentlich farbenfroher. Eine Vielzahl verschiedener Blumen und sogar Himbeeren ähnelnde Früchte zieren den Weg, bis das eher karge Shira Plateau auf 3.800 m Höhe erreicht ist. In der Dämmerung ziehen Wolken auf, die zunächst gespenstisch weiß und im nächsten Augenblick bedrohlich schwarz über das Plateau hinweg ziehen und zusammen mit den großen schwarzen Raben eine Stimmung wie in einem alten Alfred Hitchcock Thriller verbreiten.

Tag 3 - Der Jojo-Tag

Tag drei dient der Aklimatisierung und führt über den Lava Tower auf 4.600 m wieder hinab zum Barranco Camp (3.900 m). In den frühen Morgenstunden erstreckt der Kili sich wieder in den strahlend blauen Himmel. Wie jeden Tag, nehmen die Wolken den Gipfel gegen Mittag wieder ein. Der kalte Wind und die vegetationslose Geröllwüste sind ebenfalls nicht gerade einladend. Am frühen Nachmittag ist endlich der höchste Punkt dieser Etappe erreicht. Der in den Wolken versteckte 60 m hohe karge Lava Tower animiert zu einer, diesmal nicht ungefährlichen Kletterpartie. Auf dem Abstieg zum Barranco Camp sind erstmals die Strapazen zu spüren. Jeder Schritt schmerzt bis in den Kopf und die Beine fühlen sich schlapp. Die ersten Gedanken aufzugeben kommen auf, sollte keine Besserung eintreten.

Tag 4 - Der eisige Tag

Das Aufstehen um Mitternacht wird durch einen sternenklaren Himmel versüßt, doch der eisige böige Wind lässt den Aufstieg trotz entsprechender Kleidung nach nur kurzer Zeit zu einer Strapaze werden. In der Wasserflasche im Rucksack bilden sich Eiskristalle und die Powerriegel sind gefroren. Jeder Schritt ist eine Qual und es scheint kein Ende in Sicht. Die ersten Mitstreiter geben auf und kommen den Berg wieder herunter. Als mein Wille auch fast gebrochen ist und der Kili den Sieg davon zu tragen scheint, berichtet Bergführer John, dass bereits 5.400 m geschafft sind. Das setzt neue Kräfte frei und als kurz vor 6 Uhr morgens der Horizont in einem kräftigen Orange zu glühen beginnt und der Kraterrand am Stella Point erreicht ist, überwältigt mich ein Gefühl von Erschöpfung und Glück – und zwar in dieser Reihenfolge – sowie die Gewissheit auch die letzten 163 Höhenmeter zum Uhuru Peak noch zu schaffen.

 

Im gleißenden Licht der aufgehenden Sonne erstrahlen die Gletscher und der Berg färbt sich orange. Nach einer weiteren Stunde ist es geschafft, der Uhuru Peak, das Dach Afrikas in 5.895 m ist erreicht. Ein unbeschreibliches Gefühl dort oben zu stehen. Nach einem kurzen Aufenthalt am Gipfel und den obligatorischen ‚Beweisfotos’ beginnt ein langer Abstieg bis ins Mweka Camp (3.100 m). Erneut machen sich die körperlichen Anstrengungen stark bemerkbar und es kommt Vorfreude auf, am kommenden Tag wieder ein Bett und eine Dusche nutzen zu können.

Safari und Tauchererlebnisse in Tansania

In meinen weiteren Blogbeiträgen erfahrt ihr mehr über die tollen Safaris, die ich in Tansania erleben durfte und vorallem über die nahezu unbekannten Tauchgebiete um Sansibar.

  • Begegnung mit den Big Five
  • Sansibar, Tauchen im Paradis
  • Tauchen auf Sansibars unbekannter Schwesterinsel Pemba

Gut zu wissen

Land: Tansania<, auch Tanzania/td>
Lage: Tanzania liegt im Osten des afrikanischen Kontinents und wird im Osten durch den Indischen Ozean begrenzt.
Größe: Ost Afrikas größtes Land erstreckt sich über 943.000 qkm
Hauptstadt: Dodoma, wobei sich der Regierungssitz in Dar es Salaam befindet
Bevölkerung: 57 Mio. davon ca. 1,15 Mio. auf dem Zanzibar Archipel
Sprache: Englisch und Swahili
Religion: 45 – 50 % der Bevölkerung sind Christen und ca. 35 – 40 % folgen dem Muslimischen Glauben
Geld: Tanzania-Schilling (TZS) es kann aber fast überall mit US-Dollar und mittlerweile auch mit EUR bezahlt werden.
Visum: Für die Einreise sind ein Visum (50 EUR) und ein bei der Einreise noch 6 Monate gültiger Reisepass erforderlich. Das Visum kann bei der Tanzanianischen Botschaft in Berlin bestellt werden. Das Antragsformular und weitere Informationen sind auf der Webseite ADRESSE erhältlich.
Zeit: MEZ + 2 Stunde (keine Sommerzeit)
Medizinische Hinweise:
  • Malaria Prophylaxe wird dringend empfohlen. Tauchern wird von Lariam abgeraten und das Medikament Malarone empfohlen.
  • Gelbfieberimpfung ist Pflicht. Die Impfung wird nur von zugelassenen Ärzten und den Gesundheitsämtern vorgenommen.
  • Hepatitis A (ansteckend) wird dringend empfohlen. Hepatitis B ist zwar nicht zwingend, aber in Kombination mit Hepatitis A nur wenig teurer.
  • Für Kilimanjaro Abenteurer. Gegen die Höhenkrankheit sollte für Notfälle Diamox in der Reiseapotheke sein. Wichtig sind zudem Kopfschmerztabletten.
Wichtig: Aspirin wirkt bei Kopfschmerzen durch die Höhe nicht!
Elektrische Spannung: 220 V

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