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UWPM Cup 2018 – “Unterwasserfotografie in Perfektion”

10 lange Stunden bis zum ersten Tauchgang auf Krk

Eigentlich wollte ich ├╝ber Auffahrt einfach ans Mittelmeer, um mal wieder zu tauchen. Bei der Internetsuche nach einer geeigneten Tauchbasis bin ich rein zuf├Ąllig auf den dritten Mares Underwater Photo Marathon Cup gestossen.
Cool, es hat mich schon immeri interessiert, wie so ein Live Shoot Out Wettbewerb abl├Ąuft. Also kurz entschlossen ├╝berlegen wer von meinen Bekannten ein Tauchbrevet hat und vielleicht spontan dabei w├ĄreÔÇŽ Super, Sabrina sagt sofort zu und eine Woche sp├Ąter sitzen wir nachts um 1.30 Uhr im gepackten Auto auf dem Weg nach Kroatien zur Insel Krk. 928 km, liegen vor uns ÔÇŽ nicht gerade um die Ecke, aber wir sind beide gespannt auf den Unterwasserfotowettbewerb.
Knapp 10 Stunden sp├Ąter stehen wir vor den “Toren” Krks – die Insel ist ├╝ber eine mautpflichtige Br├╝cke mit dem Festland verbunden.

Nat├╝rlich ist unser erstes Zeil eine Tauchbasis anzusteuern und noch einen Tauchgang zu machen. Das Dive Loft Krk bietet non limit Tauchen an 4 verschiedenen Strandtauchpl├Ątzen an. Genau das richtige f├╝r uns, um schnell noch ins Wasser zu springen.

Wir ziehen uns um, schrauben das Tauchequipment zusammen und machen uns mit einem kleinen Wagen und dem Equipment auf den 3 min├╝tigen Fussweg zum Secret Beach.

Der Strand macht seinem Namen alle Ehre, denn wir m├╝ssen zun├Ąchst durch eine schmale Felsspalte hindurch bevor wir zum versteckten kleinen Kiesstrand gelangen. Es ist traumhaft sch├Ânes Wetter und ich freue mich meinen niegel nagel neuen Trockentauchanzug Argronaut Stealth 2.0 von 4th Element ausprobieren zu k├Ânnen. Die Sonne strahlt so sehr, dass ich in dem d├╝nnen Unterzieher und meinem Trockentauchanzug bereits nass geschwitzt bin und mich frage, ob das noch was mit Trockentauchen zu tun hat. Sabrina f├╝hlt sich auch ein wenig seltsam, im Meer mit Trockentauchanzug ist sie aus ihrem Jahr am roten Meer in ├ägypten nicht gew├Âhnt. Endlich k├Ânnen wir abtauchen. Kathrin vom Dive Loft hatte uns schon vorgewarnt, die Sicht ist eher bescheiden. Massen an Bl├╝tenstaub setzen sich langsam ab und tr├╝ben das Wasser recht stark. F├╝r unseren gemeinsamen Testtauchgang ist es aber soweit ok. Ausserdem sind wir jetzt vorgewarnt, dass es mit nur 12┬░C auf 20 m Tiefe recht frisch ist.
Nach dem Tauchgang g├Ânnen Sabrina und ich uns noch ein Deko-Bierchen. Das muss einfach sein ­čśë Danach fahren wir weiter zu unserem Appartement in Punat. Dort findet am Samstag auch der Unterwasserfotowettbewerb stattfindet.

Es sind schon einige Teilnehmer angereist und Damir – der Organisator des Events – l├Ądt uns ein mit ihnen gemeinsam zu Abend zu essen. Schnell stellen wir fest, dass sich alle anderen bereits von vorherigen Fotowettbewerben kennen und wir die einzigen blutigen Anf├Ąnger sind. Auf jeden Fall ist die Stimmung super und wir freuen uns, mit der Truppe morgen zum Trainingstauchgang rauszufahren.
Puh, das war ein verdammt langer Tag. Zur├╝ck im Appartement dauert es keine Sekunden bis ich wie ein Stein schlafe.

Grosse Augen am ersten Trainingstag

Ein neuer Tag, der Himmel leuchtet blau und die Kamera ist f├╝r den ersten Tauchgang parat. Unten am kleinen Hafen von Punat treffen wir die Anderen vom Vorabend an der Oliga, unserem Tauchboot. Auf dem Tisch in der Mitte des Decks stehen bereits die ersten Unterwasserkameras. Als der Tisch immer voller wird, traue ich kaum meinen Augen. Vom Spezialgadget bis zum Eigenbau sind alle Teilnehmer bis unter die Z├Ąhne “bewaffnet”. Von den meisten Gadgets wusste ich nicht einmal das es sie gibt. Langsam wird mir bewusst, dass wir hier in einer ganz anderen Liga gelandet sind. Beim Wettbewerb geht es darum die Jury zu ├╝berraschen und perfekte Fotos abzuliefern und zwar direkt aus der Kamera und nicht aus Photoshop!

Es ist mega spannend. Das geballte Wissen an Bord ist der Hammer. Jos, Unterwasserfotograf aus den Niederlanden, seines Zeichens Landesmeister und Europameisterschaftsteilnehmer, erkl├Ąrt mir wie seine Snoots – das sind R├Âhren, die den Blitz auf einen winzigen Punkt reduzieren – f├╝r die Blitze funktionieren. Er zeigt uns einige seiner grossartigen Fotos auf dem Handy. Ich bin gerade nicht sicher, ob mich das motiviert oder demotiviert? Ok, unser Ziel ist es am morgigen Wettbewerb m├Âglichst nicht den letzten Rang zu belegen und so viel wie m├Âglich von den erfahrenen Wettbewerbsfotografen zu lernen.

Nicht nur die Fotografen m├╝ssen gut vorbereitet sein, wie wir von Jos erfahren. Es gibt auch eine Wettbewerbskategorie f├╝r das beste Model und diese Kategorie gewinnt man nicht, wenn man einfach nur gut taucht. Es beginnt beim Anzug, denn ein typischer schwarzer Tauchanzug ist quasi tabu. Etwas knalliges muss es sein, damit das Model auf den Fotos auch gut erkennbar ist. Wenn m├Âglich noch eine spezielle Modelmaske, farblich abgestimmte Flossen und so wenig wie m├Âglich an herumh├Ąngendem Equipment beim Tauchen.

Fabio, ein sehr erfolgreicher Wettbewerbsfotograf aus Italien erg├Ąnzt, dass Bilder auf denen Luftblasen sind, von der Jury gerade aussortiert werden und dass die Haltung des Tauchmodels stimmig sein muss.

Auff├Ąllig ist auch, dass alle anderen mit Nikon fotografieren und ich der einzige Canonist bin – ups. Fabio erkl├Ąrt mir, dass alles was man unter Wasser machen kann erlaubt ist. Und mit den Nikons kann man deutlich mehr. Beispielsweise zwei einzelne Fotos mit einem Image Overlay zu einem zusammenf├╝gen. Tja, das und vieles andere kann meine in die Jahre gekommene Canon 5D MKII gar nicht.

Die Sirene ert├Ânt, los geht's...

Heute ist der spannende Tag. Nach dem Gruppenfoto mit ├╝ber 60 Teilnehmern aus 10 Nationen und vielen Helfern werden die Teilnehmer auf 4 Tauchboote verteilt. Bevor es los geht, m├╝ssen alle Teilnehmer ihr Kamerageh├Ąuse mit einem Aufkleber “versiegeln” lassen. Nat├╝rlich muss die Speicherkarte in der Kamera leer sein. Damit dies sichergestellt ist, macht jeder Fotograf das erste Foto von einem Organisationsmitglied.

Nach gut 30 Minuten treffen wir mit zwei Tauchbooten am ersten Wettbewerbstauchplatz “Love Cave” bei der Insel Plavnik ein. Nun gilt es in max. 90 Minuten erlaubter Tauchzeit m├Âglichst gute Fotos in einer der drei vorgeschriebenen Kategorien Makro, Fisch und Weitwinkel mit oder ohne Model zu schiessen. Sabrina und ich versuchen unser Gl├╝ck zun├Ąchst mit Makro und Fisch. Die meisten andren Fotografen entscheiden sich f├╝r Weitwinkel. Egal, wir bleiben bei dem Entschluss und springen ins k├╝hle Nass. Die Startsirene ert├Ânt, wir tauchen ab und machen uns auf die Suche nach geeigneten Motiven. Kein leichtes Unterfangen wenn man den Tauchplatz nicht kennt. Wir entscheiden uns f├╝r einen gr├╝nlichen Schwamm als Makromotiv und einem Schleimfisch, der mir freundlich in die Kamera schaut, als Fischportrait.

Optimal ist der Schwamm f├╝r ein Makrobild nicht. Es d├╝rfte auch etwas Winzigeres sein. Leider verf├╝ge ich nicht, wie alle anderen, ├╝ber einen Acromat, mit dem man fast komplett ans Motiv heran kommt und so kleinste Lebewesen formatf├╝llend ablichten kann. So what, we’ll give our best!

Der zweite Wettbewerbstauchgang finden am Tauchplatz “Indiana” auf der Insel Plavnik statt. Das Kamerasetup ist auf Weitwinkel umger├╝stet. Jos ist so lieb und leiht Sabrina seinen gelb leuchtenden Anzug zum ├ťberziehen, damit das Model unter Wasser besser als im schwarzen Tauchanzug zur Geltung kommt.

Vor dem Tauchgang ist erneut ein Foto von einem der Helfer Pflicht. Bei diesem Tauchgang kommt es auf gute Kommunikation zwischen Sabrina als Tauchermodel und mir als Fotograf an. Aller Anfang ist schwer, aber nach und nach scheint Sabrina mein Zeichenchinesisch besser zu verstehen. Wir ben├Âtigen diverse VersucheÔÇŽ zu nah am Motiv, das Finimeter baumelt herunter, die Luftblasen sind noch im Bild, die Position ist zu niedrig, die Flossen sind zu weit auseinanderÔÇŽ usw. echt ein hartes St├╝ck Arbeit, aber Sabrina macht es grossartig. Letztlich gelingt uns das Foto, welches wir uns vorgenommen hatten und wir schauen ob, es noch weitere gute Fotospots gibt.

Geschafft wir haben ein Foto f├╝r jede Kategorie und begeben uns wieder an Bord. Nat├╝rlich wird auch zum Abschluss ein Foto von einem der Organisatoren an Bord verlangt. Es d├╝rfen max. 150 Fotos plus die 3 Kontrollfotos abgegeben werden. Wir haben die 150 Fotos jedoch nicht ausgesch├Âpft und m├╝ssen daher auch keine Bilder l├Âschen.

Zur├╝ck im Hafen von Punat wird unter Aufsicht eines Schiedsrichters das Geh├Ąuse ge├Âffnet, der Chip mit den Fotos ├╝bergeben und in einem Umschlag mit Namen versiegelt. Wir haben nun bis zum n├Ąchsten Morgen Zeit unsere 3 Fotos, je eines pro Kategorie, auszuw├Ąhlen und der Jury mitzuteilen. Das erledigen wir jedoch direkt und dann geht es auf die finale UWPM Party in einer sch├Ânen alten Galerie. Tolle Stimmung, Live Musik ÔÇŽ selbst Sabrina singt spontan mit Klavierbegleitung noch ein Halleluja. Das ben├Âtigen wir auch, um morgen nicht Letzter zu werden ­čśë Die Party ist ein sch├Âner Ausklang dieses f├╝r uns sehr lehrreichen Wettbewerbstages. Um 1.30 Uhr sind wir k.o. und verabschieden uns.

Tauchen, das kann Sabrina... aber wie f├╝hlt sie sich als Model?

Was hast du gedacht als ich dich auf den UWPM Cup angesprochen habe?
Ich fand die Idee sehr cool, zudem war ich sehr verwundert das es so einen Wettbewerb gibt. Aber ich konnte  mir nicht ganz vorstellen was mich da erwarten wird.

Wie hast du dich gef├╝hlt als es endlich los ging?
Ich war aufgeregt und nerv├Âs. Da wir ja sehr wenig Erfahrung hatten, wusste ich nicht ob es uns m├Âglich sein wird, ├╝berhaupt Bilder zu schiessen, die wir abgeben k├Ânnen. Als wir dann unter Wasser waren, wurde der Stress nur noch gr├Âsser. Beim Makro und Fisch Foto konte ich selber nicht ganz so viel helfen. Ich habe ├╝berall gesucht um irgendein gutes Motiv zu finden hatte aber leider nicht so grossen Erfolg dabei.

Was hat dich ├╝berrascht?
Ich habe mir den Event viel kleiner vorgestellt. Auch h├Ątte ich nicht gedacht das es so ÔÇśprofessionelleÔÇÖ Unterwasserfotografen gibt. Ich war aber sehr positiv von den Teilnehmern ├╝berrascht, da sie ihre ÔÇśgeheimenÔÇÖ Tipps und Tricks offen weitergegeben haben. Zudem war ich ├╝berrascht, das die anderen Models sogar mit speziellem Equipment ausger├╝stet waren.

Was hat dir gefallen, wie waren die anderen Models?
Mir hat es sehr gefallen, andere Fotografen zu beobachten und von den Models zu lernen. Die anderen Models waren sehr gut ausger├╝stet. Ich durfte f├╝r meinen Modeltauchgang zum Gl├╝ck einen Anzug ausleihen, was mich sehr gefreut hat. Es hatte Models dabei die sehr erfahren waren und andere die genau wie ich noch nicht viel Erfahrung hatten.

Was war besonders am Modeln als Taucherin?
F├╝rs Modeln musste ich mich sehr konzentrieren. Man muss sehr gut Tarieren k├Ânnen und sich auch gleichzeitig auf mehrere Sachen konzentrieren, z.B. musste ich entspannt gucken und dabei die Haltung nicht verlieren, auch bei Str├Âmung.

Was ist dein Fazit?
Der Event hat sehr viel Spass gemacht. Doch ich muss sagen, das man um gut zu sein doch ein wenig Erfahrung und viel ├ťbung braucht, sowohl als Model als auch als Fotograf.

Bist du n├Ąchstes Jahr wieder dabei?
Wenn mein Studium, die Praktika und die Pr├╝fungen das erlauben, w├╝rde ich sicher gerne wieder mitkommen. ­čśë Es war ein super Wochenende.

Die Neugier ├╝berwiegt...

SonntagÔÇŽ wir haben noch ca. 10 Stunden Autofahrt vor uns. Die Bekanntgabe der Ergebnisse durch die Jury erfolgt fr├╝hestens um 15 Uhr. Sabrina und ich sind jedoch so neugierig auf die Fotos der erlesenen Mitstreiter und nat├╝rlich auf die Ergebnisse, dass wir es in Kauf nehmen erst am fr├╝hen Morgen zur├╝ck in der Schweiz zu sein. Ab15 Uhr steigt die Spannung von Minute zu Minute. Alle Teilnehmer stehen gespannt vor der Eingangst├╝r zur Galerie Tos, hinter der die Jurymitglieder noch immer die Bilder bewerten. Um 15.39 Uhr ├Âffnet sich die T├╝re und Damir hat die Ergebnisliste in der Hand. Alle dr├Ąngen sich zum bersten gespannt zur T├╝r, um die Rangliste zu ersp├Ąhen.

Foto aus der Kategorie "Fisch" von Jos Broere

Jos wird im Gesamtranking guter Vierter. Sein Image Overlay Foto in der Kategorie Fisch ist fantastisch.

Wie erwartet, m├╝ssen wir der Liste ziemlich weit nach unten folgen, bis wir auf dem vorletzten Platz erscheinen. Immerhin, haben wir unser Minimalziel, nicht letzter zu werden, erreicht. Und wenn man das Ranking umdreht sind wir sogar Zweiter ­čśë

Viel wichtiger als der Platz ist jedoch, dass wir einem tollen Event beiwohnen durften, viel dazu gelernt haben und last but definetly not least, viele tolle Leute kennengelernt haben.

Zum Schluss daher noch einen ganz besonderen Dank an Kati und Damir f├╝r die Organisation des Unterwasser Photomarathons 2018. Wenn das Partybier n├Ąchstes Jahr etwas l├Ąnger k├╝hl ist, kommen wir sicher wieder ­čśë

Fotogalerie

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Edeltraud Frenzer

    Liebe Lia, spannend lese ich was du wieder alles erlebt hast., ganz sch├Ân mutig vom Felsen in den Wasserfall zu springen. Auch immer wieder andere Tiere hast du schon gesehen, wie das stachelschwein, B├╝ffelaffen, das kleine Baby├Ąffchen habe ich auf dem Bild gefunden.,
    Mit dem Kajak war bestimmt auch ein Erlebnis und morgens brauchtest du auch keinen Wecker , da haben dich schon die B├╝ffelaffen geweckt.
    Ja und mit dem Angeln hat es nicht geklappt, die Fischen dachten, oh heute kommt Lia und will uns erwischen, das geht gar nicht, wir gehen in Tauchposition. super, jeden Tag erlebt ihr etwas Neues und aufregendes , das ist schon eine Reise wert. Viel Spa├č !! Lb. Gr├╝├če, Oma

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