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Reisen – Tauchen lernen. Aber wo? Zu Hause oder im Urlaub?

TauchanfĂ€ngerkurs zu Hause oder im Ausland wĂ€hrend des Urlaubs? Unsere Checkliste hilft dir bei der Entscheidung. Im Interview mit TauchschĂŒlerin Anette erfĂ€hrst du zudem welche Erfahrungen sie bei der Ausbildung auf Malta mit Maltaqua gemacht hat.

Soll ich meinen Tauchschein im Ausland machen?

Eintauchen in die Faszination der Unterwasserwelt! In den vergangenen Jahren hat der Tauchsport viele neue Freunde gewonnen und das Interesse an der dem Menschen noch weitgehend unbekannten Unterwasserwelt ist weiter im AufwÀrtstrend. Doch wo die ersten Schritte oder besser gesagt, die ersten FlossenschlÀge wagen?

Diese Frage stellen sich viele AnfĂ€nger. HĂ€ufig ist es eine spontane Entscheidung im Urlaub, im  Sinne von „Gelegenheit macht Taucher.“ Doch was tun, wenn man sich bewusst fĂŒr eine Tauchausbildung entscheidet und sich fragt, ob man diese in der Heimat oder im Ausland anstreben möchte?

Vorab sei erwĂ€hnt, ein richtig oder falsch gibt es hier nicht. Vielmehr sind die individuellen BedĂŒrfnisse entscheidend.

So stellt sich beispielsweise die Frage, ob man bereit ist im Urlaub mindestens 5 Tage fĂŒr die Tauchtheorie und die praktische Ausbildung zu ‚opfern’ oder dies zu Hause tut, um im Urlaub gleich vom TauchvergnĂŒgen profitieren zu können. Andererseits kann das Lernen am Strand auch entspannter sein, wenn dies fern ab vom daily business erfolgt.

Neben den persönlichen Vorlieben sollten jedoch einige Punkte geklĂ€rt werden, wenn eine Ausbildung im Ausland bevorzugt wird. Um im Urlaub keine unliebsamen Überraschungen zu erleben, sollte man sich hierfĂŒr auf jeden Fall schon vor dem Urlaub Zeit nehmen.

Unsere Checkliste fĂŒr deine Entscheidung:

Die nachfolgende Checkliste sollte bei der Entscheidung behilflich sein:

  • Welche Ausbildungen bietet die Tauchschule an?
    => Schnuppertauchen, AnfÀnger-, Fortgeschrittenen-, Spezialkurse
  • Welchem Tauchverband gehört die Tauchschule an?
    => Die bekanntesten sind sicher PADI, CMAS, SSI
  • Werden deutschsprachiges Kursmaterial und eine PrĂŒfung auf Deutsch angeboten?
  • Gibt es deutschsprachige Tauchlehrer?
  • Ist eine Ă€rztliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung vorhanden?
  • Was kostet die Ausbildung?
  • Wie viel Zeit wird im Urlaub fĂŒr den Kurs benötigt?
  • Wie viele TauchschĂŒler sind maximal in einem Kurs bzw. wie ist das VerhĂ€ltnis Tauchlehrer / TauchschĂŒler?
  • Wie ist der Ablauf des Kurses?
  • Finden die Übungen direkt im Meer oder zunĂ€chst im Schwimmbecken statt?
  • Kann der Kurs ggf. flexibel an die individuellen Rahmenbedingungen des Urlaubs angepasst werden?
  • Gibt es einen Shuttle-Service von der Tauchbasis zum Hotel?
  • Ist die Jahreszeit am geplanten Urlaubsziel gĂŒnstig zum Tauchen?
  • Last, but not least… Hole dir ein GefĂŒhl ĂŒber die Tauchbasis ĂŒber Meinungen anderer Taucher:
    Gute Quellen hierfĂŒr sind das Forum: www.taucher.net  oder auch der direkte Kontakt mit der Basis

Die richtige Tauchbasis vor Ort wÀhlen

Die erste Fragestellung ist meist der Preis. HĂ€ufig ist dieser ein besonderer Anreiz, die Ausbildung im Ausland zu machen. Allerdings sollte der Preis allein nicht ausschlaggebend sein.

Tauchen ist grundsĂ€tzlich eine sichere Sportart, sofern man die spezifischen Bedingungen in der Tiefe versteht und beachtet. Ein Fehlverhalten kann durchaus zu schweren gesundheitlichen BeeintrĂ€chtigungen fĂŒhren. Eine gute Ausbildung ist daher das A und O, um die Tiefen der Meere mit einem sicheren GefĂŒhl im Bauch genießen zu können.

Welche Möglichkeiten bieten sich nun, um aus der Ferne zumindest ein gutes GefĂŒhl fĂŒr die QualitĂ€t einer Tauchbasis zu bekommen? SelbstverstĂ€ndlich ist das Internet hier eine große Hilfe. Meist ist es recht einfach, per Suchmaschine Tauchbasen in dem gewĂŒnschten Urlaubsziel ausfindig zu machen. Einen ersten Eindruck von der Tauchbasis kann man sich i.d.R. schon auf deren Homepage machen. Diese beantwortet auch hĂ€ufig schon eine Reihe der in der Checkliste aufgefĂŒhrten Fragestellungen.

Eine weitere wichtige Quelle sind Taucherforen im Internet, wie z.B. www.taucher.net Hier findet sich kaum eine Tauchbasis, zu der es keinen Erfahrungsbericht gibt. Zudem gibt es die Möglichkeit, direkte Fragen an das Forum zu senden.

Last but not least, sollte man sich nicht davor scheuen, den direkten Kontakt zu suchen. Via Telefon oder Email bekommt man schon einen ersten Eindruck, wie bemĂŒht die Tauchbasis ist und welchen Service man dann auch vor Ort erwarten darf.

Sofern die persönlichen Urlaubsplanungen wenig Zeit fĂŒr die Ausbildung lassen, macht es beispielsweise Sinn, die Restriktionen der Tauchbasis mitzuteilen und vorab einen möglichen Ablauf mit der Tauchschule abzustimmen. Hier zeigen sich oft bereits erhebliche Unterschiede in der FlexibilitĂ€t und der Bereitschaft auf KundenbedĂŒrfnisse einzugehen.

Auch die Frage nach deutschsprachigen Tauchlehrern in dem geplanten Zeitraum sollte man bei Bedarf direkt an die Tauchbasis richten. Tauchlehrer sind ĂŒblicherweise Saisonangestellte. Es ist also durchaus denkbar, dass gerade zu Beginn oder zum Ende einer Saison kein deutschsprachiger Tauchlehrer verfĂŒgbar ist, auch wenn dies z.B. noch auf der Homepage so verzeichnet ist. Kurs- und PrĂŒfungsunterlagen sind ebenfalls noch kein ausreichender Hinweis darauf, dass man sich ĂŒber Wasser auf Deutsch mit dem Tauchlehrer unterhalten kann.

Um die EindrĂŒcke einer Ausbildung im Ausland aus erster Hand zu erfahren, habe ich TauchschĂŒlerin Anette aus Deutschland wĂ€hrend ihrer Ausbildung zum Open Water Diver (OWD) bei Maltaqua auf Malta begleitet.

Die Auswahl einer geeigneten Tauchbasis war der erste Schritt fĂŒr Anette. Nach Kontakten zu mehreren Tauchbasen fiel die Wahl auf Maltaqua. Sie haben sich sehr bemĂŒht, den OWD-Kurs an Anettes BedĂŒrfnisse anzupassen. Ein positiver Nebeneffekt war zudem, dass Maltaqua ĂŒber eigene Appartements ganz in der NĂ€he der Tauchbasis verfĂŒgt. So war auch gleich die Unterkunft vor Ort geklĂ€rt.

 

Vom Hobby zur Tauchbasis

Nach unserer Ankunft auf Malta wurden wir von Mike persönlich abgeholt. Mike ist auf Malta geboren, jedoch in Schottland aufgewachsen. Der heute 70jĂ€hrige ist immer noch begeistert vom Tauchsport. Vor 40 Jahren hat es ihn zurĂŒck nach Malta gezogen. 1970 hat er mit seiner Frau Agnes begonnen, eine Tauchschule aufzubauen. Was zunĂ€chst eher Hobbycharakter hatte, ist im Laufe der Zeit zum Lebensinhalte der beiden geworden.

Die GĂ€ste von Maltaqua profitieren daher nicht nur von der langjĂ€hrigen Erfahrung von Mike und Agnes, sondern auch davon, dass die beiden wirklich Freude am Tauchen haben und mit Begeisterung dafĂŒr sorgen, dass möglichst alle WĂŒnsche der GĂ€ste erfĂŒllt werden.

Jetzt heißt es Schulbank drĂŒcken

Den Wunsch, ganz auf FormalitĂ€ten zu verzichten, können die beiden selbstverstĂ€ndlich nicht erfĂŒllen. So wird Anette zunĂ€chst ĂŒber die allgemeinen Risiken des Tauchens informiert und die gesundheitlichen Voraussetzungen werden ĂŒberprĂŒft. Der Papierkram ist jedoch schnell erledigt und schon geht es ins Klassenzimmer, die Schulbank drĂŒcken.

Die erste Lektion entfĂŒhrt Anette und eine weitere TauchschĂŒlerin per Video in die Unterwasserwelt. Anschließend werden die Lehrinhalte des Videos zusammen mit dem Tauchlehrer vertieft. Auf dem Stundenplan steht u.a. die Tauchphysik. Die unterschiedlichen DruckverhĂ€ltnisse unter Wasser haben einen großen Einfluss auf den menschlichen Körper und stellen somit ein enorm wichtiges Wissensgebiet fĂŒr Taucher dar.

NatĂŒrlich bedarf es auch eines speziellen Equipments, um sich ĂŒberhaupt fĂŒr eine lĂ€ngere Zeit unter Wasser aufhalten zu können. Die jeweiligen AusrĂŒstungsteile wie Tarierungsjacket, Lungenautomat, AnzĂŒge oder Tauchcomputer werden im Unterricht erklĂ€rt, bevor sie zum ersten Mal angelegt werden.

Schneller als erwartet geht es dann aber fĂŒr die beiden Tauchlehrlinge in das nasse Element. Malta  hat hier den Charme, dass es TauchplĂ€tze gibt, die vom Land aus erreichbar sind und sich sehr gut fĂŒr die Ausbildung eignen. Im Übrigen gibt es hier meist auch interessante Alternativen fĂŒr bereits ausgebildete Taucher. So ist es in Cirkewwa beispielsweise kein Problem, wenn einer die Ausbildung macht und der Reisepartner am gleichen Tauchplatz das Wrack des 1991 versenkten Schleppers Rozi oder des Grenzpatrouillenboots P29 betaucht.

 

Hier macht auch Anette ihre ersten Erfahrungen. ZunĂ€chst gibt es ein ausfĂŒhrliches Briefing, d.h. eine ErklĂ€rung wie der Übungstauchgang ablĂ€uft, dann wird das Equipment parat gemacht und angelegt. Zum Schluss noch der Buddy-Check, um zu schauen, ob der Tauchpartner auch alles korrekt angelegt hat und alle AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde funktionieren, und ab ins Wasser …

WĂ€hrend der erforderlichen 5 ÜbungstauchgĂ€nge werden  z.B. das An- und Ablegen des Bleigurtes, das Herausnehmen des Atemreglers, das Ausblasen einer vollgelaufenen Maske oder die Verwendung eines Kompass unter Wasser ausgiebig geĂŒbt.

Die ein oder andere Übung kostet Anette sichtlich Überwindung, aber last but not least meistert sie alle erforderlichen PraxisĂŒbungen und am Ende der PraxisĂŒbungen steht zur Belohnung noch eine wenig „normales Tauchen“ an. In Cirkewwa werden die Tauchlehrlinge von einer Statue der Madonna behĂŒtet.

Von Tag zu Tag freundet sich Anette mehr und mehr mit der „neuen“ Welt an. Die Tarierung unter Wasser klappt immer besser und die Vorfreude auf den ersten Tauchgang ohne Übungen steigt.

Bevor es jedoch soweit ist, muss Anette noch nachweisen, dass sie auch die Theorie verstanden hat. Gut vorbereitet ist der Multiple-Choice-Test jedoch kein Problem.

Nach 5 Theorieeinheiten im Klassenzimmer, 5 ÜbungstauchgĂ€ngen und 4 FreiwassertauchgĂ€ngen ist es dann endlich geschafft und Anette darf sich mit dem Open Water Diver Brevet auch zur Tauchgemeinde zĂ€hlen.

 

VielfĂ€ltige TauchplĂ€tze fĂŒr AnfrĂ€nger und erfahrene Taucher

Am ersten Tag als Taucherin erwartet Anette gleich ein besonderes Highlight. Eine Forschungsbasis fĂŒr das Verhalten von Thunfischen ermöglicht es Tauchern, mit bis zu 2.5 m langen Thunfischen zu tauchen und diese zu fĂŒttern. Die Geschwindigkeit, mit der die riesigen Thunfische ganz eng an den Tauchern vorbeischießen, lĂ€sst den ein oder anderen Mittaucher zusammenzucken.

DarĂŒber hinaus ist Malta fĂŒr die Vielzahl an Wracks sowie die wundervollen TauchplĂ€tze z.B. am Blue Hole auf der Nachbarinsel Gozo bekannt. Einige der Wracks sind selbst fĂŒr AnfĂ€nger betauchbar, wovon Anette ebenfalls profitiert.

Als Fazit lĂ€sst sich sagen, dass sich Malta von den Voraussetzungen her sehr gut fĂŒr AnfĂ€nger und fĂŒr einen Kurs im Ausland eignet. Der Ausbildungsstandard ist zumindest bei Maltaqua sehr hoch.

 

Malta - Azzure Window

Auf dem Weg zu den Tauchlokationen bieten sich ab und an auch kuriose Anblicke, wie der unkomplizierte Esel-Transport auf der LadeflÀche eines kleinen LKW

Mein Restaurant-Tipp - "Tarragon"

Neben den VorzĂŒgen fĂŒr Taucher hat Malta natĂŒrlich auch landschaftlich, kulturell und kulinarisch einiges zu bieten. Das bizarre Azurre Window auf der Nachbarinsel Gozo ist ein unverzichtbares Highlight bei einem Besuch der maltesischen Inseln. FĂŒr besondere Gaumenfreuden sorgt zum Beispiel das Tarragon, dass mehrfach zum besten Restaurant Maltas gewĂ€hlt wurde. Aus dem Restaurant genießt man zudem einen herrlichen Blick auf die in Abendstimmung getauchte St. Pauls Bucht bietet.

Wie Anette die Ausbildung selbst gesehen hat und was ihre positiven sowie negativen Erfahrungen waren, schildert sie in Interview mit mir.

Gut zu wissen

Flag of Malta
Land:Malta
Lage:SĂŒdeuropĂ€ischer Staat im Mittelmeer zwischen der Insel Sizilien und dem afrikanischen Kontinent gelegen.
GrĂ¶ĂŸe:Die maltesischen Inseln liegen im Mittelmeer etwa 95 km sĂŒdlich von Sizilien, 290 km östlich von Tunesien und 360 km nördlich von Libyen am
östlichen Ende der Straße von Sizilien. Die drei grĂ¶ĂŸten Inseln Malta (246 qkm), Gozo (70 qkm) und Comino (3 qkm) sind bewohnt.
Hauptstadt:Valletta
Bevölkerung:ca. 406 Tausend Einwohner
Sprache:Maltesisch, Englisch
Religion:Die Mehrheit der maltesischen Bevölkerung (98 %) ist römisch-katholisch. Daneben gibt es nur einige wenige Protestanten, Orthodoxe, Juden und Muslime.
Geld:Seit Anfang 2008 hat auch Malta den Euro eingefĂŒhrt.
Visum:Die Einreise nach Malta ist mit einem gĂŒltigen Reisepass oder Personalausweis möglich.
Tauchgenehmigung:45 $US
Zeit:mitteleuropÀische Zeit (MEZ)
Medizinische Hinweise:Es sind keine spezifischen Impfungen vorgeschrieben (ohne GewÀhr). Akutelle Informationen vor der Reise einholen.
Elektrische Spannung: 220 V
Information im Web: www.maltaqua.com

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