Reisen – Tamariu – „Die besten Ausflüge und Marias Tapas-Geheimtipp“

Reisen – Tamariu – „Die besten Ausflüge und Marias Tapas-Geheimtipp“

Die besten Ausflüge rundum Tamariu

Die Umgebung von Tamariu hat viel zu bieten. Meine Highlights sind das historische Städtchen Pals, der Fischmarkt von Palamos und der Leuchtturm Sant Sebastià.

Natürlich dürfen Tapas als kulinarisches Highligt in Spanien nicht fehlen. Maria, die Inhaberin von Stollis Tauchbais, hat mir ihren Geheimtipp verraten.

Tauche mit uns ab… abonniere JETZT unsere Tauch- und Reisefilme!

Tamariu – „Unter einem Hut“ ist auch in Juni Ausgabe 2018 des Magazins „Unterwasser“ erschienen – http://www.unterwasser.de

Pals - Mittelalterliches Schmuckstück im Hinterland

Nur wenige Autominuten von Tamariu entfernt liegt das malerische Örtchen Pals. Der zum historischen Bauensemble erklärte mittelalterliche Ort wurde auf einem Hügel in der Provinz Girona erbaut. Die gut erhaltenen alten Gemäuer und die engen verwinkelten Gässchen laden auf jeden Fall zu einem Abstecher ins Hinterland der Küstenregion ein.

20160630_Pals_013

Wir schlendern an einem ziemlich heißen Tag durch Pals und freuen uns, dass die engen Gassen viel Schatten bieten. Auffällig ist, dass die ganze Stadt aus Stein gebaut ist. Straßen, Treppen, Torbögen und Häuser begegnen uns alle im selben Kleid des gelb-gold strahlenden Sandsteins, welcher in der Gegend als Pedró bekannt ist. Hier und da wird das gelb-goldene Kleid jedoch vom strahlenden violett der Bougainvillea (auch Drillingsblume genannt) unterbrochen, welche mit ihren Blüten im Juni ganze Häuserwände bedecken.
Im lesenswerten Freibeuter-Reise-Blog „Was die Engel von Pals mit Reis zu tun haben“ erfahre ich, dass man in Pals bereits im Mittelalter Recycling betrieben hat. Die Steine der über die Jahre verfallenen einstigen Burg wurden zum Bau von Häusern, Gemeindegebäuden und der Kirche wiederverwendet. Einziger Zeitzeuge der ehemaligen Burg ist das heutige Wahrzeichen von Pals. Der Torre des les Hores (Stundenturm) diente einst als Glockenturm und verkündete den Einwohnern von Pals die Zeit oder wichtige Ereignisse im Ort. Mit seinen massiven Wänden überragt der Turm die restlichen Gebäude des Städtchens und scheint über diese zu wachen.
Besonders eindrücklich sind die Souvenir- und Feinkostläden. Die Souvenirläden wirken mit ihrem kunterbunten Sortiment wie gewollte Farbtupfer in der eintönigen Steinstadt. Es lohnt sich auf jeden Fall – auch wenn man nichts kauft – einen Blick in den ein oder anderen Laden zu werfen. Wir sind überrascht, wie verwinkelt die kleinen teilweise direkt in den Fels gehauenen Läden sind. An den Feinkostläden fällt es ebenfalls schwer vorbei zu gehen. Zumindest läuft mir das Wasser im Mund zusammen, als ich die akribisch dekorierten Köstlichkeiten erblicke.


Apropos Wasser im Mund zusammenlaufen. Nach dem Auf und Ab durch Pals Gässchen meldet sich am frühen Abend so langsam der große Hunger. Obwohl es im Ortskern die ein oder andere charmante Option für ein Abendessen gibt, entscheiden wir uns für das am Rande des Ortskerns liegende Restaurant Antic Casino. Schnell wird uns klar, warum diese Lokalität bei einheimischen besonders beliebt ist. Die Gast- und Kinderfreundlichkeit des Personals ist bemerkenswert und die Speisen schmecken einfach nur nach mehr… Auf der Webseite ist zu lesen „Eine Erfahrung, die dich Lächeln lässt“. Wir auf jeden Fall machen uns in der Abenddämmerung gut gesättigt und mit einem Lächeln im Gesicht wieder auf den Rückweg in unser beschauliches Ferienörtchen.

"Life on the rocks"

Tamariu und das Umland an der Costa Brava begeistern nicht nur Familien, sondern auch Naturfreunde kommen voll auf ihre Kosten. Die felsig schroffe Küstenregion hat ihren ganz besonderen Reiz, was Robert Hughan eindrücklich in seinem preisgekrönten Film „Life on the Rocks“ wiedergibt.

Maria kommt gerade von einem Hausrifftauchgang zurück. Sie und ihr Tauchpartner haben vergeblich nach Himmelsguckern, die in der Bucht recht häufig im flachen Sandbereich in den Himmel gucken, gesucht. Bei der Gelegenheit stellt mir Maria ihren Buddy Robert Hughan vor. Nach wenigen Sätzen sind wir in einem spannenden Gespräch verwickelt. Robert ist professioneller Videograph. Er selber beschreibt sich als Story Teller – Geschichtenerzähler.
Demonstrativ nimmt er eine Flasche vom Tisch neben uns und beginnt zu erzählen: „Die Flasche hat einen Verschluss, den kann man aufdrehen. Die Flasche kann man mit Flüssigkeit füllen …“ Egal wie groß oder klein, bedeutend oder scheinbar unbedeutend Dinge sind, eine Geschichte kann man zu allem erzählen. Der Enthusiasmus mit dem Robert über seine Leidenschaft, Geschichten aus der Natur zu erzählen, berichtet, unterstreicht sein Motto: „Keep believing in what you are doing. Enjoyment has a positive effect on the end result.” … Glaube an das, was du tust. Freude hat einen positiven Effekt auf das Ergebnis.
Robert berichtet, dass ihm die besten Ideen meist spontan unterwegs in den Sinn kommen. Aus diesem Grunde hat er Zettel und Stift immer griffbereit. Die Idee zu „Life on the Rocks“ hatte Robert im Auto auf dem Weg in den Urlaub an der Costa Brava. Noch während der Fahrt musste seine Frau auf dem Beifahrersitz seine spontanen Gedanken zu Papier bringen.
Robert erzählt, dass die Costa Brava ihre Namen den zerklüfteten Felsen, eleganten Steinen und feinem Kies verdankt. Dieses Fundament formt die Region und sowohl über als auch unter Wasser einen einmaligen Lebensraum für Flora und Fauna. Wer diesem Lebensraum seine gezielte Aufmerksamkeit schenkt, gerät laut Robert in einen regelrechten Flow die Wunder der Natur zu erleben. „Das Leben auf den Felsen“ ist eine Naturdokumentation mit der Robert die Felsen lebendig macht, in dem er den Lebensraum von der Ameise über den Tintenfisch in den zerklüfteten Felsen beschreibt.

Staunende Kinderaugen am Fischmarkt von Palamos

Eine halbstündige Autofahrt führt uns zur Hafenstadt Palamos, die für ihren florierenden Fischmarkt bekannt ist. Von Einheimischen haben wir den Tipp bekommen, möglichst gegen 16 Uhr am Fischerhafen zu sein, wenn die Fischerboote nach und nach von ihrem langen Fangtag auf der See zurückkehren.
Wir schlendern direkt durch die Fischmarkthalle, wo der Fang vom heutigen Tag präsentiert und an den Kunden gebracht wird. Die ersten Verkaufstische sind bereits prall gefüllt mit diversen Meerestieren vom imposanten Schwertfisch bis hin zu kleinen Garnelen.

Natürlich wollen wir unserer Tochter zeigen, wie der Fisch aus dem Wasser auf den Verkaufstisch kommt. Direkt hinter der Markthalle befindet sich der Pier wo ein Fischerboot nach dem anderen anlegt. Am Eingangstor macht ein Schild darauf aufmerksam, dass der Zutritt zum Pier nur befugten Personen vergönnt ist. Das Schild scheint aber lediglich zur Zierde dort zu hängen, denn bei den einzelnen Fischerbooten bestaunen Menschentrauben bereits das Geschehen. Als wir den Pier betreten, ruft unsere Tochter bereits: „Daaaa noch ein Boot.“ Tatsächlich schippert der nächste Fischkutter in den Hafen und legt direkt vor uns am Pier an. Jetzt geht alles recht schnell. Der frische Fang ist bereits in Kisten auf Eis gebettet, was bei den Temperaturen unerlässlich ist.

Auf dem Pier warten Helfer mit kleinen Transportfahrzeugen oder Karren zum Schieben. Die Fischer hieven eine Kiste nach der anderen von Bord nach oben. Ich komme kaum nach die Fragen unserer Tochter zu beantworten: „Was ist das? Warum…? …?“ In wenigen Minuten ist die Ladung gelöscht und der Fang wird direkt in die Verkaufshalle – genannt Lonja – transportiert. Das Prozedere wiederholt sich mit jedem eintreffenden Fischerboot und wird von staunenden Kinderaugen beobachtet. Nach dem Löschen der Ladung ist der Arbeitstag der Fischer noch nicht beendet. Die Netze werden gereinigt und wieder aufgerollt, das Schiffsdeck wird gewienert und alles wird für den nächsten Fangtag parat gemacht.
Im Schatten eines Gebäudes am Pier sitzen drei steinalt wirkende Herren, die wie eine feste Institution wirken und anscheinend das rege Treiben im Hafen Tag für Tag beobachten. Vermutlich könnten uns die Herrschaften viele spannende Geschichten erzählen, wenn wir die Sprache beherrschen würde. So gestikulieren sie mit dem Stock und zeigen mit ihrer Mimik, dass ihnen die herumtollenden Kleinkinder eine willkommene Abwechslung im Hafenalltag sind.

Tapas im Hinterhof - einechter Insider Tipp

Ebenso wie ein gutes Steak in Argentinien ein Muss ist, gehört in Spanien ein kulinarischer Tapas-Abend zum Pflichtprogramm. Die Restaurants an der Promenade von Tamariu bieten allesamt gutes Essen, sind aber eindeutig auf den Tourismus fokussiert und bieten nicht wirklich das, was wir uns unter Tapas vorstellen. Maria hat nach 12 Jahren in Tamariu sicher einen Tipp, wo die einheimischen für einen guten Tapas-Abend Halt machen würden. So ist es. Maria empfiehlt uns das Restaurant Can Cesar im kleinen Vorort Mont-ras von Palafurgell. Glücklicherweise führt uns das Navigationssystem ohne Schwierigkeiten zum Restaurant. Ohne den Tipp von Maria und die technische Navigationshilfe hätten wir dieses kleine unscheinbare familiäre Restaurant niemals entdeckt.
Wir nehmen in einem kleinen Hinterhof Platz und fühlen uns in der familiären Atmosphäre gleich wohl. Die Vielfältigkeit der Tapaskarte überfordert mich fast. Die Auswahl umfasst vier große Seiten. So haben wir uns das vorgestellt. Am liebsten würden wir die Karte von oben nach unten komplett durchprobieren. Immerhin bestellen wir eine Vielzahl verschiedener Tapas Gerichte, welche den Tisch gut füllen. Hier und da werden wir überrascht, da uns nicht ganz klar war, was wir überhaupt bestellt haben. Am Ende waren alle Teller leer und alle Bäuche gut gefüllt. Wohl das beste Zeichen, dass es allen sehr gut geschmeckt hat! Wer abseits des Trubels an der Promenade Tapas in entspannter freundlicher Atmosphäre schlemmen möchte, ist gut mit einem Besuch bei … sicher gut beraten.

Der Leuchtturm Sant Sebastià

Der Leuchtturm Sant Sebastià befindet sich auf der 165 m hohen gleichnamigen Anhöhe, welche Tamariu von den beiden ebenfalls zu Palafurgell gehörenden Buchten Llafranc und Calella trennt. Wir sind auf dem Weg nach Tamariu bereits diverse Male an der Abzweigung zum Leuchtturm vorbeigefahren und jedes Mal schwebte mir ein klassischer schlanker Leuchtturm vor. Wie es bei Urlaubstagen immer der Fall ist, scheinen die Tage noch schneller ins Land zu ziehen als im Alltag. Also wird es Zeit dem Leuchtturm endlich die einen Besuch abzustatten. Die kurvige Straße führt mich zum Fuße des Leuchtturms hinauf. Rechter Hand erschließt sich mir als erstes der atemberaubende Blick über die sich aneinanderschmiegenden Buchten Calella und Llafranc. Ein Fleck zum Verweilen.
Wo aber ist der Leuchtturm, den ich vor meinem geistigen Auge immer wieder gesehen habe? Vor mir befindet sich ein Gebäude in dem sich ein Restaurant befindet und auf diesem eine Große Glaskuppel, welche mich eher an ein Planetarium als an einen Leuchtturm erinnert. Obwohl der Leuchtturm meinen ursprünglichen Vorstellungen überhaupt nicht entspricht gefällt mir die tatsächliche Variante sehr gut. Bei einem erfrischenden Getränk in der wunderschönen schattigen Gartenbar, beschließe ich nochmals zum Sonnenaufgang herzukommen.


Ich muss zugeben es dauerte noch einige Tage, um genau zu sein bis zum Morgen des letzten Urlaubstages, bis ich es endlich geschafft habe bereits um 5 Uhr aufzustehen, um pünktlich zu Sonnenaufgang um 6:18 Uhr mit Kamera und Stativ bewaffnet beim Leuchtturm zu sein. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Entgegen meinen Erwartungen bin ich nicht allein. Ein verliebtes Pärchen genießt den bezaubernden Sonnaufgang ebenso wie ich. Manch einer mag es kitschig finden, wenn der Horizont an der Meereskante zu glühen beginnt und die Sonne wie ein magischer oranger Feuerball aus der Tiefe es Meeres aufzusteigen scheint. Mich jedoch begeistert dieses tägliche Schauspiel der Natur immer wieder. Vielleicht sollte es auch so sein, dass ich es erst am letzten Morgen geschafft habe früh aus den Federn zu kommen, um den eindrücklichen Sonnenaufgang am Horizont zum Abschied im Sinn zu behalten.

Das kulturelle Highlight: Cantada d'Habaneres

Wer zur richtigen Ziet, d. h. Anfang Juli in Tamariu ist, sollte isch das jährliche Festival Cantada d’Havaneres in Parafugell nicht entgehen lassen. Zusammen mit Nicole Bianares von Freibeuterreisen durfte ich einen der bekanntesten Komponisten, Joseph Bastons, besuchen. Lerne den sympathischen Komponisten in Kürze hier kennen.

Gut zu wissen...

Land: Spanien (Katalonien)
Lage: Tamriu liegt in Katalonien auf dem spanischen Festland, ca. 100 km südlich der Französischen Grenze und 100 km nördlich von Barcelona.
Größe: < 300 Einwohner, allerdings in der Sommerzeit ein vielfaches an Touristen
Hauport: Tamariu gehört zur Gemeinde Palafurgell mit ca. 23.000 Einwohner
Sprache: Katalanisch, Spanisch
Geld: EUR
Visum: Für EU-Bürger und Schweizer wird kein Visum benötigt. Ein gültiger Reisepass oder Personalausweis ist ausreichend.
Tauchgenehmigung: nicht erforderlich, jedoch gesundheitliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung zwingend vorgeschrieben
Zeit: MEZ
Medizinische Hinweise: Keine besonderen Empfehlungen (ohne Gewähr). Aktuelle Informationen bitte beim Arzt erfragen.
Elektrische Spannung: 220 V – Euro-Stecker funktionieren ohne Adapter, deutschen Schuko-Steckdosen i.d.R. nicht; Schweizer Stecker benötigen einen Adapter
Information im Web: Tauchcenter: www.stollis-divebase.eu
Tamariu: www.tamariu.eu

Fotogalerie

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen