Manchmal muss man die Gelegenheit am Schopfe packen. Als uns auf dem Weg zu den Maya-Ruinen von Copan eine riesige schwarze Rauchwolke auffällt, fragen wir uns, was das wohl ist. Eli, unser Reiseführer von Mesoamerica Tours ist sehr bemüht und ergreift gleich die Gelegenheit uns den Prozess der Kalkherstellung von Hand Schritt für Schritt zu zeigen.
Wie wird aus Sandstein Kalk hergestellt?
9 x 24 Stunden im Brennofen
Die Gegend, durch die wir fahren ist reich an Kalksandstein (Limestone). Es ist kaum vorstellbar, dass aus dem harten Steinbrocken später pudriger Kalk entsteht.
Die Sandsteinbrocken werden in den Schlund eines riesigen Brennofens gekippt. Der Ofen hat oben einen Durchmesser von 2 bis 3 Metern und wird von unten kontinuierlich beheizt. Die Sandsteine werden 9 Tage lang ununterbrochen gebrannt.
Als Brennmaterial dient alles, was brennt, vor allem Stoffe und Altplastik (s. Titelbild). Na gut, nicht ganz alles. Eli erzählt uns, dass früher vorwiegend alte Autoreifen verbrannt wurden. Das wurde allerdings von der Regierung aus umwelttechnischen Gründen verboten. Ob Plastik die bessere Wahl ist? Es ist sicherlich eine Umweltsünde, jedoch ist die Kalkherstellung auch der Lebensunterhalt der Bevölkerung in dieser Region.
Wasser erzeugt eine chemische Reaktion
Nach neun Tagen im Brennofen sehen die Steine weißlich aus, sind aber immer noch steinhart. In diesem Zustand wird Wasser auf den gebrannten Kalksandstein gegeben. Hierdurch wird eine chemische Reaktion ausgelöst. Es entsteht eine enorme Hitze und der Stein beginnt zu qualmen. Plötzlich bilden sich erste Risse, und der Sandstein beginnt nach und nach zu zerfallen.
Letztlich bleibt nur noch ein schneeweißes Pulver, eben der fertige Kalk, übrig.
Zu guter Letzt wird der fertige Kalk für den Versand in Säcken verpackt. Vielfach wird der Kalk für den Anstrich als weiße Farbe verwendet. Teils sorgt etwas Kalk beim Kochen auch dafür, dass Mais bekömmlicher wird. Wir haben bei unserem spontanen Zwischenstopp viel gelernt!

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Fazit
Fragen kostet nichts! Wir erleben die Menschen in Honduras als sehr freundlich und offen. Die Kalkproduktion gehört überhaupt nicht in unser Programm. Umso spannender ist es einfach in den Arbeitsalltag der Einheimischen einzutauchen und dabei noch zu lernen wie Kalk von Hand produziert wird.
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Beste Reisezeit - Copán, Honduras
In der Zeit von Februar bis April sind die Temperaturen angenehm (17º bis 30º) und es regnet kaum, weshalb sich dieser Zeitraum besonders gut für einen Besuch dieser Gegend eignet. Grundsätzlich ist die Gegend von Copán jedoch ganzjährig zu bereisen, denn auch in der Regenzeit ist eher mit heftigen Schauern als mit Dauerregen zu rechnen.
Aktuelles Wetter in Copán Ruinas, Honduras
Gut zu wissen
| Land/Ort: | Republik Honduras |
| Lage:: | Honduras liegt in Zentralamerika an der breitesten Stelle der Landbrücke zwischen Süd- und Nordamerika. Das Land grenzt im Süden an Nicaragua, im Nordwesten an Guatemala und im Südwesten an El Salvador. Im Süden des Landes liegt ein relativ kleiner Küstenabschnitt am Pazifik. Die karibische Atlantikküste im Norden des Landes ist um ein Vielfaches länger. |
| Größe: | Honduras hat eine Fläche von 112.090 km² |
| Hauptstadt: | Tegucigalpa |
| Bevölkerung: | ca. 10,6 Mio. Einwohner (2023) von den ca. 1 Mio. in der Hauptstadt leben |
| Sprache: | Spanisch |
| Religion: | ca. 88% christlich, überwiegend katholisch (47%) |
| Geld: | Lempira (HNL) (Stand 2025: 1 EUR = 30 HNL) - hohe Inflation - als "Zweitwährung" fungiert der US-Dollar (USD) vor allem in touristischen Gebieten. Kleinere Zahlungen sind jedoch häufig nur in Landeswährung möglich. |
| Visum: | Bis 90 Tage kein Visum erforderlich. Die Einreise ist für Deutsche und Schweizer mit einem noch 6 Monate gültigen Reisepass möglich. |
| Zeit: | MEZ -7 Std. / Sommerzeit -8 Std. |
| Medizinische Hinweise: | Suche in jedem Fall frühzeitig vor deiner Reise einen Tropenarzt auf und prüfe deinen aktuellen Impfschutz. Aktuell wurden uns folgende Empfehlungen (ohne Gewähr) gegeben: Für alle Reisenden: • Tetanus • Diphtherie • Hepatitis A Für Langzeitaufenthalte oder Reisende die besonderen Risiken ausgesetzt sind: • Hepatitis B bei engen sozialen Kontakten • Typhus bei mangelhaften hygienischen Verhältnissen • Tollwut für Trekkingreisen und bei Langzeitaufenthalten in ländlichen Gebieten • Dengue-Fieber |
| Elektrische Spannung: | 110 V - US-Flachstecker Adapter für Deutsche und Schweizer Stecker erforderlich |