Reisen – Tansania – „Tauchen auf Sansibars unbekannter Schwesterinsel Pemba“

Reisen – Tansania – „Tauchen auf Sansibars unbekannter Schwesterinsel Pemba“

Mit der Speed-Ferry setze ich von Sansibar auf die Nachbarinsel Pemba über. Als einziger Weißer auf der Fähre zu sein, ist ein seltsames gefühl. Von anderen Tauchern weit und breit nichts zu sehen. Ich bin sehr gespannt auf diese unbekannte und nahezu tourismusfreie Insel.

Pemba - einfach und ursprünglich

Verschlafen nicht möglich

Die Speedferry fährt in ca. 2,5 Stunden von Stone Town nach Makoni. Von dort sind es noch gut 20 Min. mit dem Taxi nach Chake Chake, wo die Swahili Divers stationiert sind. Die Basis ist für die meisten Taucher zugleich auch die Unterkunft. Die Zimmer in der „Old Mission Lodge“ sind sehr einfach und der Gesang des Muezzin sorgt dafür, dass man morgens nicht verschläft. Dafür bietet das gemeinsame Abendessen auf der Veranda und das gemütliche abendliche Beisammensein reichlich Gelegenheit, die traumhaften Tauchtrips des Tages Revue passieren zu lassen.

 

Schulprojekt für herzliche Kinder

Per Zufall lerne ich auf Pemba ein Paar aus München kennen. Die beiden engagieren sich für die Kinder auf Pemba, in dem sie beim Bau und der Finanzierung einer Schule helfen. Ihr englisch ist eher dürftig und so fragen sie mich, ob ich bei den Gesprächen mit den Behörden unterstützen kann. Natürlich freut es mich sehr zu helfen. Zudem finde ich das Engagemant großartig. Die Kinder auf Pemba wirken sehr glücklich und schauen uns mit ihren großen dunkelbraunen Augen strahlend an. Trotz einfachster Verhältnisse finden immer etwas womit Sie Spaß haben und seinen es alte Autoreifen.

Die "Grüne Insel"

Obwohl Pemba nur 50 km nördlich von Zanzibar liegt, weist die Insel einen völlig anderen Charakter auf. Das Terrain ist hügelig, fruchtbar und geprägt von dichter Vegetation auf. So wurde Pemba von den Arabern einst als die „Grüne Insel“ bezeichnet. Die Insel verfügt nur über vereinzelte Strände, da die Küste weitestgehend durch Mangroven geprägt ist.

Die Tourismusindustrie auf Pemba ist noch in den Kinderschuhen und die Infrastruktur ist ziemlich einfach. Mit Ausnahme von Tauchern trifft man so gut wie keine Touristen, was jedoch gerade den Charme der Insel ausmacht.

Kleine Inselchen und steile Riffe im Pemba Channel

Die Tauchgründe rund um Pemba sind extrem vielfältig und bieten neben steil abfallenden Riffen im Pemab Channel wundervolle Riffe um die vielen vorgelagerten Inselchen herum. Diese laden zum Relaxen zwischen den Tauchgängen ein. An den Stränden ist man vollkommen allein wie einst Adam und Eva im Paradis.

 

Farhat Jah eigentlich bekannt als „Raf“ ist türkischer Abstammung und Besitzer der Swahili Divers. Raf befindet sich sehr viel auf Reisen und überlässt die Betreuung der Gäste in dieser Zeit Helena sowie Tauchlehrer Joe. Leider war die Basis mit Joe und einem Divemaster ziemlich dünn besetzt, worunter die Zusammenstellung homogener Tauchgruppen litt. Die Mannschaft soll jedoch auf drei Instruktoren und vier weitere Mitarbeiter erweitert werden.

Die Tauchtage beginnen mit einer 15 minütigen Fahrt mit dem Landrover zum kleinen Hafen in Chake Chake, wo die Dhow der Swahilidivers ankert. In 1 – 2 Stunden sind die schönsten Tauchreviere, welche die afrikanische Ostküste zu bieten hat, erreicht. Der erste Tag führt in den Marinepark rund um Misali Island, einer Inselperle umgeben von türkisgrünem Wasser. Die exzellenten Korallenriffe sind gespickt mit Weich- und Hartkorallen, Schwämmen und unzähligen Riffbewohnern.

Kaschani Island ist Ziel des zweiten Tages und braucht sich keinesfalls vor Misali zu verstecken. Auch hier sind die Riffe vollkommen in Takt und die Pausen werden zum reinsten Vergnügen an weißen unberührten Sandstränden.

Insbesondere Liebhaber von Kleintieren kommen voll auf ihre Kosten. Nacktschnecken sind eine Spezialität in den Gewässern um Pemba und treten in enorm vielen Variationen auf. Ebenso kann man sich immer wieder auf Schildkröten freuen, die majestätisch durchs Wasser schweben. Geistermuränen, Schaukelfische, riesige Zackenbarsche, Krabben, Feuerfischen, Napoleons und Muränen bereichern ebenfalls die Unterwasserwelt.

Achtung Ramadan!

Auf Pemba muss man sich sicherlich auf einfachste Verhältnisse einstellen. Wer jedoch hervorragende Tauchreviere genießen möchte, wird dies verschmerzen können und einen Besuch auf Pemba nicht bereuen. Ein wichtiger Tipp sei noch erwähnt. Auf Pemba ist die Bevölkerung muslimisch und den Tourismus weniger „gewöhnt“ als auf Sansibar. Während der Fastenzeit Ramadan sind die Geschäfte tagsüber geschlossen und Kühlschränke sogar mit Vorhängeschlössern versehen. Man sollte sich gegenüber den Einheimischen in dieser Zeit respekvoll verahlten und nicht auf offener Straße oder in öffentlichen Bereichen rrinken und essen. Die Alternative dazu ist den Aufenthalt auf  Pemba ausserhalb des Ramadan zu planen.

Nun heißt es Kwaheri Tanzania und als Fazit bleibt zu sagen, dass Tanzania weittmehr als nur Safaris zu bieten hat. Insbesondere die Tauchreviere offerieren eine willkommene Abwechslung zu den bekannten Zielen des Tauchtourismus.

Gut zu wissen

Land: Sansibar, auch Zanzibar (Tansania)
Lage: Sansibar ist ein halbautonomer Teilstaat des Unionsstaates Tansania in Ostafrika und besteht aus den Inseln Sansibar, Pemba und Unguja
Größe: Der halbautonome Inselstast hat eine Fläche von 2654 qkm
Hauptstadt: Sansibar-Stadt
Bevölkerung: 1,15 Mio.
Sprache: Englisch und Swahili
Religion: Mehr als 99 % der Bevölkerung Muslime Glauben
Geld: Tanzania-Schilling (TZS) es kann aber fast überall mit US-Dollar und mittlerweile auch mit EUR bezahlt werden.
Visum: Für die Einreise sind ein Visum (50 EUR) und ein bei der Einreise noch 6 Monate gültiger Reisepass erforderlich. Das Visum kann bei der Tanzanianischen Botschaft in Berlin bestellt werden. Das Antragsformular und weitere Informationen sind auf der Webseite ADRESSE erhältlich.
Zeit: MEZ + 2 Stunde (keine Sommerzeit)
Medizinische Hinweise:
  • Malaria Prophylaxe wird dringend empfohlen. Tauchern wird von Lariam abgeraten und das Medikament Malarone empfohlen.
  • Gelbfieberimpfung ist Pflicht. Die Impfung wird nur von zugelassenen Ärzten und den Gesundheitsämtern vorgenommen.
  • Hepatitis A (ansteckend) wird dringend empfohlen. Hepatitis B ist zwar nicht zwingend, aber in Kombination mit Hepatitis A nur wenig teurer.
  • Für Kilimanjaro Abenteurer. Gegen die Höhenkrankheit sollte für Notfälle Diamox in der Reiseapotheke sein. Wichtig sind zudem Kopfschmerztabletten.
Wichtig: Aspirin wirkt bei Kopfschmerzen durch die Höhe nicht!
Elektrische Spannung: 220 V

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