Interview mit Tauchschülerin Anette – Tauchen lernen auf Malta.

Interview mit Tauchschülerin Anette – Tauchen lernen auf Malta.

Tauchanfängerkurs zu Hause oder im Ausland während des Urlaubs? Unsere Checkliste hilft dir bei der Entscheidung. Im Interview mit Tauchschülerin Anette erfährst du zudem welche Erfahrungen sie bei der Ausbildung auf Malta mit Maltaqua gemacht hat.

Soll ich meinen Tauchschein im Ausland machen?

Interview mit Tauchschülerin Anette

SeaStar:

Hallo Anette, Du hast gerade ganz frisch Dein Open Water Diver Brevet bestanden. Herzlichen Glückwunsch und willkommen in der Tauchergemeinde. Was war Dein Grund tauchen zu lernen?

Anette:

Von einigen Bekannten hatte ich immer wieder mal interessante Geschichten über deren Tauchurlaube gehört. Der konkrete Auslöser war dann, dass ein guter Freund mir eine Auswahl seiner Unterwasserfotos gezeigt hat, die mich einfach nur begeistert haben. ‚So etwas Schönes gibt es in der Natur wirklich?’ habe ich ihn gefragt, ‚du hast die Bilder nicht nachbearbeitet?’. Da war für mich klar, dass ich auch die Möglichkeit haben wollte, die Schönheit der Unterwasserwelt mit einigen Augen zu sehen, und dabei das vielgerühmte schwerelose Schweben im Wasser zu genießen.

Ich bin ein Mensch, der generell Spaß daran hat, sich neuen sportlichen Herausforderungen zu stellen. Und weil ich z.B. Skifahren auch erst vor ein paar Jahren gelernt habe und seitdem mit großer Begeisterung betreibe, dachte ich, es ist bestimmt nicht zu spät für mich, um mit dem Tauchen anzufangen.

SeaStar:

Hast Du vorher schon einmal einen Schnuppertauchgang gemacht?

Anette:

Ja, ich habe in einem Tauchturm in meiner Heimatstadt die Möglichkeit des Schnuppertauchens genutzt. Ich wollte dadurch herausfinden, ob Tauchen für mich überhaupt in Frage kommt. Denn wenn ich erst im Tauchurlaub selbst meine allerersten Erfahrungen gemacht und dabei gemerkt hätte, dass es einfach nichts für mich ist, sei es wegen Ohrproblemen, Unbehaglichkeit oder was auch immer, das wäre ja doch recht ärgerlich gewesen.

SeaStar:

… und danach hast Du Dich entschieden den Tauchschein zu machen?

Anette:

Genau. Ich war dann sehr neugierig darauf, wie „richtiges“ Tauchen funktioniert und wollte mich unbedingt der Herausforderung stellen.

Nach dem Schnuppertauchen war ich mir schon mal sicher, dass mich rein körperlich nichts vom Tauchen abhält. Was dann durch die für den Tauchurlaub notwendige tauchärztliche Untersuchung noch mal aus medizinischer Sicht bestätigt wurde.

SeaStar:

Du bist Deutsche und lebst zur Zeit in Österreich. War es für Dich von vornherein klar, dass Du die Prüfung nicht in Deiner Heimat oder Wahlheimat machst?

Anette:

Ja, schon. In meiner Vorstellung gehören Tauchen und Meer irgendwie zusammen. Über die österreichischen Seen hatte ich vor allem gehört, dass in denjenigen, die für Anfänger geeignet sind, die Sicht eher schlecht ist, und dass die wirklich beeindruckenden Seen andererseits nicht für den OWD-Kurs in Frage kommen.

SeaStar:

Was waren denn die wesentlichen Gründe für den Entscheid im Ausland tauchen zu lernen?

Anette:

Zum einen wollte ich den Tauchkurs mit Urlaub, Sonne, Entspannung verbinden und schon einen Vorgeschmack auf die wirklichen Tauchparadiese der Welt bekommen. Um keine zu lange und aufwändige Anreise auf mich zu nehmen, war es relativ schnell klar, dass es das Mittelmeer sein sollte.

Malta speziell hat sich angeboten, weil ich es als Land überhaupt spannend fand und wahnsinnig gerne kennen lernen wollte. Ich war mir vorher gar nicht bewusst, dass Malta ein EU-Land ist und seit Anfang 2008 auch den Euro hat. Wohl aber wusste ich, dass dort Englisch die Landessprache ist. Das hat mich auch noch in meinem Entschluss gefestigt, denn ich wollte vermeiden, dass sprachliche Verständigungsprobleme zu einer Schwierigkeit beim Tauchenlernen werden.

SeaStar:

Hattest Du keine Befürchtungen, dass die Qualität der Ausbildung im Ausland schlechter sein könnte?

Anette:

Nein, gar nicht. Diese Frage habe ich mir in Bezug auf Malta auch überhaupt nicht gestellt. Die Tauchschule (Anmerkung der SeaStar: www.maltaqua.com) hat seit der ersten Kontaktaufnahme einen seriösen und kompetenten Eindruck auf mich gemacht. Die Kommunikation schon im Vorfeld des Tauchkurses – meist per Email – war einwandfrei, alle meine Fragen wurden ausführlich beantwortet, ich hatte ein gutes Gefühl.

Außerdem habe ich ein gewisses Vertrauen, dass die großen internationalen Tauchorganisationen sich darum kümmern, dass die geforderten Qualitätsstandards der Tauchausbildung überall eingehalten werden.

SeaStar:

Warst Du zufrieden mit den Tauchlehren in Theorie und Praxis?

Anette:

Auf jeden Fall. Die Theorieteile sind ja die eher lästige Pflicht. Mein Tauchlehrer hat es aber verstanden, trotzdem alles sehr anschaulich und mit Spaß zu erklären. Bei allen praktischen Teilen war er sehr aufmerksam und stand mir mit Rat und Tat zur Seite.

Das ganze Team war sehr engagiert und professionell und hat dadurch eine angenehme Atmosphäre kreiert. Insgesamt kam der Spaß jedenfalls nicht zu kurz.

SeaStar:

Du hattest ja noch die ein oder anderen beruflichen Pflichten auf Malta zu erledigen und daher einen recht engen Zeitplan für den OWD Kurs, der eigentlich 5 Tage dauert. Hat die Tauchschule Maltaqua Dich dabei unterstützt oder war es schwierig das zu organisieren?

Anette:

Ich wurde beim Buchen des Kurses gebeten, bereits vor meiner Anreise nach Malta mindestens die ersten drei Kapitel des OWD-Buches durchgearbeitet zu haben. Das habe ich auch getan. Dadurch konnten wir recht zügig anfangen. Vor Ort wurde dann auch weiterhin sehr viel Rücksicht auf meine Zeitplanung genommen.

Auch von anderen Tauchschülern vor Ort habe ich gehört, dass die Tauchschule so weit wie möglich auf die individuelle Urlaubsplanung der einzelnen eingeht.

SeaStar:

Wie war Dein Eindruck von der Ausstattung der Tauchschule, also was Schulungsräume und Equipment betrifft?

Anette:

Ich habe natürlich noch keine wirklichen Vergleichsmöglichkeiten und kann deshalb wenig dazu sagen. Bezüglich der Ausstattung ist mir jedenfalls nichts negatives aufgefallen. Was sehr faszinierend ist, ist dass Mike in dem Gebäude der Tauchschule seit mehreren Jahrzehnten eine eigene kleine Produktion von Neoprenanzügen betreibt.

SeaStar:

Ist es nicht zu schade, einen Teil des Urlaubs im Klassenzimmer zu verbringen, die Nase in Bücher mit Tauchtheorie stecken und dann auch noch für eine Prüfung lernen zu müssen?

Anette:

Es gehört eben dazu. Aber der theoretische Teil hält sich ja in Grenzen. Vieles von dem, was man in der Theorie lernt, kann bzw. muss man ja dann auch direkt in der Praxis ausprobieren. Auf diese Art prägt sich so einiges ganz automatisch ein, so dass man eigentlich recht wenig reine Theorie büffeln muss. Einplanen sollte man aber generell, dass man an den Tauchtagen normalerweise ziemlich früh aufstehen muss.

SeaStar:

Wie viel Zeit hast Du für das Lernen der Theorie benötigt?

Anette:

Vor dem Urlaub habe ich an ein paar Abenden in dem Buch gearbeitet. Dadurch musste ich während des Urlaubs nicht mehr so viel machen.

Weil der Kurs ja sehr komprimiert ist, ist zum Zeitpunkt der Prüfung das Wissen, das man über die Tage gesammelt hat, noch sehr präsent und direkt abrufbar.

SeaStar:

Hast Du die Prüfung auf Deutsch gemacht?

Anette:

Nein, ich hatte mir das Buch auch schon in der englischen Fassung gekauft. Die Prüfung war ebenfalls auf Englisch.

SeaStar:

… warum denn auf Englisch?

Anette:

Ich fühle mich mit Englisch sehr wohl und habe kaum Verständigungsprobleme. Von daher war das für mich klar, dass ich keinen Sprachenmischmasch wollte, sondern Theorie, Praxis und Prüfung alles einheitlich in Englisch sein sollte. Meiner Meinung nach muss man aber generell kein Fremdsprachenprofi sein, um das alles auf Englisch zu machen. Die wenigen Fachbegriffe, wie z.B. „buoyancy“ oder die Namen der Ausrüstungsteile prägen sich schnell ein, weil immer wieder darüber gesprochen wird, und ansonsten geht es beim Tauchenlernen ja mehr um das Sehen, Verstehen und Selberausprobieren.

Darüber hinaus hätte bei Maltaqua dennoch auch mindestens eine deutschsprachige Tauchlehrerin zur Verfügung gestanden.

SeaStar:

Als es dann endlich ins Wasser ging … warst Du aufgeregt?

Anette:

Na klar. Es war ja alles neu. Beim Schnuppertauchen hatte ich damals so gut wie gar nichts selbst machen oder wissen müssen. Das Jacket wurde mir angezogen, seine Funktionalität wurde mir nicht erklärt. Und nun, vor meinem ersten „richtigen“ Tauchgang war ich plötzlich selbst für alles verantwortlich, wollte natürlich alles richtig machen und nichts von dem vergessen, was ich in der Theorie gelernt hatte.

Beim Anlegen der Ausrüstung habe ich mich mächtig unbeholfen gefühlt, alles war so neu und umständlich, so viele „Fremdkörper“ an meinem Körper.

SeaStar:

Wie hast Du Dich beim ersten Tauchgang gefühlt?

Anette:

Willst du das wirklich wissen? (lacht) Ich fand es schrecklich! Ich war ziemlich überfordert und unsicher, weil es eben so eine neue Situation war. Versuchen, die Tarierung einigermaßen hinzukriegen, die Zeichen des Tauchlehrers verstehen, die Übungen nachmachen, dabei dann auch noch möglichst ruhig atmen – irgendwie war das alles zu viel für mich.

SeaStar:

Oft sind die ersten Übungen im Pool. Du hast gleich im Meer mit den Übungstauchgängen begonnen. Hast Du das als Vorteil empfunden?

Anette:

Nein, für mich persönlich war das ein Nachteil, das sehe ich auch jetzt im Nachhinein noch so. Wir haben die ersten Übungen auf etwa vier Meter Tiefe kniend gemacht. An diesem ersten Tag herrschte ungünstigerweise auch noch eine relativ starke Dünung, so dass diese Umstände ganz schön zu meiner Verunsicherung beigetragen haben. Ich hatte bei vielen Übungen einfach die Befürchtung, dass ich Wasser schlucken oder gar einatmen könnte, falls ich mich gerade besonders ungeschickt anstellen sollte. Ich bin mir sicher, dass diese „Angst vor dem ersten Mal“ in einem Pool, ohne Salzwasser und bei geringerer Tiefe, gar nicht so in Erscheinung getreten wäre. Und alles, was ich dort schon einmal gemacht habe, hätte ich im Salzwasser dann auch wiederholen können. Statt dessen haben mich einige der ersten Übungen im Meer wirklich sehr viel Überwindung gekostet.

SeaStar:

Würdest Du es Tauchinteressierten empfehlen ihr Brevet im Ausland zu machen?

Anette:

Ich würde zunächst mal generell allen Interessierten empfehlen, überhaupt tauchen zu lernen, egal wo! Mich hat jedenfalls die Begeisterung gepackt.

Ich denke, dass es vor allem darauf ankommt, dass die Tauchschule einen seriösen Eindruck macht, egal in welchem Land sie sich befindet. Das kann man zum Beispiel daran erkennen, ob schon bei den ersten Anfragen individuelle und kompetente Antworten kommen. Wenn bereits bei der ersten Kontaktaufnahme erkennbar ist, dass es aus sprachlichen Gründen zu starken Verständigungsproblemen kommt, dann sollte man sich aber vielleicht lieber nach einer Tauchschule umsehen, die garantiert deutsch- oder englischsprachige Tauchlehrer hat.

Für eine Tauchschule im Ausland spricht ja vor allem, dass es dort vor Ort eine schönere und abwechslungsreichere Unterwasserwelt gibt als bei uns. Wobei man aber nicht vergessen sollte, dass auch deutsche und österreichische Tauchschulen interessante Tauchreisen anbieten, bei denen oft eine Kursteilnahme möglich ist.

SeaStar:

Welche Tipps würdest Du jemandem geben, der während der Ferien im Ausland einen Tauchkurs machen möchte?

Anette:

Das A und O ist, gut vorbereitet zu sein. Durch ein Schnuppertauchen noch vor dem Urlaub kann man ein Gefühl dafür bekommen, ob man wirklich Spaß am Tauchen haben wird. Wer auf dieses Ausprobieren verzichtet, muss sich schlimmstenfalls vor Ort einen Plan B überlegen, falls es mit dem Tauchen aus irgendwelchen Gründen nicht klappt. Gute Vorbereitung bezieht sich darüber hinaus vor allem darauf, dass man mit der Tauchschule die grobe Zeitplanung durchgesprochen hat. Dabei sollte man unbedingt Pufferzeit mit einplanen, damit man nicht zum Beispiel wegen zwei Tagen schlechten Wetters am Ende wieder nach Hause fliegen muss, ohne alle nötigen Tauchgänge für das Brevet gemacht zu haben.

Je besser man vorher über die örtlichen Gegebenheiten und den Ablauf des Tauchkurses informiert ist, desto weniger Stress entsteht dann auch im Urlaub. Denn das sollte ja auf keinen Fall passieren, dass der Spaß und die Erholung zu kurz kommen!

Gute Tauchschulen wie Maltaqua helfen aber auch gerne flexibel bei allen Fragen, die vor Ort noch auftauchen.

SeaStar:

Viele Dank für das Interview. Dann wünsche ich Dir viel Freude beim Entdecken der Unterwasserwelt und immer genügend Luft!

Gut zu wissen

Land:Malta
Lage:Südeuropäischer Staat im Mittelmeer zwischen der Insel Sizilien und dem afrikanischen Kontinent gelegen.
Größe:Die maltesischen Inseln liegen im Mittelmeer etwa 95 km südlich von Sizilien, 290 km östlich von Tunesien und 360 km nördlich von Libyen am
östlichen Ende der Straße von Sizilien. Die drei größten Inseln Malta (246 qkm), Gozo (70 qkm) und Comino (3 qkm) sind bewohnt.
Hauptstadt:Valletta
Bevölkerung:ca. 406 Tausend Einwohner
Sprache:Maltesisch, Englisch
Religion:Die Mehrheit der maltesischen Bevölkerung (98 %) ist römisch-katholisch. Daneben gibt es nur einige wenige Protestanten, Orthodoxe, Juden und Muslime.
Geld:Seit Anfang 2008 hat auch Malta den Euro eingeführt.
Visum:Die Einreise nach Malta ist mit einem gültigen Reisepass oder Personalausweis möglich.
Tauchgenehmigung:45 $US
Zeit:mitteleuropäische Zeit (MEZ)
Medizinische Hinweise:Es sind keine spezifischen Impfungen vorgeschrieben (ohne Gewähr). Akutelle Informationen vor der Reise einholen.
Elektrische Spannung: 220 V
Information im Web: www.maltaqua.com

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