„Ein Urlaub – zwei Tauchwelten“

Sulawesi fasziniert durch die Lebensfreude der Indonesier, Reisfelder, tropische Regenwälder, tief schwarze und herrlich weiße Sandstrände sowie grandiose Tauchgebiete.
Publikation im Tauchmagzin „SeaStar“

 

Allgemeine Reiseinformationen

Land: Indonesien – Nord Sulawesi
Lage: Sulawesi ist eine indonesische Insel zwischen Borneo und Neuguinea.
Größe:  Indonesiens dritt größte Insel erstreckt sich über eine Fläche von 189.216 qkm.
Hauptstadt: Jakarta
Bevölkerung: ca. 225 Mio. Einwohner, davon ca. 15 Mio. auf Sulawesi
Sprache: Bahasa Indonesia
Religion: Auf Sulawesi stellenMuslime mit 80 % die Mehrheit, 19 % sind christlichen Glaubens.
Nord Sulawesi wird vom Volk der Minahasa bewohnt, die sich vorwiegend zum Christentum
bekennen, eine Besonderheit im ansonsten muslimisch geprägten Indonesien
Geld: Indonesische Rupiah (IDR)
Visum: Mindestens 6 Monate gültiger Reisepass für Besuche bis zu 30 Tagen. Visum ist bei der Einreise erhältlich (US$ 25.00).
Zeit: MEZ + 7 bis 9 Stunden; Nord Sulawesi + 7 Std.
Medizinische Hinweise: Malaria Prophylaxe wird dringend empfohlen. Tauchern wird von
Lariam abgeraten und das Medikament Malarone empfohlen.
Gelbfieberimpfung ist Pflicht, sofern jemand aus Gelbfieber gefährdeten
Gebieten kommt. Die Impfung wird nur von zugelassenen
Ärzten und den Gesundheitsämtern vorgenommen.
Hepatitis A (ansteckend) wird dringend empfohlen. Hepatitis B ist
zwar nicht zwingend, aber in Kombination mit Hepatitis A nur wenig
teurer.
Diphtherie, Tetanus und Polio sollten vorhanden sein.
Elektrische Spannung:     220 V
Information im Web:         www.north-sulawesi.org


„Wie kommt man ins Tauchparadies?“

Wie kommt man ins Tauchparadies Sulawesi? Ganz einfach mit der Quantas geht es super bequem und bestens versorgt von Frankfurt nach Singapur. Wer sein eigenes Tauchequipment mit auf die Reise nimmt, sollte sich jedoch im Voraus mit der Quantas einigen, um nicht beim Check-in eine böse Überraschung zu erleben. Die Quantas hat grundsätzlich keine Sondertarife mehr für Sportgepäck, d. h. alles was über das übliche Gewichtslimit von 20 kg plus Handgepäck hinausgeht, wird pro kg und pro Flug teuer bezahlt. Da ist schnell mal eine neue Tauchausrüstung drin.

Von Singapur geht es mit der  indonesischen Fluggesellschaft Garuda zunächst nach Bali und dann weiter nach Ujung Pandang auf Sulawesi. Es kann übrigens zu etwas Verwirrung führen, wenn der gebuchte Flug plötzlich nach Makasar geht. Keine Sorge, es handelt sich nicht um eine andere Flugroute, sondern nur um den neuen Namen der Stadt. Um nach Manado im Norden Sulawesis zu gelangen, ist ein weiterer einstündiger Flug erforderlich, was auch gleich die Größe Sulawesis mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 1000 km verdeutlicht. Die Garuda befördert Tauchgepäck kostenfrei, wenn es als solches benannt wird.

Alternativ gibt es auch Direktflüge mit Silk Air von Singapur nach Manado, letztendlich eine reine Preisfrage.

„Ein Fleck zum wohl fühlen“

Endlich in Manado angekommen wird man vom freundlichen Personal des Tasik Ria Resorts (TRR) empfangen. Mit dem Airport-Shuttle ist das Tauchparadies nach einer 45 minütigen Fahrt durch Manado und entlang der kurvigen und hügeligen Küstenstrasse erreicht. Ein Willkommens-Cocktail, die indonesische Gastfreundlichkeit und ein erster Blick auf den in eine harmonische Gartenlandschaft eingebetteten großen Pool machen sofort klar: „Ein Fleck zum wohl fühlen und relaxen!“

Indonesien, Sulawesi - Tasik Ria Resort

In der Tauchbasis der Eco Divers, wird man ebenfalls freundlich von Björn und Caroline empfangen. Die beiden sind ein belgisches „Tauchpaar“ und führen gemeinsam die Tauchbasis im Tasik Ria Resort,  wobei sie mittlerweile „tatkräftig“ von ihrem Tauchnachwuchs unterstützt werden. Beide haben extrem viel Erfahrung und zuvor das bekannte Tauchcenter der Emperor Divers im Millennium Coral Beach Diving Hotel, Marsa Alam am Roten Meer geführt. Björn ist als einer von ca. 1200 PADI Course Directors weltweit in der Lage alle möglichen Kurslevels anzubieten. Auch Caroline genießt als PADI IDC Staff Instructor einen hohen Ausbildungsstand. Zudem Sprechen sie neben ihrer belgischen Muttersprache, englisch, französisch, holländisch, spanisch und deutsch.

Indonesien, Sulawesi - Tasik Ria Resort Eco Divers

Nach dem üblichen Check-in wird Wert darauf gelegt, am folgenden Tag direkt ins Tauchvergnügen starten zu können. Für jeden Taucher wird eine Kiste für die Ausrüstung zur Verfügung gestellt, in der man das eigene Equipment aufbewahren kann. Die Kisten können direkt in der Basis aufbewahrt werden. Am Tauchtag selbst, muss man eigentlich nur noch gute Laune mitbringen, denn das gesamte Equipment wird von der sehr hilfsbereiten Crew an Bord gebracht wird. Die Kontrolle der Ausrüstung an Bord sollte natürlich trotzdem vor dem Ablegen des Bootes von jedem selbst erfolgen.

Am Morgen nach dem Ankunftstag ist es dann soweit. Der Bunaken National Park wartet darauf erkundet zu werden. In Mitten der über 6 km tiefen Sulawesi See bilden die fünf kleinen Inseln, Siladen, Nain, Mantehage, Manado Tua und last but not least Bunaken den National Park. Die meisten Tauchplätze säumen sich um die Insel, deren Namen der National Park trägt.

Indonesien, Sulawesi, Bunaken NP

Selbstverständlich sind alle gespannt auf den ersten Trip, doch bevor es losgeht, treffen sich die Neuankömmlinge in der Jetty-Bar zum allgemeinen Briefing.

Björn erklärt die Sicherheitsstandards an Bord, den täglichen Ablauf der Tauchausfahrten, die im National Park zu beachtenden Verhaltensregeln und natürlich was die Taucher unter Wasser so erwartet.

Die erste Ausfahrt führt zum Tauchplatz Alung Banau, einer Steilwand mit vielen wertvollen Motiven für Makrofotografen.

Nach dem Motto „Take only photos, leave only bubbles“, was soviel bedeutet wie nehme nur Fotos mit und hinterlasse nur Luftblasen, erwartet die Tauchgruppe der erste Eindruck der tiefblauen Unterwasserwelt rund um Sulawesi. Schnell wird deutlich, dass man ohne das geübte Auge der Dive Guides, vermutlich nur die Hälfte der unglaublich vielen Lebewesen entdecken würde. In den Federsternen und Korallen verstecken sich wahre Meister der Tarnung, wie die kleinen Spinnenkrabben. Aber auch so quirlige Gesellen wie ein junger Harlekin Süßlippenfisch lassen sich begutachten, während man von der leichten Strömung an den farbenprächtigen Korallen vorbeigetragen wird.

Indonesien, Sulawesi - Spinnenkrabbe

Obwohl das artenreiche Marineleben der Bunaken vorwiegend die etwas kleineren Meeresbewohner zu bieten hat, sind Großfische in der Sulawesi See keine Seltenheit. So werden Taucher häufig von vorbeiziehenden Adlerrochen begleitet, treffen auf die in den Riffen beheimateten Weißspitzenriffhaie oder begegnen großen Barrakuda-Schwärmen.

Die Sulawesi See scheint noch einige Geheimnisse zu hüten. Erst im Jahre 1998 wurde eine bis dahin unentdeckte Spezies des Quastenflossers entdeckt und unter dem Namen Manado-Quastenflosser.

bekannt. Einige Jahre später wurde eine neue Art von Pygmäen-Seepferdchen gefunden und weitere  Überraschungen sind nicht unwahrscheinlich.

Ein von der Topografie besonders hervorzuhebender Tauchplatz ist das wellenförmige Riff Lekuan II mit wahrlich dramatisch vertikalen Steilwänden und diversen Überhängen. Übersät von überwältigenden Schwämmen stellt das Riff den Lebensraum für alle Arten von Riffischen sowie für eine auffällig hohe Anzahl wirbelloser Zeitgenossen. Aber auch prächtige Schildkröten fühlen sich hier offensichtlich wohl und nutzen die Überhänge gern zum relaxen.

Die freundliche Crew der Eco Divers sorgt nicht nur während des Tauchausfluges für alle Annehmlichkeiten sondern auch mit dem Carry & Care Service danach. Equipment schleppen, reinigen, sicher aufbewahren und das Setup für jeden neuen Tag vorzubereiten machen das Tauchen zum wirklichen Urlaubsvergnügen.

„Eine Wellness Oase“

Nach einem Tag auf dem Meer darf man sich durchaus auf die Rückkehr ins Tasik Ria Resort freuen. Die sehr geräumigen, funktionell eingerichteten und klimatisierten Pool-View Räume sowie die komfortablen Hütten mit Sicht auf das Meer sind umgeben von einer geschmackvoll gestalteten Gartenlandschaft.

Das Matana Spa ist die Wellness Oase des Resorts, in der man in ein Bad des Genusses und der Entspannung eintauchen kann. In privaten Hütten darf man sich den authentischen traditionell indonesischen Wellness Behandlungen, von der Reflexzonenmassage mit aromatischen Ölen, über Schönheitsbehandlungen bis hin zu einem entspannenden Blütenbad, hingeben. Wer danach immer noch nicht das Gefühl der völligen Entspannung verspürt, darf noch im Dampfbad oder Whirlpool zu verweilen.

Indonesien, Sulawesi - Tasik Ria Resort

„Grandioses Hausriff“

Zu den Highlights des Resorts gehört ohne Zweifel das Hausriff. Das sacht abfallende Riff gründet auf einer Tiefe von 20 m und beginnt direkt hinter dem Anleger. Da das Hausriff soviel zu bieten hat und von den Tauchern sehr geschätzt wird, ist es fester Bestandteil der wöchentlichen Tauchgangsplanung. Üblicherweise gibt es so gut wie keine Strömung, aber dafür einen Reichtum an seltenen Unterwasserkreaturen, der kaum zu überbieten ist.

Jemals einen Schmetterer, einen Schaukelfisch, einen Seegras-Geisterfisch, einen Fetzengeisterfisch, Imperatorgarnelen oder eine Vielzahl von Tarzangarnelen gesehen … im Tasik Ria Resort findet man sie direkt vor der Haustür.

Indonesien, Sulawesi - Fangschreckenkrebs Schmetterer

… und wer nun denkt das wäre alles, der ist definitiv auf dem Holzweg.

Mit viel Glück sieht man Barsche, wie sie im Hausriff jagt auf Garnelen machen oder aber bei einem speziellen Mandarinfisch Tauchgang in der Abenddämmerung ein extrem scheues aber verspieltes farbenprächtiges Paar Mandarin Leierfische.

„Kokospalmen und Reisfelder auf der Hochlandtour“

Neben Wellness und Tauchen bieten sich auch weitere Aktivitäten an. Ein Besuch in Manado, der Hauptstadt der nördlichen Provinz Sulawesi Utara vermittelt einen Eindruck über das Leben der ca. 600.000 Einwohner. Allerdings befinden sich große Teile der Stadt in einem relativ schlechten Zustand und auf Sehenswürdigkeiten darf man nicht wirklich hoffen. Ein beliebter Anziehungspunkt auf dem Manado Boulevard ist jedoch die relativ neue Mega Mall mit interessanten Einkaufsmöglichkeiten geworden. Hier finden sich auch gute Möglichkeiten abends essen zu gehen.

Aus sportlicher Sicht liegt der Fokus eindeutig auf Wassersportarten. Es können Kajaks gemietet werden und Ausfahrten zum Tiefseefischen oder Wildwasser Rafting Touren gebucht werden. Der 40 Minuten entfernte 9 Loch Golfplatz dürfte hingegen bei Golffreunden für wenig Begeisterung sorgen. Eine Trekking Tour auf den Krater des Mount Mahawu verspricht eine fantastische Sicht auf die Bucht von Manado sowie die Bunaken.

Darüber hinaus wird eine Minahasa Hochlandtour angeboten. Es empfiehlt sich die Hochlandtour mit dem Transfer vom Tasik Ria Resort zum Kungkungan Bay Resort auf der Ostseite der nördlichen Halbinsel Sulawesis zu kombinieren.

Die Tour führt durch die tropische von Kokospalmen durchzogene Landschaft und viele kleine Ortschaften und vermittelt so einen realistischen Eindruck vom lokalen Lebensstil. Trotz der offensichtlichen Armut, sind die Menschen fröhlich und begrüßen Fremde immer mit einem freundlichen Lächeln.

Jedes der kleinen Dörfer scheint sich auf einen eigenen Industriezweig spezialisiert zu haben. Zunächst gelangt man nach Woloan Village wo die traditionellen Minahasa Häuser in Fertigbauweise in Handarbeit hergestellt und anschließend an ihren Bestimmungsort transportiert werden. Die nächste Ortschaft Tora-Tora ist geprägt von umliegenden Reisfeldern, während Polutan von der Keramik Industrie lebt. Der Einheimischen Markt in Tomohon ist ein Erlebnis der besonderen Art. In den schmalen Gassen tummeln sich reichlich Menschen, zwischen Ständen mit frischem Obst, Kokosnüssen, Gewürzen oder Fisch. Neben diesen Angeboten, gibt es aber auch solche, die vom Geruch und Anblick nicht für den typischen Europäer bestimmt sind, wie z.B. gegrillte Fledermäuse.

Indonesien, Sulawesi - Einheimischer Markt

Vom Markt in Tomohon geht es weiter zum Linow See, einem schwefelhaltigen Vulkansee der in wechselnden Grün-Nuancen schillert. In der gesamten Umgebung brodelt heißer Wasserdampf aus der gelblich gefärbten Erde und beißender Schwefelgeruch steigt in die Nase.

Die Fahrt geht weiter zum Tondano-See, dem größten See Nord-Sulawesis. Hier gibt es in einem idyllisch gelegenen Restaurant direkt am See das Mittagessen, bevor es dann auf direktem Weg über Bitung zum Kungkungan Bay Resort weitergeht.

„Das Mutterschiff an Land“

Das Kungkungan Bay Resort (KBR) liegt in einer kleinen privaten Bucht, vom offenen Meer behütet durch die vorgelagerte Lembeh Insel. Von der Landseite her wird die Bucht von einem in den blauen Himmel ragenden Regenwaldgürtel umschlossen.

Der Charme des KBR fesselte auch Miranda und Steve Coverdale, als sie dort „strandeten“. Steve ist PADI Instruktor und spezialisiert auf Unterwasserfotografie, Nitrox und Rebreather. Mit vielen Jahren Erfahrung in der Unterwasserfotografie und -videografie ist Steve genau der richtige Basisleiter im Mekka für die Unterwasserfotografen dieser Welt.

Dementsprechend ist das KBR auch ausgezeichnet auf die vielen Unterwasserfotografen vorbereitet.

Es gibt einen eigenen Raum mit reichlich Platz für die Kameraausrüstung und sowohl 220 V als auch 110 V Anschlüsse zum Laden von Akkus.

Miranda ist Holländerin und die „gute Fee“ des Resorts. Obwohl auch Miranda über eine PADI Instructor Ausbildung verfügt, nimmt Sie vorwiegend die Funktion des Resort Managers wahr und sorgt dafür, dass die Gäste sich im KBR wohl fühlen.

Ein ganz besonderer Genuss ist beispielsweise die BBQ Night, welche Miranda regelmäßig organisiert. Zur Einstimmung wird ein erfrischender Pinacolada Cocktail in einer Kokosnuss serviert, traditionelle indonesische Vorspeisen regen im Anschluss den Appetit auf die leckeren gegrillten Fisch- und Geflügelhappen an. Abgerundet wird das Dinner mit frischem Obst.

Das KBR verfügt über lediglich 17 Räume in drei Kategorien. Die großzügigen Cottages, von deren Veranda man den Blick bei einem kühlen Cocktail über die Lembeh Strait schweifen lassen kann und die Delux Räume sind klimatisiert. Bei den ganzjährig konstanten Temperaturen über 30 °C – „Bei 28 °C Grad beginne ich zu frieren“, meinte Dive Guide Paul – und der hohen Luftfeuchtigkeit sind die klimatisierten Räume den traditionellen Standardräumen vorzuziehen.

Das Hauptgebäude mit dem Restaurant schwebt auf Holzpfählen über dem glasklaren Wasser. So besteht schon beim Frühstück fast Wasserkontakt und man kann es kaum abwarten in den Neoprenanzug zu schlüpfen.


Hilf unsere Ozeane sauber zu halten, damit wir auch in Zukunft mehr Fische als Plastik vor die Tauchermaske bekommen. Danke.

OceanCare Plastikkampagne Feuerfisch


Im Vergleich zu den Bunaken, bietet die Lembeh Strait eine komplett andere Unterwasserwelt. Um diese einmalige Welt zu schützen, wurden Initiativen gestartet um auch hier den National Park Status zu erhalten. Die lokalen Tauchcenter leisten bereits Ihren Beitrag durch die Einhaltung von Regeln (z.B. Verbot von Tauchhandschuhen) zum Schutze der über 40 Tauchplätze.

Aber nicht nur die Natur profitiert. Das Agreement auf maximal vier Taucher pro Dive Guide, lässt jeden Tauchgang zu einem individuellen Erlebnis weit ab vom „Rudeltauchen“ in anderen bekannten Tauchrevieren werden.

Steve vergleicht das Tauchen im KBR mit einer Tauchsafari, mit dem einzigen Unterschied, dass sich das Mutterschiff an Land befindet. Und tatsächlich fühlt man sich wie auf einer Tauchsafari. Die Tauchplätze sind lediglich 3-15 Min. vom „KBR Mutterschiff“ entfernt und die Tauchgruppen werden im Verhältnis ein Guide zu 3-4 Tauchern auf vier kleine Tauchboote aufgeteilt. Die Vielzahl der Tauchplätze erlaubt es, dass alle Boote immer unterschiedliche Plätze anfahren.

„Finding the Critters“

Auf den ersten Blick bietet sich dem Taucher an vielen Tauchplätzen eine triste Unterwasserlandschaft mit schwarzem vulkanischem Lava-Sand als monotoner Untergrund. Aber es dauert nicht lange bis sich die seltsamsten und farbenprächtigsten Unterwasserkreaturen blicken lassen und die unspektakuläre Umgebung zur Nebensache wird.

In der Lembeh Strait sind insbesondere die Kleinen ganz groß. „Finding the Critters“ ist daher das Motto und als Tauchgebiet mit der weltweit größten Biodiversität, gibt es wirklich reichlich zu finden.

„Tauchen auf Bestellung“, könnte man es auch nennen. Ein Seepferdchen live zu sehen, ein lang gehegter Wunsch, der endlich in Erfüllung gehen sollte. „Ein Seepferdchen… kein Problem, dann fahren wir morgen zum Batu Merah, da sollten wir eines finden.“, meinte Dive Guide John.

Indonesien, Sulawesi - Seepferdchen

Wie üblich schwebt man auch in Batu Merah zunächst über schwarzen Sandgrund und wie aus dem nichts flirten zwei Seepferdchen an einer kleinen freistehenden Koralle. Die kleinen Tauchgruppen ermöglichen es den Tauchern ein wenig zu verweilen und solche kleinen „persönlichen“ Highlights genießen zu können.

Die Sicht ist in der Lembeh-Straße häufig etwas geringer als auf der Westseite. Meist kann man mit 10-15 m rechnen, was völlig ausreicht in Anbetracht der Tatsache, dass es ehr weniger darum geht grandiose Unterwasserlandschaften zu betrachten.

Eines ist in der Lembeh-Straße aber garantiert, dass das Logbuch nach jedem Tauchgang voll ist, denn man taucht immer mit interessanten Entdeckungen und neuen Eindrücken auf. Also nicht an Logbuchplatz sparen.

Der erste Eindruck von der „World of Critters“ bietet sich am Tauchplatz Nudi Falls und wie auf einem Tauchschiff sitzt man gerade in einem der schnellen kleinen Tauchboote und ist nach drei Minuten bereits am Ort des Geschehens. Man ist zunächst ein wenig verwirrt, wenn man zuvor nur über das „Muck Diving“, also Tauchen über dunklem Boden, gehört hat. Nudi Falls überrascht mit einer Miniwand in einer schier atemberaubenden Farbenpracht. Wie der Name bereits vermuten lässt, zeigen sich prächtige farbenfrohe Nacktschnecken zu Haufe. Neben den Nacktriemern sind das Pygmäen-Seepferdchen und Pygmäen-Tintenfische ein echtes Highlight an dieser faszinierenden Tauchlokation.

Die weiteren Tauchplätze verteilen sich über die gesamte Lembeh-Straße, entweder auf der Seite der Hauptinsel oder entlang der Küste der Lembeh Insel. Aufgrund des vulkanischen Ursprungs Sulawesis, stellen sich die Tauchplätze auf dieser Seite mit einem tiefschwarzen vulkanischen Sanduntergrund dar, während von Seiten der Lembeh Insel hellerer Sand den Grund der Lembeh-Straße bestimmt.

Grundsätzlich sind die Tauchplätze allesamt sehr leicht zu betauchen und durchaus auch für weniger erfahrene Taucher geeignet. Tückisch ist jedoch der stetig abfallende Grund, so dass schnell größere Tiefen erreicht sind, ohne dass man es bemerkt. Zu beachten ist auch, dass es während der Voll- und Neumondphase in der Lembeh-Straße sehr zügig werden kann. Die starke Strömung verhindert an diesen Tagen auch das Betauchen einiger Tauchplätze.

Die Impressionen und besonderen Momente der Tauchgänge in der Lembeh-Straße  zu beschreiben und zu verarbeiten fällt schwer, da die unglaubliche Menge an verschiedenen Unterwasserlebewesen das Aufnahmevermögen bei weitem überschreitet. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass Steve und Miranda viele Wiederholungstäter begrüßen dürfen. Die seltsamsten Kreaturen in allen möglichen Farben tauchen plötzlich auf oder sind kaum wahrnehmbar mit Ihrem Lebensraum vereint.

Indonesien, Sulawesi - Haariger Anglerfisch

Der seltene haarige Anglerfisch teilt sich eine Weichkoralle mit dem leuchtend gelben Anglerfisch, ein Langarmkrake huscht über den schwarzen Boden auf der Suche nach Nahrung, der Schlangenaal steckt regungslos im Sand, Kakadu-Stirnflosser relaxen auf dem Boden, Geisterfetzenfische stehen regungslos Kopf, Feuerfische zeigen sich in ganzer Pracht, grimmig drein schauende Kreaturen und seltsame Skorpionfische teilen sich den Grund mit verschiedensten Nacktschnecken.

„Ein Waran am Hausriff“

Das Hausriff des KBR steht den anderen Tauplätzen nicht nach und unlimitiertes Tauchen ist möglich. In der Bucht ist meist nur eine leichte Strömung zu verspüren und da man vom Strand bis auf ca. 24 m tief tauchen kann, ist es leicht möglich den Hausriff-Tauchgang flexibel in den Tauchplan einzubauen. Der schöne Korallengarten hat bereits auf ein paar Metern tiefe reichlich zu bieten und ist auch hervorragend zum Schnorcheln geeignet.

Hier fühlen sich die Banggai Kardinalfische, der große schwarze Anglerfisch, viele verschiedene Garnelenarten, Langusten und diverse Riffische zu Hause. Mit ein wenig Glück trifft man auch den extrem scheuen Spitzmaul-Fledermausfisch, der sich leider nur kurz gezeigt hat und dann wieder in einer der vielen kleinen Schlupfwinkel des Riffs verschwunden ist.

Ab und an verliert sich sogar ein imposanter Waran in die kleine Bucht. Allerdings wird Steve dann ein wenig unruhig. Er berichtete, dass sich ein Waran mal in einem der Strohdächer auf  den Holzhäusern eingenistet hat und das komplette Dach abgedeckt werden musste, um den Untermieter wieder loszuwerden.
 

„Kobolde im Regenwald“

Das KBR bietet die gleichen Aktivitäten wie das Tasik Ria Resort an. Hierzu gehört auch ein Ausflug für Naturliebhaber in das ca. 9000 Hektar umfassende Tangkoko Naturreservat am Fuße des Mount Dua Saudara. Das Resort ist über enge Strassen, die sich durch die hügelige Landschaft und den dichten Regenwald winden, in eineinhalb Stunden erreichbar.

Bei den hohen Temperaturen in Kombination mit der extremen Luftfeuchtigkeit empfiehlt sich leichte atmungsfähige Kleidung zu tragen. Noch wichtiger ist es reichlich Flüssigkeit mit zu nehmen. Das Reservat grenzt direkt ans Meer und wird umgeben von einem tiefschwarzen Strand, der im starken Kontrast zu den weißen Fluten steht. Begibt man sich vom Strand in den Wald, wird man von imposanten Baumriesen empfangen. Nach einem kurzen Fußmarsch zeigen sich die ersten Regenwaldbewohner. Eine Familie schwarzer Makaken geht ihrem Tagesablauf nach ohne sich von den Fremdlingen stören zu lassen. Offensichtlich sind sie an Besucher gewöhnt.

Indonesien, Sulawesi, KBR - Koboldmaki

Ein wenig schwieriger ist es die nur auf Sulawesi lebenden Sulawesi-Koboldmakis zu entdecken. Mit ca. 10 cm handelt es sich um die weltweit kleinste Affenart. Diese Nachtaktiven Primaten sind extrem scheu und Ihre großen Augen sehr lichtempfindlich. Zunächst scheinen sich die kleinen Kobolde des Regenwaldes nicht zeigen zu wollen. Mit Fortschreiten der Dämmerung kommen sie jedoch aus ihren Verstecken und schauen die Besucher des Regenwaldes mit ihren übergroßen Augen ganz erstaunt an.

Fotogalerie:

Hinweis: Die Tauchgänge wurden von Eco Diver unterstützt. Alle Eindrücke sind wie immer die unseren, darauf kannst du zählen!

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