Töpferei-Handwerkskunst in Perfektion
Versteinerte Baumstämme
Im Eingangsbereich der kleinen privaten Töpferei von Desideria Perez liegen seltsam weißliche Baumstämme herum. Eli, unser Reiseführer, meint wir sollen mal versuchen einen davon zu heben. Ups, die sind verdammt schwer! Es handelt sich um versteinere Baumstämme. Wahrscheinlich sind diese Baumstämme schon Millionen von Jahren alt, denn so lange kann der Versteinerungsprozess dauern.
Beim Versteinerungsprozess werden Baumstämme z. B. von Schlamm luftdicht überdeckt, wodurch der Zerfallsprozess des Holzes extrem verlangsamt wird. Mineralien, die im umgebenden Wasser gelöst sind, dringen in die Zellstruktur des Holzes ein und ersetzen allmählich die organischen Bestandteile. So bleibt die Baumstruktur erhalten. Sind alle organischen Zellen komplett durch Mineralien ersetzt bleibt ein versteinerter Baumstamm übrig.
Desideria beherrscht ihr Töpferei-Handwerk
Seit über 50 Jahren töpfert Desideria in ihrer kleinen privaten Töpferei. Auf ihre besonders herzliche Art zeigt sie Touristen seit vielen Jahren, wie sie ihre Töpferwaren mit einfachsten Mitteln und in purer Handarbeit herstellt.
Für ihr Engagement wurde Desideria im Jahr 2022 sogar von der Cámara Nacional de Turismo de Honduras ausgezeichnet.
Vom Rohmaterial zum verarbeitbaren Ton
Alles beginnt mit einem simplen Klumpen Bergerde. Dieser lässt sich jedoch in seiner ursprünglichen Konsistenz nicht gut verarbeiten. Zunächst bleibt das Rohmaterial für zwei Tage in der Sonne und wird leicht getrocknet, bevor es 8 Tage ins Wasser kommt. Danach ist das Rohmaterial ziemlich weich, weshalb feiner Sand hinzu gemischt wird. Der Mischvorgang erfolgt nicht maschinell, sondern in „Fußarbeit“, sprich Sand und Ton werden so lange mit den Füssen geknetet, bis die richtige Konsistenz erreicht ist.
Der Konsistenzcheck erfolgt mit der Zunge. Sobald sich die Masse auf der Zunge wie Schmirgelpapier anfühlt ist sie perfekt für die weitere Verarbeitung. Unsere Mädels finden es besonders lustig, dass die Masse zuerst mit den Füßen verarbeitet und dann mit der Zunge „abgeschmeckt“ wird. Lecker!
Jetzt wird getöpfert - natürlich von Hand
Nun kann Desideria mit der eigentlichen Töpferarbeit beginnen. Sie formt mit ihren bloßen Händen Krüge, Töpfe und Schalen in jeder Größe. Für einen der besonders imposanten Tonkrüge braucht Desideria 14 Tage bis zur Fertigstellung.
Unsere Mädels dürfen sich nun auch daran versuchen ein kleines rundes Töpfchen zu formen. Das macht natürlich Spaß, ist aber längst nicht so einfach, wie es bei Desideria aussieht.
Der Feinschliff darf in einer guten Töpferei nicht fehlen
Die Form des Töpfchens ist schon ganz ansehnlich. Nun geht es an den Feinschliff. Auch hierfür verwendet Desideria kein professionelles Werkzeug, sondern Materialien aus der Natur. Zunächst wird die Außenwand mit dem Kern eines Maiskolbens grob geglättet. In einem zweiten Glättungsschritt verwendet Desideria einen länglichen glatten Stein.
Das Brennen im Ofen sorgt für die nötige Festigkeit
Nachdem der letzte Feinschliff fertig ist, beginnt der Trocknungsprozess, um das Material auszuhärten. Hierzu werden die fertigen Töpferstücke zunächst zwei Tage in der Sonne getrocknet, um ein zu schnelles Trocknen zu vermeiden. Zur vollständigen Aushärtung werden die Töpfererzeugnisse vier Stunden im Ofen im Garten gebrannt.
Die Farbe und Hochglanzpolitur dürfen nicht fehlen
Wie sollte es auch anders sein: Auch die Farbe aus der Natur gewonnen. Die rote Erde eignet sich perfekt, um den Töpfereiwaren den typisch rot-braunen Farbton zu verleihen. Um eine deckende Farbschicht zu erhalten, werden die Töpfereiprodukte mehrfach mit dem Gemisch aus Wasser und roter Erde bestrichen. Den finalen Glanz erzielt Desideria indem sie jedes einzelne Stück erneut mit einem glatten Stein hochglanzpoliert.
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Designerlampe in der Töpferei
Nicht nur die Töpferwaren entstehen in Handarbeit. Desideria ist auch sonst pragmatisch und sorgt mit einer selbst hergestellten „Designerlampe“ für eine gute Beleuchtung in ihrer Töpferei.
Fazit
Unter einem Töpferei-Besuch hatte ich eine Fabrik mit Fokus aufs Verkaufen befürchtet. Der Besuch in der kleinen privaten Töpferei von Desideria ist genau das Gegenteil. Ihre Herzlichkeit und die Möglichkeit selbst Hand anzulegen, lassen den Besuch zu einem besonderen Erlebnis werden. Sofern dich Alltag, Kultur und traditionelles Handwerk interessieren, wirst du sicher Freude an einem Besuch bei Desideria haben.
Beste Reisezeit - La Campa, Honduras
In der Zeit von Februar bis April sind die Temperaturen angenehm (17 °C bis 30 °C) und es regnet kaum, weshalb sich dieser Zeitraum besonders gut für einen Besuch in Honduras eignet. Grundsätzlich ist die Gegend um Gracias jedoch ganzjährig zu bereisen, denn auch in der Regenzeit ist eher mit heftigen Schauern als mit Dauerregen zu rechnen. Die Töpferei in La Campa ist allenfalls auch ein Ausflugstipp für regnerische Tage.
Aktuelles Wetter in La Campa, Honduras
Gut zu wissen
| Land/Ort: | Republik Honduras |
| Lage:: | Honduras liegt in Zentralamerika an der breitesten Stelle der Landbrücke zwischen Süd- und Nordamerika. Das Land grenzt im Süden an Nicaragua, im Nordwesten an Guatemala und im Südwesten an El Salvador. Im Süden des Landes liegt ein relativ kleiner Küstenabschnitt am Pazifik. Die karibische Atlantikküste im Norden des Landes ist um ein Vielfaches länger. |
| Größe: | Honduras hat eine Fläche von 112.090 km² |
| Hauptstadt: | Tegucigalpa |
| Bevölkerung: | ca. 10,6 Mio. Einwohner (2023) von den ca. 1 Mio. in der Hauptstadt leben |
| Sprache: | Spanisch |
| Religion: | ca. 88% christlich, überwiegend katholisch (47%) |
| Geld: | Lempira (HNL) (Stand 2025: 1 EUR = 30 HNL) - hohe Inflation - als "Zweitwährung" fungiert der US-Dollar (USD) vor allem in touristischen Gebieten. Kleinere Zahlungen sind jedoch häufig nur in Landeswährung möglich. |
| Visum: | Bis 90 Tage kein Visum erforderlich. Die Einreise ist für Deutsche und Schweizer mit einem noch 6 Monate gültigen Reisepass möglich. |
| Zeit: | MEZ -7 Std. / Sommerzeit -8 Std. |
| Medizinische Hinweise: | Suche in jedem Fall frühzeitig vor deiner Reise einen Tropenarzt auf und prüfe deinen aktuellen Impfschutz. Aktuell wurden uns folgende Empfehlungen (ohne Gewähr) gegeben: Für alle Reisenden: • Tetanus • Diphtherie • Hepatitis A Für Langzeitaufenthalte oder Reisende die besonderen Risiken ausgesetzt sind: • Hepatitis B bei engen sozialen Kontakten • Typhus bei mangelhaften hygienischen Verhältnissen • Tollwut für Trekkingreisen und bei Langzeitaufenthalten in ländlichen Gebieten • Dengue-Fieber |
| Elektrische Spannung: | 110 V - US-Flachstecker Adapter für Deutsche und Schweizer Stecker erforderlich |