Zwischen Kilimanjaro und Indischem Ozean

Vom Kilimanjaro, dem Dach Afrikas, über die endlosen Ebenen der Serengeti bis in die Tiefen des Indischen Ozeans. Oder anders ausgedrückt, Trekking-Abenteuer, Wildnis live erleben und auf Zanzibar die Seele baumeln lassen, zeichnen die Vielfalt Tanzanias aus.

Publikation im Tauchmagzin „SeaStar“

Allgemeine Reiseinformationen

Land: Tanzania
Lage: Tanzania liegt im Osten des afrikanischen Kontinents und wird im Osten durch den Indischen Ozean begrenzt.
Größe: Ost Afrikas größtes Land erstreckt sich über 943.000 qkm
Hauptstadt: Dar es Salaam
Bevölkerung: 34,4 Mio. davon ca. 1 Mio. auf dem Zanzibar Archipel
Sprache: Englisch und Swahili
Religion: 45 – 50 % der Bevölkerung sind Christen und ca. 35 – 40 % folgen dem Muslimischen Glauben
Geld: Tanzania-Schilling (TZS) es kann aber fast überall mit US-Dollar und mittlerweile auch mit EUR bezahlt werden.
Visum: Für die Einreise sind ein Visum (50 EUR) und ein bei der Einreise noch 6 Monate gültiger Reisepass erforderlich. Das Visum kann bei der Tanzanianischen Botschaft
in Berlin bestellt werden. Das Antragsformular und weitere Informationen sind auf der Webseite ADRESSE erhältlich.
Zeit: MEZ + 2 Stunde (keine Sommerzeit)
Medizinische Hinweise:
  • Malaria Prophylaxe wird dringend empfohlen. Tauchern wird von Lariam abgeraten und das Medikament Malarone empfohlen.
  • Gelbfieberimpfung ist Pflicht. Die Impfung wird nur von zugelassenen Ärzten und den Gesundheitsämtern vorgenommen.
  • Hepatitis A (ansteckend) wird dringend empfohlen. Hepatitis B ist zwar nicht zwingend, aber in Kombination mit Hepatitis A nur wenig teurer.
  • Für Kilimanjaro Abenteurer. Gegen die Höhenkrankheit sollte für Notfälle Diamox in der Reiseapotheke sein. Wichtig sind zudem Kopfschmerztabletten.

Wichtig: Aspirin wirkt bei Kopfschmerzen durch die Höhe nicht!

Elektrische Spannung:     220 V

   

Anreise

Mit der KLM / Kenya Airways geht es von Düsseldorf über Amsterdam nach Nairobi. Beim Check in am Düsseldorfer Flughafen beginnt so gleich die Diskussion das für Taucher übliche Übergepäck. Die KLM befördert max. 30 kg inkl. Handgepäck. Mit Fotoausrüstung, komplettem Tauchequipment und der Trekkingausrüstung sind schnell 44 kg erreicht. Das Sportgepäck (bis. max 15 kg) berechnen KLM und Kenya Airways pauschal mit 80 € pro Flugstrecke.

Kurz vor Nairobi nimmt die Reise einen ungeplanten Verlauf. Wegen einer defekten Boeing 747 auf der Landebahn werden alle Flüge nach Mombasa umgeleitet. Der kleine Flughafen ist schnell überfüllt, das Essen geht nach mehreren Stunden Wartezeit aus und keiner weiß, wann es weiter geht. „Welcome in Africa!“ oder wie man in Swahili zu sagen pflegt „Karibu Africa“. Trotz der chaotischen Zustände schwappt die Gelassenheit und Fröhlichkeit der Afrikaner auf die wartenden Massen über und nach 13 Std. wird dann endlich der Rückflug nach Nairobi ausgerufen. In Afrika ist es ratsam sich das Motto „Hakunamatata“ – kein Problem, wird schon – anzueignen.

Mit einem Tag Verspätung geht die Reise mit einem uralten nicht klimatisierten Bus von Kenia nach Tansania. Nach 10 Std. ist endlich das Mountain Inn in Moshi erreicht und es bleiben zumindest noch ein paar Stunden um am Pool ein wenig zu entspannen, bevor am nächsten Tag der Kilimanjaro in den Mittelpunkt rückt.

Kilimanjaro

Pünktlich – und das ist in Tanzania erwähnenswert – um 9.30 Uhr treffen Bergführer John sowie drei Träger ein und es geht mit dem Landrover zum Machame Gate, dem Ausgangspunkt der gleichnamigen Route in einer Höhe von 1.800 m. Die erste Etappe zur Machame Hütte (3.000 m) führt durch dichten Regenwald. Die Sonnenstrahlen lassen das Grün des Waldes in schier unendlichen Nuancen schimmern und zaubern Schattenmuster von Farnbäumen auf den Weg. Im Camp angekommen, eröffnet sich ein fantastischer Blick hinunter ins Tal und als die Nacht hereinbricht, erstreckt sich ein unendliches Sternenmeer am Firmament.

Tansania - Kilimanjaro Trekking

Der morgendliche Blick aus dem Zelt macht deutlich, wie kalt es nachts war, denn der Boden ist gefroren. Im strahlend blauen Himmel scheint der Gipfel zum Greifen nah und ist doch so fern. Vier Tagestouren und noch ca. 3.100 Höhenmeter trennen mich noch vom Uhuru Peak, dem Dach Afrikas. Nach dem Grün des Regenwaldes zeigt sich die Vegetation im Moorland wesentlich farbenfroher. Eine Vielzahl verschiedener Blumen und sogar Himbeeren ähnelnde Früchte zieren den Weg, bis das eher karge Shira Plateau auf 3.800 m Höhe erreicht ist. In der Dämmerung ziehen Wolken auf, die zunächst gespenstisch weiß und im nächsten Augenblick bedrohlich schwarz über das Plateau hinweg ziehen und zusammen mit den großen schwarzen Raben eine Stimmung wie in einem alten Alfred Hitchcock Thriller verbreiten.

Tansania - Kilimanjaro Trekking

Tag drei dient der Aklimatisierung und führt über den Lava Tower auf 4.600 m wieder hinab zum Barranco Camp (3.900 m). In den frühen Morgenstunden erstreckt der Kili sich wieder in den strahlend blauen Himmel. Wie jeden Tag, nehmen die Wolken den Gipfel gegen Mittag wieder ein. Der kalte Wind und die vegetationslose Geröllwüste sind ebenfalls nicht gerade einladend. Am frühen Nachmittag ist endlich der höchste Punkt dieser Etappe erreicht. Der in den Wolken versteckte 60 m hohe karge Lava Tower animiert zu einer, diesmal nicht ungefährlichen Kletterpartie. Auf dem Abstieg zum Barranco Camp sind erstmals die Strapazen zu spüren. Jeder Schritt schmerzt bis in den Kopf und die Beine fühlen sich schlapp. Die ersten Gedanken aufzugeben kommen auf, sollte keine Besserung eintreten.

Nach einer ruhigen Nacht sind die Kräfte wieder zurückgekehrt und der Morgen beginnt direkt mit einer weiteren Kletterpartie. Gegen Mittag wird im Carranga Valley die letzte Wasserstelle passiert und es geht auf einem schier endlosen Pfad nur noch bergauf bis zum Barafu Camp (4.600 m). Die Nacht ist kalt und sehr kurz, denn um 23 Uhr beginnt der Kampf gegen die letzten 1.300 Höhenmeter.

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Das Aufstehen um Mitternacht wird durch einen sternenklaren Himmel versüßt, doch der eisige böige Wind lässt den Aufstieg trotz entsprechender Kleidung nach nur kurzer Zeit zu einer Strapaze werden. In der Wasserflasche im Rucksack bilden sich Eiskristalle und die Powerriegel sind gefroren. Jeder Schritt ist eine Qual und es scheint kein Ende in Sicht. Die ersten Mitstreiter geben auf und kommen den Berg wieder herunter. Als mein Wille auch fast gebrochen ist und der Kili den Sieg davon zu tragen scheint, berichtet Bergführer John, dass bereits 5.400 m geschafft sind. Das setzt neue Kräfte frei und als kurz vor 6 Uhr morgens der Horizont in einem kräftigen Orange zu glühen beginnt und der Kraterrand am Stella Point erreicht ist, überwältigt mich ein Gefühl von Erschöpfung und Glück – und zwar in dieser Reihenfolge – sowie die Gewissheit auch die letzten 163 Höhenmeter zum Uhuru Peak noch zu schaffen.

Im gleißenden Licht der aufgehenden Sonne erstrahlen die Gletscher und der Berg färbt sich orange. Nach einer weiteren Stunde ist es geschafft, der Uhuru Peak, das Dach Afrikas in 5.895 m ist erreicht. Ein unbeschreibliches Gefühl dort oben zu stehen. Nach einem kurzen Aufenthalt am Gipfel und den obligatorischen ‚Beweisfotos’ beginnt ein langer Abstieg bis ins Mweka Camp (3.100 m). Erneut machen sich die körperlichen Anstrengungen stark bemerkbar und es kommt Vorfreude auf, am kommenden Tag wieder ein Bett und eine Dusche nutzen zu können.

Tansania - Kilimanjaro Trekking

Die Besteigung des Kilimanjaro ist sicherlich ein unvergessliches Erlebnis und Abenteuer, aber es geht definitiv an die physischen Grenzen und sollte keinesfalls unvorbereitet in Angriff genommen werden, da es sonst zur Gefahr für Leib und Leben werden kann.

Safaris

Der nächste Abschnitt der Reise widmet sich der Wildnis in den Nationalparks Tanzanias. In einem Landrover führt die Reise mit Guide Alfons, Koch Costa und Clare von Arusha in den Tarangire NP, an dessen Eingangstor ein uralter riesiger Baobab Tree den Besucher begrüßt. Die Vielzahl der Tiere ist überwältigend. Elefanten, Zebras, Giraffen, Gnus, Antilopen und eine Menge anderer Wildtiere erstmals aus nächster Nähe in freier Wildbahn zu erleben ist schon etwas besonders. Besondere Aufmerksamkeit zieht der kleine Superb Sterling auf sich, welcher seinen Namen aufgrund seines in der Sonne glänzenden Gefieders zu Recht trägt.

Am späten Nachmittag geht es Richtung Natalia Camp, dem ersten Zelt Camp. Es liegt zwar ‚in The middle of nowhere’, stellt aber eine sehr positive Überraschung dar. Die so genannten Zelte sind hervorragend ausgestattete große Hütten mit bequemen Betten und einem ‚Freiluftbadezimmer’ mit WC und Dusche. Zu Abend servieren die Masais im Schein einiger Windlichter für die insgesamt vier Gäste ein ausgezeichnetes Dinner in der Haupthütte. Während die Geräusche der Wildnis sanft die Nachtruhe einleiten, stellt das Erwachen am Morgen ein besonderes Highlight dar. Die Hüttenfront besteht lediglich aus einem Moskitonetz, so dass der Sonnenaufgang beim Öffnen der Augen für einen unvergesslichen Augenblick und einen hervorragenden Start in den Tag sorgt.

Gestärkt vom Frühstück steht eine fünfstündige Fahrt, vorbei am Lake Manyra, über den Ngorongoro Crater bis zu Serengeti an. Serengeti, bedeutet „Endlose Ebene“ und schnell wird klar warum die Masais diesen Namen gewählt haben. Unzählige Schlaglöcher lassen das Gefühl eines James Bond Martinis – geschüttelt – aufkommen, der feine Staub dringt durch jede Ritze ins Auto und die Fahrt über die Pisten scheint endlos zu sein.

Auf den Pirschfahrten sind immer wieder Antilopen, Elefanten und Büffelherden sowie Gruppen von Gibbons zu bewundern. Ein besonderes Schauspiel inszeniert eine Löwin, die ihr frisch gerissenes Zebra vor den auf allen Bäumen lauernden Marabus und Geiern bewacht. Ansonsten lassen sich Löwen, Geparden und Leoparden nur aus der Ferne blicken. Aufregend wird es jedoch im Zeltcamp. Die Camps sind mitten in der Serengeti und weder eingezäunt noch bewacht. Zu Mittag macht sich ein ausgewachsener Elefantenbulle langsam auf den Weg in das Camp und gönnt sich einige Rüssel aus dem Wassertank. Da das viel zu anstrengend ist wird einfach kurzer Hand die Leitung zum Tank gekappt und direkt mit dem Rüssel angezapft. Nun beginnt ein zähes Hin und Her zwischen den Guides, die in ihren Jeeps versuchen den Eindringling zu verscheuchen und dem grauen Riesen, der die Wasserquelle nicht einfach aufgeben will. Letztendlich siegen die motorisierten Guides.

Tansania, Serengeti - Safari

Auf der letzten Pirschfahrt begleiten drei Löwinnen den Jeep. Direkt neben dem Jeep streifen sie unbeeindruckt und stolz als Könige der Serengeti durch die Steppe. Zuletzt tauchen noch einige Buschtelefone, wie Guide Alfons die Wildschweine aufgrund ihres Ringelschwänzchens nennt.

Der letzte Tag führt in den Ngorongoro Crater. Vom Kraterrand sind es gut 600 m hinab ins Innere. Eine große Herde Gnus kreuzt im Galopp die Straße. Büffel und Zebras leben friedlich nebeneinander und teilen sich das ausgetrocknete Gras im Krater. Mit 20 qkm ist die Fläche sehr übersichtlich und die Dichte der Tiere auf dem begrenzten Lebensraum außerordentlich hoch. Durch das Fernglas ist das Werben eines Straußenmännchens um ein Weibchen zu beobachten, bis dieses signalisiert, dass es ebenfalls zur Paarung bereit ist. Hin und wieder läuft eine Hyäne oder ein Schakal vorbei und in der Ferne sind Nashörner zu sehen. Unvergesslich wird auch die Bekanntschaft mit einem frechen Affen bleiben, der meine Banane blitzschnell aus dem Rücksitz im Auto geklaut hat.

Auf dem Rückweg sehen wir noch einige Flamingos an dem fast ausgetrocknetem Salzsee im Krater sowie einige Flusspferde die Faul in einem kleinen ‚Süßwasserpool’ liegen.

Hunderte von Gnus, welche gepaart mit einer Staubwolke über die Ebene galoppieren, Silhouetten von Elefanten im rot-orangenem Sonnenuntergang sowie die immer wachsamen und grazilen Gazellen werden unter den unvergesslichen Eindrücken sein, die man von einer Safari mitnimmt.

Tauchen und Relaxen auf Zanzibar und Pemba

Von Arusha geht es mit Coastal Air in einer kleinen Propellermaschine nach Zanzibar und das Zeltleben in der ausgetrockneten Wildnis hat ein Ende. Erholung, Wasser und natürlich Tauchen füllen die nächsten 14 Tage. Der erste Blick aus dem Flugzeug auf das türkis schimmernde Wasser des Indischen Ozeans weckt die Sehnsucht durch die Tiefen des Ozeans zu schweben und die Unterwasserwelt zu erkunden.

Zanzibar / Stone Town – One Ocean Dive Center

In Stone Town bietet sich das Tembo House als Unterkunft an. Das Hotel liegt direkt am Strand und ist nur zwei Gehminuten vom Tauchcenter „One Ocean – The Zanzibar Dive Center“ entfernt. Nachdem das Hotelzimmer bezogen ist, steht gleich ein Treffen mit Gary Greig an, um die Tauchgänge am kommenden Tag zu besprechen. Er ist ein besonders freundlicher Zeitgenosse, seit 1995 auf Zanzibar und ein ‚alter Hase’ was das Tauchen rund um Zanzibar betrifft. Das „One Ocean Dive Center“ war das erste Tauchcenter auf der Insel und ebenfalls das erste PADI Five Star Dive Center. Mittlerweile betreibt Gary neben der Basis in Stone Town zwei weitere Basen an der Westküste zum einen im Bluebay Beach Resort und zum anderen am Matemwe Beach. Nicht nur was das Tauchen angeht, ist Gary die erste Adresse in Stone Town, auch sein kulinarischer Tipp, das Archipelago im selben Gebäudekomplex wie die Basis, stellt sich als hervorragende Wahl heraus. Hier werden die besten Seafood Mahlzeiten zu wirklich angenehmen Preisen serviert.

Am nächsten Morgen ist es soweit und es geht endlich raus auf das türkisblaue Wasser zum Tauchen. Heute ist Caroline Chefin an Bord der M.V. Anna, einer traditionellen arabischen Dhow, die für maximal 15 Taucher / Schnorchler reichlich Platz bietet. An Bord wird strickt nach dem Motto „Safety first and pleasure second“ verfahren. Nach ca. 40 Min. ist der erste Tauchplatz an den Pinnacles erreicht. Die einzelnen Korallenblöcke sind schön bewachsen und bieten einer Vielzahl von Rifffischen ein zu Hause. Neben großen Kugelfischen, Kaiserfischen, schwarzen Feuerfischen, einem großen Drückerfisch gehören auch Seenadeln und Hummer, sowie eine Schule von Welsen zu den Bewohnern des Riffes. Selbst Freunde von Nacktschnecken kommen hier auf ihre Kosten. Leider verhindern die zügige Strömung und reichlich Plankton im Wasser gute Bedingungen für die Unterwasserfotografie.

In der Regel werden pro Ausfahrt zwei Tauchgänge, die meist auf 45 Min. limitiert sind, gemacht. Während der Oberflächenpause gibt es an Bord ein ausgezeichnetes traditionelles Zanzibar-Mittagessen. Gut gesättigt und ganz entspannt geht kann dann der zweite Tauchgang angegangen werden. Tauchlokation zwei befindet sich am Murogo Reef, welches bis auf max. 24 m abfällt. Für dieses Riff kündigte Caroline gute Chancen auf Schildkröten an. Eine im Riff liegende große Grün-Schildkröte in Begleitung eines Ramona Fisches erfüllt die so geschürten Erwartungen der Tauchgruppe.

Tansania - Schildkröte

Weitere Tauchspots sind auf der Homepage www.zanzibaroneocean.com beschrieben. Während das Archipel kein Eldorado für Wracktaucher ist, bietet zumindest Stone Town verschiedene Wracks, wobei insbesondere „The Penguin“ sehr interessant sein soll. Die Penguin liegt allerdings auf 40 m und wird von den One Oceans ausschließlich betaucht, wenn sich eine Gruppe mit entsprechend erfahrenen Tauchern zusammenfindet.

Mit etwas Glück trifft man rund um das Zanzibar Archibpel auch Großfische wie Wale an. Leider sind die imposanten Säuger 14 Tage zu früh in den Gewässern um Zanzibar gesichtet worden, so dass lediglich noch die faszinierenden Fotos anzusehen waren.

Ansonsten bietet es sich an von Stone Town aus eine Gewürztour zumachen. Zanzibar ist bekannt als Gewürzinsel, deren ganzer Stolz die Nelkenproduktion ist. Aber auch Muskat, Pfeffer, Vanille, Jack Früchte, Orangen und Ananas gehören zu den Gewürzen und Früchten, die auf der Insel angebaut werden.

Zanzibar / Ostküste – Rising Sun Dive Center / Breezes Beach Club

Mit dem Taxi geht es von der West- and die Ostküste, wo sich nach einer Stunde Fahrtzeit im Breezes Beach Club überraschenderweise ein kleines Paradies auftut. Der erste Eindruck ist bereits überwältigend. Es bleibt jedoch kaum Zeit, die Eindrücke zu verarbeiten, denn Paul Sheperd einer der beiden Eigentümer des „Rising Sun Dive Centers“ sorgt dafür, dass es nach der Anreise direkt zur Basis geht, um die Nachmittagstauchfahrt vorzubereiten.

Das Tauchcenter liegt direkt an dem traumhaften Strand und ist harmonisch in die farbenfrohe Gartenlandschaft der Hotelanlage eingebettet. Nachdem das komplette Tauchequipment von den Guides hergerichtet ist, geht es mit dem Pick-up der Tauchbasis auf zum Tauchboot. Das Dhow liegt ca. 10 Autominuten nördlich von der Basis. Hier macht es ein Kanal im Innenriff möglich, auch bei Ebbe mit dem Boot zum Außenriff zu gelangen. Vom Kilimanjaro, so nennt Paul die wenigen Stufen, die es hinab zum Strand zu überwinden gilt, eröffnet sich ein fantastischer Blick über den Strand und das Riff auf den Ozean. Über einen kleinen Steg gelangt man zum Dhow, welche maximal 12 Gäste aufnimmt. Paul versucht seinen Gästen das Tauchen so angenehm wie möglich zu machen. Dazu gehört u. a., dass die Tauchgruppen harmonisch zusammengestellt werden und die Gruppen 3 – 5 Taucher nicht überschreiten. Davon ab ist das „Rising Sun“ das einzige Tauchcenter an diesem Abschnitt der Ostküste, so dass wirklich unberührte Tauchplätze und mehr Fische als Taucher (im Gegensatz zum Roten Meer) garantiert sind. Bei allen Tauchgänge handelt es sich um Drift Dives bei denen die Taucher nach und nach wieder von der Crew aufgesammelt werden. Für navigationsfaule Taucher ist das eine hervorragende Sache. Weiterhin übernimmt die Crew die komplette Arbeit was das Equipment angeht. Also nur noch das Equipment anziehen, Buddy Check und beim Ukwely Spot ab ins Wasser. Wie immer wenn die UW-Kamera nicht mit dabei ist, besticht das Meer durch eine perfekte Sicht. Gnadenlos blaues klares Wasser und Sichtweiten bis zu 40 m. Doch das ist längst nicht alles, auch die Begegnungen mit der Unterwasser-Fauna macht Lust auf mehr. Neben einem großen Octopus, Schildkröten, einem riesigen Cobia und Ei-Schnecken, sind mehrere Geistermuränen ein echtes Highlight. Auch Paul ist happy als er mit Begeisterung seinen Lieblingsfisch, einen jungen Imperator Kaiserfisch entdeckt, welcher auch in seinem Tauchlehrer-Stempel wieder zu finden ist.

Tansania - Geistermuräne

Der zweite Tauchgang am Point 8 folgt nach einer relativ kurzen Oberflächenpause. Die Gezeiten erfordern es, dass gelegentlich nur recht kurze Pausen zwischen den Tauchgängen liegen. Dies kann unter Umständen auch mal zu einer zeitlichen Limitierung von Tauchgängen führen, ansonsten wird getaucht, bis die Flasche leer ist. Auch am Point 8 gibt es unzählige Fischarten zu bewundern. Skorpionfische, eine Rockmover Wrasse, Feuerfische und eine Leopard Muräne sind nur einige von den vielen Spezies die das Taucherherz erfreuen.

Nach einem exzellenten Frühstücksbuffet mit herrlichem Blick auf den Hotelpool und das Meer, steht der Vormittagstauchgang am Obaoba Riff an. Hierbei handelt es ich um ein Innenriff, welches vorwiegend als Schulungstauchplatz dient und mit einer maximalen Tiefe von 6 m ein echter Easy Dive ist. Nichtsdestotrotz sind auch am Trainingsriff Schlangenaale, Seenadeln, Schollen, Trompetenfische, Nacktschnecken und diverse andere Fischarten zu bestaunen. Leider wird das Marineleben durch reichlich aufgewirbelten Sand meist in ein recht nebeliges Umfeld eingebettet.

Die beiden Nachmittagstauchgänge finden dann wieder an den tieferen Tauchplätzen statt. Ciupis Deep hat korallenmäßig nicht viel zu bieten, aber dafür ist die Chance auf Großfische ziemlich gut. Schildkrötengarantie gibt es hier sowieso auf fast jedem Tauchgang. Eine Gruppe Delphine taucht leider erst auf, als der Tauchgang beendet ist. Zumindest begleiten sie das Dhow bis zum zweiten Tauchplatz.

Tansania - Schwarm Blaustreifenschnapper ( by Paul Sheperd)

Eine große Schule Blaustreifen Schnapper prägt den Tauchgang am Pale Pale Spot. Nacktschnecken, Ei-Schnecken, große Zackenbarsche und natürlich Schildkröten sowie viele Korallen und Schwämme lassen das Taucherherz höher schlagen.

An Vollmondabenden bieten Jamie und Lara, die Geschäftsführer, des Nachbarhotels Sultans Palace eine Vollmondparty mit typisch swahilischer Musik und dazugehörigem Tanz am Strand an. Definitiv ein ganz besonderes Event. Wann bietet sich sonst schon mal die Gelegenheit Hummersalat und gegrillte Scampis zu schlemmen, während der Mond das Meer in einen silbernen Schimmer taucht und das Lagerfeuer am Strand flackert.

Tansania, Sansibar - Hotel

Am kommenden Tag stellt sich der Vollmond jedoch als negativ heraus, denn die Gezeiten haben sich von üblichen 1,5 m auf bis zu 5 m Gezeitenunterschied geändert und die Wellen am Außenriff sind bis zu 8 m hoch. An eine Ausfahrt ans Außenriff ist daher nicht zu denken. So bleibt zumindest die Gelegenheit, die Hotelanlagen zu erkunden und zu nutzen. Das Breezes ist ein liebevoll geführter Familienbetrieb. Eingebettet in die wundervolle Gartenlandschaft verbergen sich die mit Strohdächern bedeckten Unterkünfte. Wer Ruhe, unberührten Strand und ein ganz besonderes Flair sucht, trifft mit dem Breezes die vermutlich beste Wahl auf Zanzibar. Damit dies auch so bleibt, haben die Besitzer auf beiden Seiten der Hotelanlage rund 800 m Land erworben. Neben dem Fitnesscenter, den Tennisplätzen, diversen Wassersportarten können auch Massagen zur Entspannung gebucht werden. Als ganz speziellen Service bietet das Hotel ein Honeymoon-Dinner in einem kleinen Pavillon direkt am Strand. Kein Wunder, dass eine Vielzahl der Gäste hier Ihre Flitterwochen verbringen.

Der für den letzten Tag an der Ostküste geplante Early Morgen Dive muss leider ebenfalls wegen zu rauer See abgesagt werden. Für Paul hat die Sicherheit seiner Gäste absoluten Vorrang und wenn seine erfahrene Crew Bedenken äußert, wird die Ausfahrt gestrichen. Alternativ kann dann jedoch immer noch das Trainingsriff betaucht werden.

Aus den Gesprächen mit Basisleitern, Tauchlehrern und anderen Tauchern wird immer wieder deutlich, dass es auf Zanzibar einige schwarze Schafe in der Tauchbranche gibt. Das ein oder andere Tauchcenter preist sich als 5 Star Dive Center an und ist nicht mal bei PADI als Tauchcenter registriert. Von dem einen oder anderen Taucher ist zu erfahren, dass man bei diesen Basen nicht auf das Motto „Sicherheit zuerst“ bauen kann und die Bezeichnung „Unterwasser-Cowboys“ ist nicht nur einmal zu hören. Es empfiehlt sich daher, vor der Wahl eines Tauchcenters die PADI Webseite (www.padi.com) aufzusuchen und dort zu prüfen, welches Tauchcenter wirklich registriert ist.

Zanzibar / Nordwestküste – East African Diving

Mit dem Taxi geht es von der Ost- an die Nordwestküste. Die Fahrt dauert gut 2,5 Std. und kostet 85 USD. Taxi fahren ist aufgrund der hohen Benzinpreise in Tanzania allgemein sehr teuer.

Im Norden der Insel geht es ein wenig touristischer zu. Das Örtchen Nungwi ist zwar sehr beschaulich, bietet jedoch an dem herrlichen Strand reichlich Hotels und zudem sehr gute Restaurants. Wer abends ein wenig Partystimmung mag, ist im Boatshouse direkt am Strand an der richtigen Adresse.

Das „East Africa Diving & Water Sport Center“ liegt wunderschön am Strand etwas abseits der Haupthotelregion. Bei den East Africa Divers spricht man „bayerisch“ … Michael ist aus dem Süden Deutschlands und leitet die Basis zusammen mit seiner ebenfalls deutschsprachigen Frau, Helen.

Für den ersten Tag sind zwei Tauchgänge geplant. Leider fällt auch hier der zweite Tauchgang den Gezeiten zum Opfer. Am frühen Nachmittag geht es dann auf die Dhow und zum Tauchplatz Kichafi. Bei sechs Tauchern mit unterschiedlichem Erfahrungsgrad ist die Gruppe zum Fotografieren ein wenig groß und zudem ist die Sicht viel zu schlecht. Schade, denn der Tauchplatz besteht aus einer imposanten ca. 15 m langen Maze Coral.

Ein Highlight für Taucher sind die Tauchplätze rund um die im Nordosten vorgelagert kleine Insel Mnemba. Auf der 1,5 stündigen Dhow-Fahrt nach Mnemba sind einige verspielte Delfine immer in Bootsnähe. Kichwani und Wattabomi heißen die beiden heutigen Tauchgründe. Sowohl das Riffleben als auch die Riffe selbst bieten alles, was das Taucherherz begehrt. Selbst beim Schnorcheln in der Tauchpause gibt es reichlich zu entdecken, so z. B. einen Schwarm von ca. 30 Tintenfischen.

Bei Michael und Helen ist man wirklich gut aufgehoben. Insbesondere Helen ist sehr hilfsbereit. So sorgt sie gern dafür, dass Gäste ihre Travellerschecks in Bargeld tauschen können oder sendet vergesslichen Leuten wie mir, den hängengelassenen Shorty nach Stone Town nach.

Als Unterkunft in der Nachbarschaft der Tauchbasis (5 Gehminuten) empfehlen sich die Flame Tree Cottages. Die Anlage wird von einem freundlichen Ehepaar geführt. Der Service ist sehr persönlich. So werden das Frühstück wie auch alle anderen Mahlzeiten auf der Veranda der kleinen Bungalows serviert.

Pemba – Swahili Divers / The Old Mission Lodge

Die Speedferry fährt in ca. 2,5 Stunden von Stone Town nach Makoni. Von dort sind es noch gut 20 Min. mit dem Taxi nach Chake Chake, wo die Swahili Divers stationiert sind. Die Basis ist für die meisten Taucher zugleich auch die Unterkunft. Die Zimmer in der „Old Mission Lodge“ sind sehr einfach und der Gesang des Muezzin sorgt dafür, dass man morgens auch nicht verschläft. Dafür bietet das gemeinsame Abendessen auf der Veranda und das gemütliche abendliche Beisammensein reichlich Gelegenheit, die traumhaften Tauchtrips des Tages Revue passieren zu lassen.

Obwohl Pemba nur 50 km nördlich von Zanzibar liegt, weist die Insel einen völlig anderen Charakter auf. Das Terrain ist hügelig, fruchtbar und weist eine dichte Vegetation auf, weshalb Pemba von den Arabern einst als die „Grüne Insel“ bezeichnet wurde. Die Insel weist nur vereinzelt Strände auf, da die Küste weitestgehend durch Mangroven geprägt ist.

Die Tourismusindustrie auf Pemba ist noch in den Kinderschuhen und die Infrastruktur ist ziemlich einfach. Mit Ausnahme von Tauchern trifft man eigentlich so gut wie keine Touristen, was jedoch gerade den Charme der Insel ausmacht.

Die Tauchgründe rund um Pemba sind extrem vielfältig und bieten neben steil abfallenden Riffen im Pemab Channel auch wundervolle Riffe rund um die vielen vorgelagerten Inselchen, welche zum Relaxen zwischen den Tauchgängen geradezu einladen.

Farhat Jah eigentlich bekannt als „Raf“ ist türkischer Abstammung und Besitzer der Swahili Divers. Raf befindet sich sehr viel auf Reisen und überlässt die Betreuung der Gäste in dieser Zeit Helena sowie Tauchlehrer Joe. Leider war die Basis mit Joe und einem Divemaster ziemlich dünn besetzt, worunter die Zusammenstellung homogener Tauchgruppen litt. Die Mannschaft soll jedoch auf drei Instruktoren und vier weitere Mitarbeiter erweitert werden.

Die Tauchtage beginnen mit einer 15 minütigen Fahrt mit dem Landrover zum kleinen Hafen in Chake Chake, wo die Dhow der Swahilidivers ankert. In 1 – 2 Stunden sind die schönsten Tauchreviere an der Afrikanischen Ostküste erreicht. Der erste Tag führt in den Marinepark rund um Misali Island, einer Inselperle umgeben von türkisgrünem Wasser. Die exzellenten Korallenriffe sind gespickt mit Weich- und Hartkorallen, Schwämmen und unzähligen Riffbewohnern.

Kaschani Island ist Ziel des zweiten Tages und braucht sich keinesfalls vor Misali verstecken. Auch hier sind die Riffe vollkommen in Takt und die Pausen werden zum reinsten Vergnügen an weißen unberührten Sandstränden.

Insbesondere Liebhaber von Kleintieren kommen voll auf ihre Kosten. Nacktschnecken sind eine Spezialität in den Gewässern um Pemba und treten in enorm vielen Variationen auf. Ebenso kann man sich immer wieder auf Schildkröten freuen, die majestätisch durchs Wasser schweben. Geistermuränen, Schaukelfische, riesige Zackenbarsche, Krabben, Feuerfischen, Napoleons und Muränen bereichern ebenfalls die Unterwasserwelt.

Auf Pemba muss man sich sicherlich auf einfachste Verhältnisse einstellen. Wer jedoch hervorragende Tauchreviere genießen möchte, wird dies verschmerzen können und einen Besuch auf Pemba nicht bereuen.

Nun heißt es Kwaheri Tanzania und als Fazit bleibt zu sagen, dass Tanzania weit mehr als nur Safaris zu bieten hat. Insbesondere die Tauchreviere bieten eine willkommene Abwechslung zu den bekannten Zielen des Tauchtourismus.

Allgemeine Infos zur Reiseplanung:

Bei der Reiseplanung sollte man, sofern möglich, nicht zu Voll-  und Neumondtagen die einzigen Tauchgänge auf Zanzibar planen. Neben der Gefahr gar nicht tauchen zu können, hat sich auch die Sicht während der extremen Gezeiten stark verschlechtert.

Des weiteren sollte man sich informieren ob gerade Ramadan ist. Die Muslime essen und trinken während dieser Zeit den ganzen Tag nichts.  Paul bietet normalerweise auch Nachttauchgänge an und bei den Swahili Divers kann man bei Interesse auch drei Tauchgänge pro Tag machen. Während  Ramadan nehmen die Tauchcenter verständlicherweise Rücksicht auf ihr einheimisches Personal und verzichten auf zusätzliche Tauchgänge.

Fotogalerie:

 

Hinweis: Die Tauchgänge wurden vom Rising Sun Dive Center und Breezes Beach Club unterstützt. Alle Eindrücke sind wie immer die unseren, darauf kannst du zählen!

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