Reisen – Zypern – „Die Zenobia – Ein Wrack für deine Bucket List!“

Reisen – Zypern – „Die Zenobia – Ein Wrack für deine Bucket List!“

Die Zenobia gilt als eines der Top 10 Wracks weltweit. Tatsächlich ist die auf der Jungfernfahrt gesunkene Fähre überwältigend und innerhalb von zwei Tauchgängen nur bruchstückhaft zu erkunden.

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Zypern – Ist auch in der Januar 2020 Ausgabe des Magazins EURODIVER erschienen.

Ein Leckerbissen für Taucher

Die Zenobia ist das größte betauchbare Wrack im Mittelmeer und wird zu Recht zu den Top 10 Wracks weltweit gezählt. Am 4. Mai 1980 stach die schwedische Fähre erstmals in See. Während die Zenobia Zypern passiert, gerät sie kurz vor Larnaca in Schieflage. Es wird gemutmaßt, dass das Ballasttanksystem falsch programmiert war und Seewasser in die Ballasttanks auf der Schräglagenseite pumpte anstatt in die gegenseitigen Ballasttanks. Als die schwere Ladung mit über 100 LKWs zu rutschen begann, war die Zenobia nicht mehr zu retten und versank am 7. Juni 1980 ca. 1.5 km vor der Küste von Larnaca.
Des einen Leid ist des anderen Freud. Heute ist das Wrack das Highlight für jeden Taucher auf Zypern. In einer maximalen Tiefe von 43 m liegt das Wrack backbordseitig auf einer Sandbank. Das 172 m lange und 23 m breite Ungetüm lässt die vielen Taucher wie Winzlinge erscheinen. Womit wir bei der Kehrseite der Medaille wären. Gelegentlich verhindert eine Blubberblasenwand die Sicht auf das fantastische Wrack. Das ist schon das einzige Manko, welches aufgrund der Größe der Zenobia gut zu verschmerzen ist.

Ausflugsboot als Tauchschiff missbraucht

Na ja, vielleicht noch eine Kleinigkeit. Das heute eingesetzte „Tauchschiff“ verdient seinen Namen nicht wirklich. Es ist eher ein altes ausrangiertes Ausflugsboot mit aneinandergereihten Einzelsitzen. Eigentlich wird ein geräumiger Katamaran eingesetzt, der derzeit jedoch von einem Forschungsteam genutzt wird.

Blick ins Meerwasseraquarium

An der kleinen Plattform am Heck des Schiffes ist ein bequemer Ein- und Ausstieg möglich. Mit einem großen Schritt springe ich ins badewannenwarme Mittelmeer. Herbie und ich tauchen ziemlich direkt zum Bug, damit ich das Wrack einmal in Gänze vor mir bestaunen kann. Von hier führt mich Herbie, der die Zenobia sehr gut kennt, in einen stockfinsteren Gang. An der linken Wand… oh nein, es war ja ursprünglich der Boden … bringt ein rot gemusterter Teppich Farbe in den Lichtkegel unserer Lampen. Rechter Hand hängen diverse Kabel in denen man sich leicht verfangen kann. Von hier gelangen wir in die Kapitänsbrücke

Die meisten Fenster sind noch intakt. Ich schaue durch eines der Fenster ins leuchtend blaue Wasser. Es erinnert mich ein wenig an einen Blick in ein Meerwasseraquarium, nur dass unser Raum auch mit Meerwasser gefüllt ist. Zwei der größeren Fenster sind extra für Taucher als Ein- und Ausstieg entfernt worden. Genau diesen Weg nehmen wir aus dem Rumpf zurück in die „Freiheit“. Langsam tauchen wir wieder Richtung Boot zurück und passieren dabei die unbenutzten Rettungsbote, die noch immer auf ihren ersten Einsatz zu warten scheinen. Ein Blick auf den Tauchcomputer verrät mir, dass es Zeit wird den Aufstieg anzutreten.

Kleiner Taucher neben riesiger Schiffsschraube

Wieder an Bord des Tauchschiffs angekommen, sind Herbie und ich gleichermaßen begeistert. Hast du dies gesehen, hast du jenes gesehen, sprudelt es aus Herbie heraus. Ich dachte, er kennt hier jeden Winkel und jeden der diversen Zackenbarsche beim Namen. Einmal mehr zeigt sich, dass Tauchen für Herbie nicht nur ein Job ist, sondern eine echte Herzensangelegenheit und Leidenschaft. Mir ist es wirklich eine Ehre mit ihm als Buddy die Unterwasserwelt Zyperns entdecken zu dürfen. Das steigert die Vorfreude auf den zweiten Tauchgang an der Zenobia umso mehr.
Nach 90 Minuten Oberflächenpause springen wir wieder ins kristallklare Wasser. Dieses Mal tauchen wir direkt zu den beiden riesigen Schiffsschrauben, die sich am Heck der Fähre befinden. Die Dimensionen der Schiffsschrauben sind überwältigend, vor allem wenn Taucher Herbie daneben wie ein tauchendes Wichtelmännchen wirkt.

Über die Ladeluken tauchen wir in den Ladebereich hinab. Unter uns liegt ein LKW, wie das gesamte Schiff in Seitenlage. Beim LKW angekommen, wird es plötzlich frisch. Eine Sprungschicht sorgt für Abkühlung. Herbie deutet in die Richtung des Rumpfinneren, wohin ich ihm folge. Erneut wird es finster um uns und wir schalten unsere Lampen wieder ein. Schnell entdecke ich die unzähligen blauen mit Öl gefüllten Flaschen, welche aufgrund des Auftriebs die Decke in ein blaues Flaschenmeer verwandeln. All die vielen Eindrücke haben mich ganz vergessen lassen regelmäßig einen Blick auf den Tauchcomputer zu werfen. Ups, 15 Minuten Deko-Stopp, und das, obwohl wir nur einen Bruchteil der Zenobia erkundet haben.

Immerhin versüßen uns ein Schwarm Meerbrassen, der uns immer wieder umkreist, ein äußerst freundlicher Grauer Drückerfisch sowie die ein oder andere vorbeischießende Makrele die Wartezeit unter dem Tauchboot.

Während wir unseren Deko-Stopp „aussitzen“ üben sich andere im Unterwasser-Slacklining 🙂

Die Zenobia gehört zweifelsohne auf die Bucket List eines jeden Tauchers und ist selbst nach zwei Tauchgängen noch längst nicht ausgekundschaftet.

Beste Reisezeit - Zypern / Protaras

Das Klima auf Zypern ist subtropisch mediterran. Die Sommer sind heiß und sehr trocken, die Winter sehr mild und etwas feuchter.

Grundsätzlich lässt sich Zypern das ganze Jahr über gut bereisen. Aufgrund der für das Mittelmeer verhältnismäßig hohen Wassertemperaturen kannst du ganzjährig dort tauchen. Ab Juni bis Ende Oktober herrschen perfekte Wassertemperaturen zum Tauchen. Allerdings solltes du beachten, dass es im Hochsommer (Juli / August) extrem heiß wird.

Die angenehmsten Temperaturen triffst du zwischen März und Mai sowie September und Oktober an.

Mein Fazit für Taucher

Die beste Reisezeit für Taucher ist meiner Meinung nach von Anfang September bis Ende Oktober. Die Temperaturen sind angenehm warm und es reicht ein Shorty im Reisegepäck.

Klimatabelle

Gut zu wissen...

Land:Republik Zypern
Lage:Die Insel Zypern liegt im östlichen Mittelmeer. Der südliche Teil, der in einen zypriotischen und türkischen Teil, geteilten Insel bildet die Republik Zypern.
Geographisch gehört Zypern zu Asien, politisch und kulturell wird sie jedoch zu Europa gezählt.
Größe:ca. 1.2 Mio. Menschen leben auf der 9.251 km² großen Insel. Die Fläche der Republik Zypern umfasst dabei 5.896 km². Hier Leben ca.850.000 Menschen.
Hauport:Nikosia (auch die Stadt ist geteilt)
Sprache:Landessprachen sind Griechisch und Türkisch, wobei als Mundart Zypriostisch gesprochen wird. Auch Englisch ist aufgrund der Kolonialzeit weit verbreitet.
Geld:EUR
Visum:Für EU-Bürger und Schweizer wird kein Visum benötigt. Ein gültiger Reisepass oder Personalausweis ist ausreichend.
Tauchgenehmigung:nicht erforderlich, jedoch gesundheitliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung zwingend vorgeschrieben
Zeit:MEZ + 1 Std.
Medizinische Hinweise:Keine besonderen Empfehlungen (ohne Gewähr). Aktuelle Informationen bitte beim Arzt erfragen.
Elektrische Spannung: 220 V – Euro-Stecker funktionieren ohne Adapter, wenn man den Schutzkontakt mit einen zurück drückt. Besser ist jedoch die Verwendung eines Adapters. Deutschen Schuko-Stecker und Schweizer Stecker benötigen zwingend einen Adapter
Information im Web: Tauchcenter: www.herbiesdiving.com

Hinweis: Die Tauchgänge wurden von Herbies Diving Paradise unterstützt. Alle Eindrücke sind wie immer die unseren, darauf kannst du zählen!

Fotogalerie

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