Reisen – Schweiz – „Naturwunder und Tauchparadies Blausee!“

Reisen – Schweiz – „Naturwunder und Tauchparadies Blausee!“

Tief blau wie ein Saphir leuchtet der Blausee inmitten der imposanten Bergwelt des Berner Oberlandes. Hier kannst du dich an den quicklebendigen Forellen beim Tauchen erfreuen, den Gaumen bei einem feinen Essen verwöhnen oder einfach nur das Naturwunder Blausee im Whirlpool genießen.

Luftaufnahme vom Naturpark Blausee - Fotograf: André Lüthi, Verwaltungsrat Blausee AG

Tauchen und Wellness, eine tolle Kombination am Blausee

Am Fuße der Berner Alpen liegt der Naturpark Blausee in einen märchenhaft anmutenden Waldstück. Zwischen diesem Märchenwald und der Kander – einem typischen Gebirgsfluss – gelegen, begeistert der vor ca. 15.000 Jahren durch einen Felssturz entstandene Blausee Besucher und Taucher gleichermaßen. Seit Ende 2017 betreuen Lena Goosmann und ihr Partner die Gäste und Taucher im Hotel und Restaurant Blausee Anzeige. Im Interview mit Lena erfährst du mehr über das Tauchen und die Möglichkeit, das Tauchvergnügen mit kulinarischen Genüssen und Wellness zu kombinieren.

[Das Interview mit Lena, der Gastgeberin vom Blausee, ist noch nicht ganz parat. Es dauert aber nicht mehr lange, versprochen! Schaue einfach in ein paar Tagen wieder vorbei.]

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Das Mägdlein vom Blausee

Einer Sage nach hat der See seine blaue Farbe traurigen Umständen zu verdanken.

„Vor Zeiten wohnte in seiner Nähe ein Mägdlein, das sein Herz einem jungen Hirten geschenkt hatte. An den hellen Abenden, wenn des Mondes Licht seine silberne Furche durch das Wasser zog, bestiegen die beiden einen Kahn und verträumten dort manch freundliche Stunde ihres jungen Lebens.

Da fiel der Hirte, als er einst mit einer Bürde Heu von den Flühen niederstieg, über eine Felswand zu Tode. Von der Zeit an war das Mägdlein untröstlich. In mitternächtlicher Stunde schlich es sich oft zum Seelein, ruderte hinaus bis zur Mitte und überließ sich hier seinem Schmerze. Vergeblich mahnten die Eltern die nächtlichen Besuche aufzugeben – eine geheimnisvolle Macht zog die Unglückliche jedoch immer wieder an den Ort zurück, an dem sie früher so glücklich war.

Eines Morgens fand man Schiff und Mägdlein auf des Seeleins Grund. Das Wasser aber, das sich bisher kaum vom Wasser anderer Seen unterschied, war plötzlich tiefblau geworden: Es seien, so sagten die Leute, die Tränen des armen Mägdleins, die seinen blauen Augen entquollen.“

Eine Mädchen-Skulptur auf dem Grund des Sees erinnert seit 1998 an die Sage vom Blausee und ist zugleich eine Attraktion bei jedem Tauchgang. Auch beim Rundgang um den See, kann das Mägdlein im kristallklaren Wasser von einer rustikalen Holzbrücke bestaunt werden.

15.000 Jahre altes Vermächtnis

Glücklicherweise ist der See tatsächlich nicht auf die der Sage nach tragische Weise entstanden. Auf dem romantischen Weg vom Parkplatz zum See begegnet man den Zeitzeugen des rund 15.000 Jahre alten Vermächtnisses. Der Weg führt auf und ab über unförmige Aufhäufungen von Ablagerungen und windet sich vorbei an großen teils bemoosten Felsbrocken und diversen Einbuchtungen. Auf dem Fußweg durch den mystischen Wald hat man ständig das Gefühl, es könnte jeden Moment ein Fabelwesen hinter einem der Felsen oder Bäume hervorschauen.

Eben diese Felstrümmer und Ablagerungen erinnern noch heute an den Felssturz vom Fisisstock, welcher sich vor jahrtausenden ereignet hat. Seinerzeit war das Kandertal von einer riesigen Gletscherzunge bedeckt. Die Felsmassen vom Bergsturz haben sich mit den Eismassen vermengt. Auf diese Weise entstanden Löcher und Hohlformen, welche nach der Eisschmelze zum Vorschein kamen. Aus einer solchen Hohlform entstand letztlich der wunderschöne Blausee. Der romantische Blausee ist also nicht den Tränen des armen Mägdleins geschuldet, sondern der Naturgewalt von Eis und Fels zu verdanken.

Auch das faszinierende Blau des Wassers ist nicht auf die blauen Augen der Magd zurückzuführen, sondern auf eine nüchterne physikalische Gegebenheit. Das Geheimnis der Farbe des See ist in dem besonders reinen und klaren Wasser begründet. Die aus dem gesamten Farbspektrum bestehenden Sonnenstrahlen treffen auf die Wasseroberfläche und werden teilweise reflektiert. Von dem ins Wasser eindringenden Licht werden einige Farben z.B. rot schnell absorbiert, während das blaue Licht auch in großer Tiefe noch vorhanden ist. Gepaart mit dem teils hellen Kalkgrund schimmert der See in verschiedenen Blaunuancen. Damit dies lange so bleibt, wird der See jedes Jahr von zu starkem Pflanzenbewuchs, Blättern und Sedimenten gereinigt. Wie das genau funktioniert, erfährst du in meinem Beitrag „Frühjahrsputz im Blausee„.

Tauchsaison nicht verpassen!

Die Tauchsaison ist von November bis März ziemlich kurz. Das liegt daran, dass der See recht klein ist und im Sommer von sehr vielen Touristen besucht wird. Bei einer Bootsfahrt mit dem Glasbodenboot möchten die Besucher verständlicherweise lieber die im Sonnenschein glitzernden Regenbogenforellen beobachten anstatt von blubbernden Tauchern unter dem Boot erschreckt zu werden. Also am besten gleich in den Kalender eintragen, damit du die Tauchsaison nicht verpasst.

Nach der jährlichen Seereinigung  im Januar erstrahlt der Blausee wieder im neuen Glanz. Dementsprechend freuen wir uns, heute wieder ins tiefe Blau des Sees abtauchen zu dürfen. Der Weg vom Besucherparkplatz durch den märchenhaften Wald ist ein wenig coupiert und in voller Tauchermontur recht weit. So dürfen Taucher die Lieferantenzufahrt nutzen. Der kleine Feldweg zweigt ca. 100 m vor dem offiziellen Parkplatz von der Hauptstraße ab. Durch das Eingangstor, dessen Code wir zuvor von Lena erhalten haben, fahren wir bis zum Chalet  oberhalb des Sees. Es ist stark bedeckt und entsprechend der Jahreszeit und der Höhenlage auf 900 m ziemlich kalt. Direkt neben unserem Parkplatz befindet sich ein Vorraum des Waschraums vom Hotel, in dem wir uns umziehen dürfen. Der Raum ist warm und mit einigen Stühlen sowie einem Tisch ausgestattet. Nicht super komfortabel, aber absolut ausreichend und zweckdienlich. Also rein in den Trocki, das Jacket mit Flasche aufgeschnallt und mit den Flossen unterm Arm runter zum See.

Ab ins frische tiefblaue Wasser…

Es gibt zwei recht gute Einstiegsmöglichkeiten. Eine befindet sich beim kleinen Bachlauf in der Nähe der Grillstellen. Hierzu folgt man rechts dem Weg am See entlang. Zum anderen Einstiegt geht man linksseitig am Restaurant vorbei. Wir wählen heute den Einstieg an der Terrasse des Restaurants. Dieser hat den Vorteil, dass eine kleine Steinbank unter Wasser den Einstieg erleichtert. Von hier gleiten wir direkt ins tiefere Wasser, welches in der Regel zwischen 5 – 8°C kalt ist. Heute ist das Licht recht diffus und ich vermisse ein wenig die tänzelnden Sonnenstrahlen im leuchtenden Blau wie an sonnigen Tagen. Dies tut dem Tauchvergnügen jedoch keinen Abbruch. Die Farbe des Sees, zwischen türkis und tiefblau, ist immer wieder wunderschön.

Vom Einstieg tauchen wir am Bootssteg vorbei in einen flacheren Bereich. Hier liegen lange Baumstämme wie Mikado-Stäbchen übereinander. Wir folgen einem der Baumstämme zu einem kleinen Felsvorsprung. Als wir diesen umrunden, treffen wir auf die Statue des Mägdleins welches den See der Sage nach mit ihren Tränen gefüllt hat.

Heute haben wir unseren Tauchgang etwas früher begonnen als üblich. Kurz bevor wir ins Wasser steigen, werden die Forellen gefüttert. Es wimmelt nur so von Forellen die von links und rechts an uns vorbeischießen. Das Spektakel ist zwar schön anzusehen, führt jedoch leider auch dazu, dass der sedimentreiche sensible Seegrund ordentlich aufgewirbelt wird. Wir schauen uns das rege Treiben der Forellen noch ein wenig an und tauchen dann mit dem Ufer zur Linken weiter. Nach wenigen Flossenschlägen wird das Wasser bereits deutlich klarer. Erneut treffen wir auf mikadoartig ineinander verkeilte Baumstämme.

Von hier queren wir den See Richtung Einstiegspunkt. In der Mitte des Blausees dominieren das typische Blau des Wassers und das intensive Grün des hier dicht bewachsenen Seegrunds. Nach gut 45 Minuten signalisiert meine Tauchpartnerin Anette, dass es ihr kalt wird. Zwei bis drei Minuten später sind wir wieder dort, wo wir den Tauchgang begonnen haben.

Gaumenfreuden im Blausee-Restaurant

Jetzt heißt es schnell in warme Kleidung schlüpfen und das Tauchequipment verstauen. Wir freuen uns nämlich bereits auf einen heißen Cappuccino zum Aufwärmen. Heute sind wir ausnahmsweise ausschließlich zum Tauchen hier, um einige Unterwasserfilmaufnahmen zu machen. Das Blausee Tauchpaket umfasst eigentlich neben den Tauchgängen im See auch ein fantastisches 4-Gang Gourmet-Überraschungsmenu.

Ein wenig reut es mich daher schon, denn für mich ist das Z’nacht (Abendessen) nach dem Tauchen ein Highlight, welches ein in dieser Art einmaliges Taucherlebnis kulinarisch abrundet. Das Blausee-Restaurant ist mit 13 Gault Milleau Punkten  ausgezeichnet. Ich stehe jedes Mal vor der schweren Entscheidung, ob ich eines der schmackhaften Fleischgerichte oder eines der interessanten Gerichte mit Forellen aus der eigenen Bio-Zucht wählen soll.

Lass die Seele baumeln…

Eine außerordentlich reizvolle Option ist die Kombination von Taucherlebnis, Schlemmen und Wellness. Das Hotel Blausee Anzeige ist hierfür genau die richtige Adresse.

Mein Wochenendtipp:

  • Nachmittags im Blausee tauchen.
  • Abends den Gaumen im Restaurant verwöhnen.
  • Nach dem Abendessen einen kleinen Spaziergang um den romantisch beleuchteten See genießen.
  • Am nächsten Morgen nach einem guten Frühstück im kleinen aber feinen Wellnessbereich relaxen und im Hotpot vom Blick auf die Bergwelt verzaubern lassen.

Der Wellnessbereich ist erst kürzlich um eine kleine Dampfgrotte und einen Whirlpool erweitert worden. Vor allem der Whirlpool ist wirklich gelungen. Im dampfenden Whirlpool die Seele mit Blick auf den malerischen Blausee baumeln lassen, ist Erholung pur. Tiefenentspannung ist aber auch im brodelnden Hotpot oder in einer der nostalgischen Stahlwannen im Außenbereich mit Aussicht auf die steilen Bergwände garantiert.

Wenn du ein Wellnesswochenende planst, solltest du frühzeitig ein Zimmer reservieren. Die Anzahl der Zimmer in dem 135-jährigen Hotel ist begrenzt und die Wochenenden sind heiß begehrt.

Luftaufnahme vom Naturpark Blausee im Winter - Fotograf: André Lüthi, Verwaltungsrat Blausee AG

Gut zu wissen...

Land / Kanton:Schweiz / Bern
Lage:Der Naturpark Blausee liegt auf knapp 900 m ü.d.M. im Berner Oberland auf dem Gebiet der Gemeinde Kandergrund.
Größe:Trotz seiner geringen Größ von lediglich 0,64 ha zählt der Blausee zu den bekanntesten Seen der Schweiz.
Hauport:Bern
Sprache:Landessprachen sind Deutsch, Italienisch, Französisch und Retoromanisch
Geld:CHF
Visum:Für EU-Bürger wird kein Visum benötigt. Ein gültiger Reisepass oder Personalausweis ist ausreichend.
Tauchgenehmigung:Nicht erforderlich, jedoch gesundheitliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung zwingend vorgeschrieben
Zeit:MEZ + 1 Std.
Medizinische Hinweise:Keine besonderen Empfehlungen (ohne Gewähr). Aktuelle Informationen bitte beim Arzt erfragen.
Elektrische Spannung: 220 V – Euro-Stecker funktionieren ohne Adapter. Deutschen Schuko-Stecker benötigen zwingend einen Adapter
Gewässer Info: • Wassertemperatur ca. 8 °C
• Sicht: ca. 5-15 Meter
• maximale Tiefe: 12 Meter
• Größe: 0.64 Hektaren
• Höhe über Meer: 887 Meter
• Strömung: keine
Infos zum Tauchen: https://www.blausee.ch/de/naturpark/tauchen/
Taucherpaket, Preise & Anfrageformular für Taucher

Hinweis: Die Tauchgänge wurden vom Naturpark Blausee unterstützt. Alle Eindrücke sind wie immer die unseren, darauf kannst du zählen!

 

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