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Tamariu – Happy Birthday: 10 Jahre Meeresbiologie @ Stollis Tauchbasis

10 Jahre Meeresbiologie in Tamariu. Wow, eine lange Zeit! Ein klares Zeichen daf√ľr, dass unter Tauchern ein echtes Interesse daran besteht, die faszinierende Unterwasserwelt besser zu verstehen. Meine Vorfreude, das Seminar zum 10j√§hrigen Jubil√§um an Stollis Tauchbasis besuchen zu d√ľrfen, ist riesig!

Meeresbiologie bereichert deine Tauchgänge!

Los geht's am Tamariu Hausriff

Wir starten Sonntag vormittags mit einer kurzen Vorstellungsrunde direkt an der sch√∂nen Bucht von Tamariu. Eine nette Runde, die auf eine unterhaltsame Woche schlie√üen l√§sst. Die beiden Schweizer Mary und Hugo nehmen sogar schon zum zweiten Mal teil. “Ich bin beim ersten Kurs durchgefallen und muss nachsitzen”, erkl√§rt Hugo die zweite Teilnahme mit einem zwinkernden Auge. Von Mary erfahren wir, dass ihnen der Kurs 2017 so gut gefallen hat, dass sie im 10. Jubil√§umsjahr nochmals dabei sein wollen.

Danach hei√üt es auch schon Equipment parat machen und anr√∂deln. Zur Eingew√∂hnung tauchen wir am Hausriff ab. Am heutigen ersten Tag ist das Programm gegen√ľber den anderen Kurstagen etwas auf den “Kopf gestellt”. Die erste Theorielektion “Das Mittelmeer und seine Lebensr√§ume” findet am Nachmittag vor dem Bootstauchgang auf der Gabriela statt.

Unterwasserfotograf Jochen Frenzer

Ausfahrten mit der Gabriela

Der erste Tauchgang nach der morgendlichen Theoriestunde ist √ľblicherweise auf dem Boot. Die alte Dame Gabriela ist kein “typisches” Tauchboot. Daf√ľr ist das kleine blaue Holzsegelboot umso charmanter. Wo hat man schon die M√∂glichkeit mit einem Segelboot zu den Tauchpl√§tzten chauffiert zu werden? Das macht den etwas reduzierten Komfort an Bord auf jeden Fall wett. Die Ausfahrten zu den Tauchpl√§tzen sind zudem sehr kurz, so dass ich auch in voller Montur an Deck sitzend, die Aussicht auf die schroffen orangefarbenen Felsen der Costa Brava genie√üe.

Bucht von Tamariu

Meeresbiologie-Mix aus Theorie und Praxis

Beim Meeresbiologieseminar gilt¬†es nat√ľrlich nicht nur die Schulbank zu dr√ľcken, vielmehr ist es ein toller Mix aus Theorie und praktischen Beobachtungen bei den Tauchg√§ngen.

Wie schon erw√§hnt, startet der Kurs jeweils sonntags. Die weiteren Kurstage finden Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag statt. Am Mittwoch ist ein Tag Pause, welcher den Kursteilnehmern zur freien Verf√ľgung steht.

Wie sieht der Ablauf eines Seminartages aus?

09:00 Uhr - Meeresbiologie Theorie

Um 9 Uhr treffen sich alle Teilnehmer im Seminarraum des kleinen, zentral gelegenen Restaurants Es Furi√≥. An dieser Stelle ein kleiner Tipp: Vorher nicht zu viel Fr√ľhst√ľcken, denn im Es Furi√≥ gibt es sehr leckere Schocki-Croissants ūüėȬ†

Mit vielen tollen Fotos der gro√üartigen Unterwasserfotografin Maria Pichelmaier, einem enormen Fachwissen und sp√ľrbarer Begeisterung erkl√§rt uns Referentin Tina die faszinierende Unterwasserwelt. So bekomme ich schon w√§hrend der Theoriestunde Lust auf den n√§chsten Tauchgang, in dem ich hoffentlich das ein oder andere aus dem Seminar unter Wasser entdecken kann.

10:30 Uhr - Bootstauchgang auf der Gabriela

Um halb elf treffen wir uns an Stollis Tauchbasis und machen uns f√ľr den t√§glichen Bootstauchgang parat. Kurze Zeit sp√§ter legt die Gabriela bereits wenige Schritte von der Basis entfernt an, um die Kursteilnehmer an Bord zu nehmen. Gleichm√§√üig verteilt auf Steuerbord und Backbord nehmen wir Platz an Deck.

Die kurze Ausfahrt zu den Außenriffen lohnt sich wirklich, denn es gibt unheimlich viel zu entdecken. Barracuda Schulen, Meeraale (Conger), verschiedenste Nacktschnecken und farbwechselnde Gorgonien um nur einige wenige Highlights zu nennen.

Farbwechselnde Gorgonie

ca. 12:30 Uhr - Mittagspause

Nach dem Bootstauchgang ist Mittagspause, welche die Teilnehmer selber gestalten. Diese Woche bin ich zu bequem zum Kochen, so dass ich die noch ge√∂ffneten Restaurants – das Saisonende ist Ende Oktober deutlich sp√ľrbar – an der Promenade eins nach dem anderen ausprobiere. Sie sind wirklich alle gut‚Ķ mein Favorit ist jedoch die erste 2020 er√∂ffnete Gastrobar PATXEI.

K√ľrbissuppe
K√ľrbissuppe mit pochiertem Ei
Paella
Paella - einfach lecker!!!

Das Restaurant liegt etwas abseits an der Strasse. Man sitzt zwar nicht so sch√∂n wie an der Promenade, aber daf√ľr ist das 3-G√§nge-Men√ľ f√ľr 19,95 EUR vorz√ľglich. Die K√ľrbissuppe mit pochiertem Ei ist ein Gedicht und auch bei der sonst nur f√ľr 2 Pers. erh√§ltlichen Paella dr√ľckt der Wirt f√ľr mich ein Auge zu. Last but not least, selbst gemachtes Baileys Tiramisu als Dessert. Hmmmmmm, lecker!

… aber zur√ľck zum Meeresbiologieseminar

14:30 Uhr - Hausriff-Tauchgang

Gut verköstigt treffen wir uns wieder bei der Tauchbasis. Nachmittags steht jeweils der Hausriff-Tauchgang auf dem Programm.

Als kleine Aufgabe gilt es bei den Tauchgängen die in der Theorie besprochenen Themen in der Praxis zu beobachten. So zum Beispiel, wie schwimmen Lippfische oder Brassen? Welche Symbiosen, d.h. Meerestiere, die zusammen leben und voneinander profitieren, gibt es zu entdecken? Ein solches Beispiel sind am Hausriff die Gespensterkrabben , die sich häufig im Schutze der Wachsanemonen aufhalten.

Gespensterkrabbe

ca. 16:30 Uhr - Nachbesprechung

Den Kurstag schließen wir jeweils mit einer Nachbesprechung ab.

Zum Standard der Nachbesprechung geh√∂rt das Ratespiel mit Tinas Bildersammlung. Jetzt zeigt sich, wer im Kurs brav aufgepasst hat. Vor allem aber hilft das t√§gliche Fotoquiz sich die Lebewesen, die es im Mittelmeer immer wieder zu sehen gibt, besser einzupr√§gen.

Nachbesprechnung Meeresbiologieseminar

Ganz besondere Highlights der Nachbesprechung sind jedoch die Mitbringsel vom Fischmarkt. So zeigt Tina an einer Schamkrabbe – die √ľbrigens so hei√üt, weil sie sich ganz sch√ľchtern hinter ihren gro√üen Scheren verstecken kann – wo sich die 10 Beinpaare befinden. Ja richtig gelesen, es sind tats√§chlich 10 “Beinpaare”, die sich im Laufe der Evolution jedoch je nach Krabbenart zu unterschiedlichen Werkzeugen, wie Antennen, Fresswerkzeugen, “echten” Beinen zum Laufen oder verbreiterten Beinen zum Schwimmen entwickelt haben.
Anhand einer Goldbrasse, studieren wir nochmals die zur Fischbestimmung relevanten Merkmale, wie zum Beispiel die Brust- und Afterflossen. 

Goldbrasse

So bietet der Tagesablauf des Seminars einen guten Mix aus Theorie und Praxis. Das Erlernte kann gleich beim Tauchgang in der Praxis √ľberpr√ľft werden und zum Abschluss des Seminartages k√∂nnen wir das Gelernte und Erlebte nochmals Revue passieren lassen.

Kurzportrait der Referentinnen Tina & Larissa

Tina und Larissa teilen die Leidenschaft f√ľr Meeresbiologie¬†sowie die Zusammenh√§nge der √Ėkosysteme im Meer. Beide m√∂gen besonders gern die¬†kleinsten Meeresbewohner, die viele Taucher gar nicht wahrnehmen. Auch im 10. Jubil√§umsjahr des Meeresbiologieseminars bei Stollis in Tamariu ist ihre Begeisterung ungebrochen. Aufgrund von Corona ist das Seminar im Fr√ľhjahr ausgefallen und daf√ľr im Oktober zweimal durchgef√ľhrt worden. Larissa konnte bei der zweiten Durchf√ľhrung, an der ich teilgenommen habe, leider nicht mehr dabei sein.

Hier stellen sich Tina & Larissa im Kurzportrait vor:

Tina Laiple

Alter:43
Brevet / Anz. TG:ca. 400 TG
Deine aufregendste Begegnung im Meer?Strömungstauchgang mit einem Mondfisch
Wann leuchten deine Augen beim Tauchen?Bei kleinen bunten Nacktschneckchen
Wann warst du das erste Mal in Tamariu?2001
Warum macht dir das Seminar auch im 10. Jubiläumsjahr noch Spaß?Weil es immer wieder schön ist, Menschen das Meer näher zu bringen und diese zu begeistern
Antwort in max. 3 Stichworten:
Was fasziniert dich an Meeresbiologie?unendliche Artenvielfalt, Zusammenspiel zu einem großen Ganzen, viel zu entdecken
Warum Meeresbiologie in Tamariu?Super Hausriff, tolle Außenriffe, keine Touri-Massen
Warum Stollis Tauchbasis?Klein, familiär, Immer toll bei Stollis
Deine Lieblinge in der Bucht von Tamariu?Nacktschnecken, Seepferdchen
Was macht die Flora der Bucht von Tamariu besonders?diverse Lebensräume auf engstem Raum, immer wieder Neues
Was sollte jeder Taucher √ľber Meeresbiologie wissen?Empfindliche √Ėkosysteme, "Zu Gast" im Meer, Tarierung

Larissa Lehmann

Alter:40
Brevet / Anz. TG:CMAS*/ ca. 200 TG
Deine aufregendste Begegnung im Meer? Mondfisch beim Strömungstauchgang
Wann leuchten deine Augen beim Tauchen? Seepferdchen und Nacktschnecken
Wann warst du das erste Mal in Tamariu?2003
Warum macht dir das Seminar auch im 10. Jubil√§umsjahr noch Spa√ü?Tolle Leute, die die gleiche Begeisterung f√ľr die Vielfalt und Zusammenh√§nge unter Wasser teilen.
Antwort in max. 3 Stichworten:
Was fasziniert dich an Meeresbiologie?F√ľlle an Arten und das Zusammenleben auf jedem cm¬≤
Warum Meeresbiologie in Tamariu?Toller kleiner ruhiger Ort, Bucht
Warum Stollis Tauchbasis? Super Basisteam
Deine Lieblinge in der Bucht von Tamariu?Seepferdchen, Nachtschnecken
Was macht die Flora der Bucht von Tamariu besonders?Gesch√ľtzte Seegraswiese
Was sollte jeder Taucher √ľber Meeresbiologie wissen?Manchmal sind die unscheinbarsten Wesen die interessantesten.

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Mehr wissen √ľbers Meer

Wie du erahnen kannst, k√∂nnte man mit dem Thema Meeresbiologie endlos viele Kurse f√ľllen. Der Kurs fokussiert daher auf diejenigen Bereiche, die f√ľr uns Sporttaucher spannend sind sowie auf das Mittelmeer. Tina geht dabei sehr auf die Interessen der Teilnehmer ein. “Wie funktioniert das eigentlich mit der Fischblase“, wollten einige Teilnehmer wissen. Kurzerhand hat Tina f√ľr den n√§chsten Kurstag einige Folien zu dem Thema zusammengestellt.¬†

Das Mittelmeer und seine Lebensräume

Das Mittelmeer ist umgeben von den drei Kontinenten Afrika, Europa und Asien. Es ist von Gibraltar im Westen bis zum Bosporus im Osten ca. 4.000 km lang. Die Nord-S√ľdausdehnung betr√§gt hingegen max. 400 km. Mit seinen ca. 4 Millionen km3 Wasser und einer maximalen Tiefe von 5.267 m im Hellenischen Graben bietet das Mittelmeer einen riesigen Lebensraum f√ľr schier unendlich viele Arten.

Das Meer bietet nach Tiefenzonen gestaffelt verschiedenste Lebensräume, von der Spritzwasserschicht an der Oberfläche bis hin zur Tiefsee. Jede Tiefenzone verlangt ihren Bewohnern spezifische Eigenschaften und Fähigkeiten ab.

Kreiselschnecken
Pferdeaktinie

In der Spritzwasserzone leben z.B. Schnecken, Krebse und sogar einzelne Blumentiere, die besondere F√§higkeiten besitzen m√ľssen. So m√ľssen sie den enormen Druck starker Wellen mechanisch widerstehen oder den h√∂heren Salzgehalt, welcher aus der Verdunstung an der Oberfl√§che resultiert, vertragen.
Typische Vertreter, die wir auch hier in der Bucht von Tamariu finden, sind die Napfschnecke und sowie einzelne Arten aus der Familie der Kreiselschnecken, die sich ihren festen Platz an den Felsen einrichten. Oder auch die knapp unterhalb der Wasseroberfläche angesiedelte zu den Blumentieren gehörende Pferdeaktinie.

Meine Meeresbiologieseminar-Highlights

Die Inhalte des Seminars sind sehr vielf√§ltig, gleichwohl decken sie nur einen Bruchteil der Diversit√§t im Mittelmeer ab. Nat√ľrlich sind auch die Interessensschwerpunkte der Teilnehmer unterschiedlich. Meine pers√∂nlichen Highlights sind Nacktschnecken, was alles im Sand lebt sowie sessile Tiere und Seegraswiesen. Die beiden letzteren, weil ich dar√ľber soooooo viel Neues erfahre und ich es hier in der Bucht von Tamariu beim Tauchen gleich in live beobachten kann (z.B. Ocotogonale – Gorgonien und Hectogonale – Zylinderanemonen) ‚Ķ und Nacktschnecken allein deswegen, weil sie mich generell immer wieder begeistern.

Seegraswiesen - "Die Lungen der Meere"

Eine Seegraswiese, die in den Wogen des Meeres sanft hin und her schwingt, ist sch√∂n anzuschauen. Dar√ľber hinaus habe ich mir bisher wenig Gedanken dazu gemacht. Dank Tina wei√ü ich seit heute um die wichtige Funktion von Seegraswiesen f√ľr das √Ėkosystem Meer. Zun√§chst sind √ľppige Seegraswiesen ein Zeichen daf√ľr, dass die Wasserqualit√§t sehr gut ist. Seegras gedeiht nur in reinem Wasser und w√§chst sehr langsam. Es vermehrt sich durch Teilung oder aber durch die Bl√ľte, welche allerdings nur sehr selten ist. Maria, Leiterin der Tauchbasis und leidenschaftliche Unterwasserfotografin, hat in 18 Jahren lediglich zwei Seegrasbl√ľten erlebt.

Seegraswiese

Von den vier im Mittelmer vorkommenden Arten w√§chst in Tamariu das buschige Neptungras¬†(Posidonia ocanica). Seit 2012 ist die Seegraswiese in der Bucht von Tamariu gesch√ľtzt. Boote d√ľrfen hier nicht mehr ankern, sondern nur noch an Bojen festmachen.

Durch ihre Photosynthese produzieren die Seegraswiesen Sauerstoff. 1 qm Seegras, produziert 14 Liter Sauerstoff pro Tag. Damit sind die Seegraswiesen die “Lungen der Ozeane“. Die Oberfl√§che der Gr√§ser wird jedoch von diversen Organismen als Lebensraum genutzt, welche die Photosynthese blockieren. Das Seegras bedient sich daher eines kleinen Tricks und zwar des F√∂rderbandwachstums. Im Winter, wenn andere Organismen weniger aktiv sind, schiebt es von unten neues Wachstum nach. Daher findet man nach dem Winter Seegras, welches unten kr√§ftig gr√ľn und im oberen Teil braun und bewachsen ist.

Grasnadel
Baby-Grasnadel - Dem Seegras zum verwechseln ähnlich!

Neben all den winzigen Organismen, die auf dem Seegras selbst leben, bieten Seegraswiesen den optimalen Lebensraum f√ľr andere Meeresbewohner. Die Grasnadel z.B. macht es sich zu Nutze das Seegras zu imitieren und ist so fast nicht von diesem zu unterscheiden. Bei unserem Tauchgang entdeckt Tina eine Baby-Grasnadel. Und ich habe im ersten Versuch tats√§chlich das Seegras daneben anstatt die Grasnadel fotografiert. Also genau hinschauen, damit du nicht auch nur Seegras auf deinem Foto hast ūüėČ

Theorie Meeresbiologie Tina Laiple

Sessile Tiere, die Dekoration unserer Meere

Bei den sessilen Tieren handelt es sich um festsitzende Tiere, die nicht in der Lage sind ihren Standort zu wechseln. Es gibt tausende von Arten in unseren Meeren. Zu den sessilen Tieren geh√∂ren unter anderem auch die Blumentiere (Anthozoa) und die Schw√§mme (Porifera). Allein das Wissen, dass es sich bei diesen beiden Arten um Tiere und nicht um Pflanzen handelt, finde ich schon faszinierend. Dar√ľber hinaus begeistern die Blumentiere und Schw√§mme uns Taucher mit ihrer Farbenpracht und Vielfalt an Formen. Sie als Dekoration unserer Meere¬†zu bezeichnen ist daher absolut zutreffend.

Blumentiere

Sie sehen aus wie Blumen, sind aber Tiere… vielleicht daher, der Name? Die Mund√∂ffnung der Blumentiere ist von Tentakeln umringt, die mit Nesselzellen besetzt sind, um ihre Beute zu l√§hmen. Je nach Anzahl der Tentakeln werden diese Hexacorallia (sechsstrahlig) und Octocorallia (achtstrahlig) unterschieden. W√§hrend die Hexacorallia immer 6 oder ein Vielfaches von 6 Tentakeln aufweisen, verf√ľgen Ocotocorallia immer √ľber exakt 8 Tentakeln.

Zu den sechsstrahligen Blumentieren zählen unter anderem Seeanemonen (Actiniaria), Krustenanemonen (Zoantharia) oder Zylinderanemonen (Ceriantharia), die auch in der Bucht von Tamariu vorkommen.

Krustenanemone
Krustenanemone
Zylinderanemone
Zylinderanemone
Farbwechselnde Gorgonie

Vertreter der achtstrahligen Blumentiere sind die Gorgonien (Gorgonacea), wie diese am Cala Nova Riff vorkommen. Die dicht mit farbwechselnden Gorgonien bewachsenen W√§nde des Riffs sind schlichtweg bezaubernd. Ich k√∂nnte sie stundenlang bewundern. Zu finden sind Gorgonien √ľbrigens meist an str√∂mungsreichen Stellen. Hier k√∂nnen sie m√∂glichst viel Nahrung, die haupts√§chlich aus Plankton besteht, auffangen. Die Gorgonien sind eine Ansammlung unz√§hliger kleiner Polypen, die jeweils 8 Tentakeln zum Fangen der Nahrung haben.

Poly einer farbwechselnden Gorgonie
Polyp einer farbwechselnden Gorgonie

Schwämme

Schw√§mme existieren in diversen Farben und Formen. Sie k√∂nnen z.B. als d√ľnne Krusten, strauchf√∂rmig oder in Form eines Trichters auftreten. F√ľr mich ist es immer noch kaum zu fassen, dass es sich bei Schw√§mmen tats√§chlich um Tiere handelt.
Und Sex haben sie sogar auch! Schwämme sind zwittrig. Ihre Spermien und Eier werden von verschiedenen Zellen gebildet und ins Schwamminnere bzw. ins Wasser abgegeben. Die Befruchtung erfolgt im Schwamm, wo sich später eine Larve entwickelt, die dann den Schwamm verlässt.

Roter Krustenschwamm oder Strahlenschwamm, zu den Hornkieselschwämmen gehörend
Schwamm
Goldschwamm, zu den Hornkieselschwämmen gehörend

Sehr interessant finde ich auch, dass Schw√§mme immer st√§rker in den Fokus von Wissenschaft und Industrie geraten. Grund hierf√ľr sind die ca. 800 – Tendenz steigend – bisher entdeckten nutzbaren Naturstoffe aus Schw√§mmen. Ein Beispiel aus der Medizin sind die zwei Substanzen Avarol und Avaron, die in der Lage sind HIV-Viren zu t√∂ten und Zellen vor den Viren zu sch√ľtzen.

Nacktschnecken - klein, bunt und pfiffig

W√§hrend die Nacktschnecken in unserem Gem√ľsegarten eher ein √Ąrgernis darstellen, geh√∂ren die mitunter winzigen Kriechtiere zu meinen absoluten Lieblingen unter Wasser. Die leuchtenden Farben sind einfach ein Hingucker. Jetzt, wo ich im Seminar auch noch erfahre, welch pfiffigen Strategien sich die Nacktschnecken angeeignet haben, ist meine Bewunderung nochmals gestiegen.

Manche mögens sonnig!

Die winzige in der Bucht von Tamariu h√§ufig vorkommende Gr√ľne Samtschnecke (Elysia) ern√§hrt sich durch Photosynthese. Hierzu schlitzt sie die Zellwand von Algen mit speziellen Mundwerkzeugen auf und saugt deren Zellen unbeschadet auf. Diese Zellen funktionieren weiter und decken bis zu 60% des Energiebedarfs der smarten Elysia.

Elysia

Manche mögens nesselnd!

Die Wanderfadenschnecke von der es im Mittelmeer diverse Sorten zu beobachten gibt, machen sich eine besondere Abwehrtechnik zu Nutze. Sie fressen Nesselkapseln, ohne diese zu besch√§digen und lagern diese Giftpolypen voll funktionst√ľchtig in den Fadenspitzen ein. Bei drohender Gefahr explodieren die Nesselkapseln und dem Angreifer schie√üt ein giftiger Nesselfaden entgegen.¬†¬†

Wanderfadenschnecke

Manche mögens giftig!

Die Leoparden-Sternschnecke, aufgrund ihrer gepunkteten Färbung auch als Seekuh bekannt, setzt eine chemische Verteidigungsstrategie ein. Sie ernährt sich von nur zwei Schwammarten, welche stark toxische Inhaltsstoffe aufweisen, so dass die Seekuh letztlich selbst giftig und somit nicht besonders bekömmlich ist. 

Leoparden Sternschnecke

Wenn der Sand zur√ľck schaut

‚Ķ lohnt es sich nochmals genauer hinzuschauen.”, verr√§t uns Tina im Seminar. Es ist jedoch schon eine Kunst, √ľberhaupt zu erkennen, dass etwas aus dem Sand zur√ľck schaut. Dazu braucht es nicht nur ein gutes Auge, sondern auch Erfahrung, wonach man schauen muss. Daher freut es mich heute besonders mit Maria auf Pirsch √ľber dem Sand zu gehen. Mein Wunsch ist es einen Himmelsgucker aufzusp√ľren. Maria sagt, die sind immer da, gleichwohl bedeutet das nicht, dass man sie immer findet.
Himmelsgucker
Himmelsgucker - Foto: Maria Pichelmaier

Fährten im Sand lesen

Maria verr√§t mir, dass sie nach oval geformten Mulden im Sand sucht. Diese sind ein Indiz daf√ľr, dass sich ein Himmelsgucker in der N√§he befinden k√∂nnte. Es gilt also die F√§hrten im Sand zu lesen. Die ein oder andere passende Mulde entdecken wir auch im Sand, leider sind die Bewohner immer schon verschwunden. Pl√∂tzlich deutet Maria auf eine ca. 1 m gro√üe runde Vertiefung hin.¬† Ich denke mir, da k√∂nnte evtl. mal ein Rochen gelegen haben. Als Maria vorsichtig beginnt den Sand mit der Hand beiseite zu wedeln, bin ich v√∂llig √ľberrascht, dass ein Marmor-Zitterrochen zum Vorschein kommt. Allein w√§re ich einfach dar√ľber hinweg getaucht.

Zitterrochen
Borstenwurm
Tentakeln eines im Sand vergrabenen Borstenwurms
Sandgarnele
Winzige Sandgarnele

Auch wenn es uns verwehrt bleibt einen Himmelsgucker zu entdecken, tummelt sich so einiges im Sand, was nur mit einem geschulten Blick zu erkennen ist. An einer Stelle scheint sich der Sand zu bewegen. Bei ganz genauem Hinsehen, sind unzählige winzige Garnelchen zu erkennen. Wenig später ragen zwei zarte Tentakeln eines Borstenwurms aus dem Sand. Mit diesen fischt sich der mehrheitlich im Sand vergrabene Wurm seine Nahrung aus dem Wasser.

Super getarnte Flundern
Sandaal
Im Sand steckender Sandaal

Immer wieder huschen super getarnte Flundern vorbei, die wie ein sandfarbener Teppich mit dem Meeresgrund verschmelzen. Ein¬†Sandaal, der wie ein Pfeil schr√§g im sandigen Grund steckt, schaut mich ein wenig grimmig an, als ich ihm mit meiner Kamera n√§her komme. Es lohnt sich tats√§chlich in der Bucht von Tamariu mal einen reinen “Sandtauchgang” einzuplanen. Vielleicht hast du ja sogar das Gl√ľck, das ein Himmelsgucker aus dem Sand zur√ľck schaut.

Und es gibt noch viel mehr ...

Nebst meinen persönlichen Highlights haben wir im Kurs auch besprochen wie die Fischbestimmung erfolgt, welche Arten von Krebsen und Garnelen es gibt, welche Fische wir Taucher im Mittelmeer häufig antreffen können und wie das Meeresleuchten zu erklären ist. Es gibt also viele weitere spannende Themen im Seminar.

Mittelmeer Putzergarnele
Mittelmeer-Putzergarnelen
Partnergarnele
Gebänderte Partnergarnele

Wie anf√§nglich schon erw√§hnt, l√§sst sich nicht die gesamte Biodiversit√§t der Meere in einem Seminar abhandeln. So gibt es diverse Highlights √ľber die ich mich bei meinen Tauchg√§ngen in Tamariu erfreuen durfte. Zum Beispiel¬†Oktopusse, Sepien, Mur√§nen, Plattw√ľrmer, diverse Schleimfische¬†und last but not least Seepferdchen.

Octopus
Oktopus
Sepia
Sepia
Muräne
Muräne
Rosa Plattwurm
Rosa Plattwurm
Variabler Schleimfisch
Varibaler Schleimfisch
Spitzmaulschleimfisch
Spitzmaulschleimfisch
Seepferdchen
Seepferdchen

Meeresbiologie Abschlusspr√ľfung

Das Spezialbrevet Meeresbiologie gibt es selbstverständlich nicht geschenkt. Heute ist der letzte Kurstag und wir treffen uns im Restaurant Es Furió zum gemeinsamen Abschlussdinner mit Tina, allen Kursteilnehmern und der gesamten Stollis Crew.

Stollis Crew
Stollis Crew, von links: Peter, Maria, Tom, Anja und Stefan

Bevor es jedoch zum geselligen Teil des Abends √ľbergeht, steht die Abschlusspr√ľfung des Meeresbiologiekurses auf dem Programm.¬†Pr√ľfungsangst ist jedoch fehl am Platze. Anstatt eines typischen Testfragebogens hat sich Tina ein Format zur Wissensabfrage √ľberlegt, in dem der Spa√üfaktor im Vordergrund steht. Jetzt ist nicht nur Wissen gefragt, sondern auch Kreativit√§t. Zun√§chst gilt es eine Pantomime-Runde zu absolvieren. Nach und nach stellt jeder Teilnehmer pantomimisch etwas aus der Fauna und Flora der Unterwasserwelt vor, w√§hrend die Gruppe versucht es zu erraten.

Helenas Skizze bietet noch Raum zum Raten... Blumentierchen?
Marys gestreifte Meerbarbe ist schon klar zu erkennen.

Die zweite Runde findet im Montagsmaler-Format statt. Jetzt ist zeichnerisches Talent gefragt. Meine Aufgabe ist es das Meeresleuchten malerisch darzustellen. Dazu fallen mir spontan eine Taschenlampe als Lichtquelle und ein paar Wellen zur Beschreibung des Meeres ein. Die pfiffige Runde kann meine Gedanken offensichtlich gut interpretieren, so dass Mary schnell dir richtige L√∂sung “Meeresleuchten” ruft.

Tats√§chlich bleibt am Ende keines der R√§tsel ungel√∂st und alle Teilnehmer erhalten das VDST Brevet f√ľr den Spezialkurs Meeresbiologie.

Kosten und Leistungen des Meeresbiologieseminars

Der Preis f√ľr das Meeresbiologieseminar betr√§gt¬†345,- Euro¬†pro Teilnehmer (exklusive Anreise, Unterkunft und Verpflegung).

Im Preis enthalten sind:

  • Brevet VDST Spezialkurs Meeresbiologie
  • 5 Tage Tauchpaket
    • 1 Bootstauchgang t√§glich
    • Non-Limit Tauchen in der Bucht (Luft unbegrenzt)
  • ¬†5 Tage Meeresbiologie Theorie inkl. digitale Unterlagen

Optional gegen Aufpreis:

  • Nachttauchgang in der Bucht
  • Tauchequipment / Leihausr√ľstung

jeweils gem. der aktuellen Preisliste auf der Webseite

Fazit

Mittlerweile stehen in meinem Logbuch weit √ľber 500 Tauchg√§nge. Auch wenn es immer wieder Neues zu entdecken gibt, entsteht gelegentlich das Gef√ľhl alles schon einmal gesehen zu haben. Dies insbesondere im Mittelmeer, das ich seit einigen Jahren regelm√§√üig betauche. Auch in der kleinen Bucht von Tamariu fragt sich vielleicht der ein oder andere: “Lohnt es sich dort mehrfach zu tauchen?” Da brauchst du nur die leidenschaftliche Unterwasserfotografin Maria zu fragen, die seit 18 Jahren mit ihrer Unterwasserkamera in der Bucht auf Fotojagd ist und immer wieder mit neuen Fotos –¬†Maria auf Instagram¬†– begeistert.

Luftaufnahme Gabriele in der Bucht von Tamariu
Das Meeresbiologieseminar l√§sst auch mich mit “neuen Augen” durch die Bucht von Tamariu tauchen. Es sind gerade die Dinge, die man nicht auf den ersten Blick entdeckt: winzige Nacktschnecken, unter Anemonen versteckte Krebse, gut getarnte Seenadeln oder im Sand verbuddelte Fische. F√ľr Neulinge in der Unterwasserwelt bietet das Seminar einen super Einstieg und egal wie viele Tauchg√§nge du schon in deinem Logbuch hast, ich bin sicher, nach dem Meeresbiologie Seminar bei Tina und Larissa entdeckst du wieder ganz neue Spezies in der unendlichen Vielfalt des Mittelmeers. Der Einblick in die Meeresbiologie bereichert definitiv meine Tauchg√§nge! Vielleicht in Zukunft auch deine? Die¬†Ausschreibung¬†zum n√§chsten Meeresbiologieseminar findest du auf der¬†Startseite von Stollis Tauchbasis.
Meeresbiologie Seminar

Beste Reisezeit f√ľr Taucher - Tamariu

Stollis Tauchbasis ist von Ostern bis Mitte Oktober ge√∂ffnet. Im Fr√ľhjahr ist das Mittelmeer noch relativ frisch, daf√ľr sind die Temperaturen sehr moderat und Tamariu ist noch nicht √ľberlaufen. In der Hochsaison sind die Tauchbedingungen – warmes Wasser – zwar gut, aber der kleine Ort platzt vor Touristen insb. an den Wochenenden, wo sich die St√§dter aus Barcelona zus√§tzlich zu den Urlaubern gesellen. F√ľr mich ist die beste Reisezeit daher in den Monaten September und Oktober. Die Bucht ist weniger stark frequentiert und das Meer hat noch immer angenehme Temperaturen zum Baden und Tauchen.

Klimatabelle

Aktuelles Wetter in Tamariu

Tauchbasis

Stollis Tauchbasis
Ansprechpartner:Maria und Tom Pichelmaier
Web:https://stollis-divebase.eu
Email:info@stollis-divebase.eu
Telefon:+34 972 620 035
Mobil:+34 628 591 350
Lage:Stollis Divebase liegt perfekt am Ende der Promenade der kleiner Bucht in Tamariu:
Passeig mar, 26
E-17212 Tamariu / Prov. Girona
Preise: 1 TG/12,50 EUR mit eigener Ausr√ľstung inkl. Ausr√ľstung

ab 5 TG/12 EUR, ab 10 TG 11 EUR, ab 15 TG 10,50 EUR, ab 20 TG / 10 EUR

1 Woche Non-Limit Tauchen inkl. 1 Bootstauchgang pro Tag 203 EUR mit eigener Ausr√ľstung

Leihausr√ľstung komplett 35 EUR/Tag oder 175 EUR/Woche


Weitere Tauchpaketangebote findest du hier: Preisliste
Kurse:Open Water Diver 435 EUR
Advanced Open Water Diver 315 EUR
Sprache::Deutsch, Englisch, Spanisch
Wichtige Dokumente:Du ben√∂tigst sowohl ein gesundheitliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung als auch eine g√ľltige Taucherversicherung.
Geöffnet:Ostern - Mitte Oktober
Sonstiges:Die erste Tauchbasis (zumindest f√ľr mich) bei der ein kompletter online Check-in von zu Hause aus m√∂glich ist. Kein Papierkram mehr vor Ort!

Hinweis:
F√ľr Unterwasservideos setze ich die 
GoPro Hero 8, im T-Housing mit Keldan 4X/8X Videolampen ein.

Transparenz:
Die Tauchg√§nge und die Seminarteilnahme wurde von Stollis Divebase unterst√ľtzt. Alle Eindr√ľcke sind wie immer meine eigenen, darauf kannst du z√§hlen!

Dieser Beitrag enth√§lt Empfehlungs-Links. Das bedeutet, wenn du √ľber einen der Links etwas buchst, erhalte ich eine kleine Provision. F√ľr dich bleibt der Preis unver√§ndert. Gleichzeitig unterst√ľtzt du so ohne Mehrkosten meinen Tauchreiseblog Explore-the-Ocean. Ein riesiges Dankesch√∂n, Jochen ūüôā

Mein Foto- und Video Setup: KELDAN 4x Videolicht, GoPro Hero 8 im T-Housing, Canon EOS 5D MKIII im Seacam-Gehäuse

Gut zu wissen

Flag of Spain
Spanien
Flagge Katalonien
Katalonien
Land:Spanien (Katalonien)
Lage:Der idyllische K√ľstenort Tamriu liegt in Katalonien auf dem spanischen Festland, ca. 100 km s√ľdlich der Franz√∂sischen Grenze und 100 km n√∂rdlich von Barcelona.
Größe:< 300 Einwohner, allerdings in der Sommerzeit ein vielfaches an Touristen
Hauptort:Tamariu gehört zur Gemeinde Palafurgell mit ca. 23.000 Einwohner
Sprache:Katalanisch, Spanisch
Geld:EUR
Visum:F√ľr EU-B√ľrger und Schweizer wird kein Visum ben√∂tigt. Ein g√ľltiger Reisepass oder Personalausweis ist ausreichend.
Zeit:MEZ
Elektrische Spannung:220 V ‚Äď Euro-Stecker funktionieren ohne Adapter, deutschen Schuko-Steckdosen i.d.R. nicht;
Schweizer Stecker benötigen einen Adapter
Medizinische Hinweise:Keine besonderen Empfehlungen (ohne Gewähr). Aktuelle Informationen bitte beim Arzt erfragen. (aktuelle CORONA Hinweise beachten!!!)
Einreiseformularhttps://www.spth.gob.es/

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