Wo einst der berühmte Pirat Edward Thatch, wegen seines schwarzen Bartes besser bekannt als Blackbeard, sein Hauptquartier im Karibischen Meer hatte, zieht es heute Taucher hin. Auf die Bahamas …

Publikation im Tauchmagazin „Unterwasser“

Bimini Island - Palmen am schneeweissen Sandstrand

Allgemeine Reiseinformationen

Land: Bahamas
Lage: Im Atlantischen Ozean, ungefähr 80 Kilometer südöstlich von Florida und 100 Kilometer nördlich von Kuba erstrecken sich die zu den westindischen Inseln gehörenden Bahamas.
Größe: Die 700 Inseln sowie ungefähr 2.400 Cays (Inselchen, die max. 1 Meile lang und ½ Meile breit sind) haben eine Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 650 km und eine West-Ost-Ausdehnung von annähernd 750 km, jedoch lediglich eine Landfläche von ca. 13.900 qkm.
Hauptstadt: Nassau
Bevölkerung: ca. 350.000 Einwohner
Sprache: Die offizielle Landessprache ist Englisch.
Religion: Mit 32% stellen die Baptisten die größte religiöse Gemeinschaft dar. Hinzu kommen 20% Anglikaner und 19% Katholiken. Der Rest bekennt sich zu anderen Religionen.
Geld: Bahamas Dollar (BSD) welcher 1:1 mit dem US Dollar als Zahlungsmittel dient. 1 EUR = 1.48 BSD (bzw. aktuelle US Dollarkurs)
Visum: Für EU Bürger und Schweizer ist eine visumsfreie Einreise bei einem Aufenthalt von weniger als 90 Tagen möglich. Es wird lediglich ein Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist benötigt. Außerdem muss man ein Rück- oder Weiterreiseticket vorweisen können.Achtung:Die Reise auf die Bahamas erfolgt häufig via Amerika. Hierfür wird eine ESTA Genehmigung benötigt, die VOR der Reise zu beantragen ist. Diese kann online über folgende Webseite beantragt werden: https://esta.cbp.dhs.govAktuelle Einreise-, Sicherheits- und Gesundheitsinformationen sind beim Auswertigen Amt erhältlich: http://www.auswaertiges-amt.de
Zeit: MEZ – 6 Std. (Sommerzeit MEZ – 5 Std.)
Medizinische Hinweise: Bei Einreise aus Gelbfiebergebieten wir eine entsprechende Impfung gefordert. Weitere Impfungen sind aktuell nicht vorgeschrieben.
Elektrische Spannung: 110 V; Die Stecker sind 2-polig amerikanisch und erfordern einen Adapter.
Informationen im Web: Bahamas Tourist Office
Homepage: www.bahamas.de
Blackbeard Cruises (Segelturn)
US Reservation Office
3700 Hacienda Blvd, Suite G, Davie FL 33314 USA
Telefon: +1 954 / 734 71 11
Fax: +1 954 / 321 65 82
E-Mail: ws@blackbeard-cruises.com
Web: www.blackbeard-cruises.com
AQUA CAT CRUISES (Luxus- Katamaran)
Bahamas Yacht Services
US Reservation Office
3700 Hacienda Blvd, Suite G, Davie FL 33314 USA
Telefon: +1 954 / 734 71 11
Fax: +1 954 / 321 65 82
E-Mail: ws@aquacatcruises.com
Web: www.aquacatcruises.com
UNEXSO – Underwater Explorers Society
P.O. Box F-42433
Port Lucaya Marina
Freeport, Grand Bahama Island, The Bahamas
Telefon: +1 800 / 992 34 83
Email: info@unexso.com
Web: www.unexso.com

Bahamas – „Schatz der Karibik““

 

Ein Mosaik aus unzähligen Inseln

Dort wo einst der berühmt berüchtigte Pirat Edward Thatch, wegen seines dichten schwarzen Bartes, besser bekannt unter dem Namen Blackbeard, seine Hauptquartiere hatte, von denen aus er sein Unwesen im karibischen Meer trieb, zieht es heute zahlreiche Urlauber und insbesondere auch Taucher hin.

Nur 80 km südlich von Florida liegen ca. 700 Inseln und 2400 Cays wie kleine Mosaiksteine im Atlantik entlang der Nordostküste Kubas und bilden das Archipel der Bahamas. Geprägt von sonnig blauem Himmel, unberührten Stränden und umspült von kristallklarem Wasser, bieten die Inseln eine wunderbare Umgebung um die Seele baumeln zu lassen und zu entspannen.Was liegt da näher als die Welt der Bahamas wie einst Christopher Columbus oder Kapitän Blackbeard zu erkunden – auf See!

Sonnenaufgang mit Regenschauer auf den Bahamas

Camping auf dem Meer

Die Pirate’s Lady, die Morning Star und die Sea Explorer sind einfach aber zweckmäßig ausgestattete Segelboote, die bis zu 24 Passagiere in Einzel- und Doppelschlafkojen beherbergen können. Komfort ist an Bord der Blackbeards Flotte eher ein Fremdwort. Hier wandelt man wirklich auf den Spuren des berüchtigten Piraten, welcher Namensgeber der Flotte ist. Einer der Mitreisenden beschreibt es ebenso treffend als „Camping auf dem Meer“.
Wenn man sich mit dem geringen Standard arrangieren kann, trifft der Blackbeard-Slogan „Twice the fun, half the cost“, was so viel bedeutet wie doppelter Spaß für den halben Preis, den Nagel auf den Kopf.

Gruppenfoto Blackbeard Segelturn Bahamas

Die Crew ist für jeden Spaß zu haben und wirklich bemüht den Gästen trotz einfacher Umstände eine angenehme Tour zu bieten. Einen wesentlichen Beitrag hierzu liefert auch Megan. Die Frau des Kapitäns sorgt als Küchenchefin für das leibliche Wohl der Passagiere. Es ist unglaublich wie sie in der einfachen Kombüse immer wieder mit vorzüglichen Malzeiten überrascht. Besonders beliebt sind bei allen ihre leckeren Desserts. Und wenn der richtige Fisch angebissen hat, gibt es auch mal schnell ein paar Happen fangfrisches Sushi für zwischendurch.

Bierfassreiten in der Karibik

Tauchequipment kann zum Teil gemietet werden, ist aber nur in begrenzter Zahl vorhanden. Es sollte daher frühzeitig vor der Reise abgeklärt werden, was benötigt wird. Dies gilt insbesondere auch für DIN Adapter. Zwar sind diese vorhanden, jedoch ebenfalls nur begrenzt. Sollten also mehrere – z.B. für eine Gruppe von Tauchern – benötigt werden, wird es dringend empfohlen die Verfügbarkeit möglichst vor der Reise abzuklären.

Bevor die Morning Star in See sticht, heißt es noch sich von allem überflüssigem zu trennen und nur die nötigsten Sachen für den Tauchtrip an Bord zu nehmen, um den Platz so effizient wie möglich zu nutzen. Dann noch ein Briefing über die Sicherheitsmaßnahmen an Bord und los geht’s.

Schnell ist der erste Tauchplatz erreicht. Nach dem Tauchbriefing durch Andy heißt es: „Der Pool ist geöffnet.“ Rein in den Shorty und ab ins kühle Nass. Weit gefehlt, im ersten Moment denkt man, man ist in eine Fischsuppe gesprungen. Das Wasser hat 31°C und Fische hat es in Hülle und Fülle.

Tauchgang-Briefing mit Andy

Zu den Räubern der Meere

Haie rufen bei vielen Tauchern eine spezielle Faszination hervor, bei anderen vielleicht eher ein wenig Furcht. Die Haifütterung wird daher von allen mit gesteigerter Spannung erwartet. Vor dem Tauchgang werden die Regeln während der Fütterung genau im Briefing erläutert. Das Riff hat die Form eines Amphitheaters auf dessen Bühne die Haie um den Köder wetteifern. In einem Halbkreis auf dem Meeresboden kniend, beobachten die Taucher das Treiben der Haie. Die Jäger der Meere wittern die Beute schnell, stürzen sich instinktiv darauf und reißen mit kräftigen Kopfbewegungen Stücke aus dem Köder. Es dauert nicht lange und auch der letzte Happen ist verschlungen. Am zahlreichsten kommt der karibische Riffhai vor. Vereinzelt lässt sich aber auch der ein oder andere eher nachtaktive Ammenhai blicken.

Bahamas - Schwarzspitzen Riffhai,

Ganz abgesehen von der Haifütterung hat der Tauchplatz Bull Run auch so reichlich zu bieten. Die Riffformation ist mit Kanälen und Überhängen sehr abwechslungsreich und wird von herrlichen Fächerkorallen geschmückt. Neben großen Barrakudas finden sich aber auch Kleinstlebewesen wie die schmucken Pederson Partnergarnelen.

Taucher können auch das ein oder andere Wrack bestaunen. So liegt das Wrack des Frachters Sea Star in einer Tiefe von 28 m und bietet Schulen von französischen Grunzerfischen und großen Zackenbarschen ein zu Hause. Der Frachter ist in der Mitte durchgebrochen und so sehr einfach zu betauchen.

Neben dem Tauchen gibt es auch interessante Plätze an denen man mit Maske, Schnorchel und Flossen ausgerüstet, reichlich zu sehen bekommt. Das Wrack der Sapona ist im Flachwasser auf Grund gelaufen und nun ein perfektes Schnorchel Objekt.

Sapona Wrack - Bahamas

Wer sich einmal an der Jagd von Hummern versuchen möchte, bekommt in der offiziellen Fangsaison vom 1. August bis 31. März die Gelegenheit für ein exklusives Dinner zu sorgen. Allerdings ist dies nicht so einfach wie es sich anhört, denn der Hummer-Fang ist ausschließlich mit einer Harpune ohne Auslöser erlaubt. Die Harpune wird lediglich durch ein gespanntes Gummiband abgefeuert. Weiterhin ist kein Tauchequipment erlaubt. Man muss also schon ein wenig den Atem anhalten können, um erfolgreich sein zu wollen.

Auch am letzten Tag dürfen sich die Taucher auf einen freuen. Am Plate Reef gibt es vieles zu entdecken. Sehr glücklich kann man sich schätzen, wenn man einen jungen Tüpfel-Ritterfische ausfindig macht. Zum Abschluss eines fantastischen Segelturns wird nochmals mit Haien am schönen Tauchplatz Shark Junction getaucht.

Farbenspiel auf Grand Bahama

Freeport ist eine Stadt und Freihandelszone auf der Insel Grand Bahama, die erst im Jahre 1955 durch George Wallace gegründet wurde und schnell zur zweit größten Stadt der Bahamas heranwuchs. Ein wesentlicher Grund hierfür ist das Freihandelsabkommen, welches besagt, dass bis 2054 keine Abgaben zu bezahlen sind.

Wie der Rest der Bahamas ist auch Freeport ein Kaleidoskop der Farben. Nicht nur die Unterwasserwelt ist farbenfroh. Überall wo man hinschaut treffen die Augen auf eine Welt voller Farben. Das Meer schimmert in alle möglichen blau und grün Nuancen. Die Tierwelt wird von farbenfrohen Vögeln und Schmetterlingen verschönert. Das leuchtende Gelb des Hibiskus ergänzt die Farbenpracht der Fauna und die kunterbunten Häuser, in denen die Bahamianer leben, fügen sich nahtlos in das Farbenmeer ein.

Eine Oase der Ruhe findet sich ein wenig außerhalb von Freeport im Garden of Groves, einem kleinen Naturparadies mit über 10.000 Pflanzenarten, von denen viele einheimische Pflanzen der Bahamas sind. Aber auch die Tierwelt ist sehr artenreich. Über 200 Vogelarten, Schmetterlinge, Leguane oder Eidechsen sind in dem Garten zu bestaunen. Damit auch die Kleinsten sich wohl fühlen, gibt es einen Kinder-Streichelzoo.

Bahamas - Schmetterling im Garden of Groves

Ein Erlebnis, welches man sicher nicht vergisst, ist das Schwimmen und Interagieren mit Delfinen. Die UNEXSO im Hafen Lucaya Marina bietet die Möglichkeit in einer geschützten Lagune mit Delfinen zu schwimmen. Mit einem kleinen Boot geht es vom Hafen zu der Lagune. Nach einigen Informationen zu den Delfinen im Allgemeinen und zu den Verhaltensweisen während des Schwimmens mit den Delfinen geht es auch schon los.

Es ist bemerkenswert, wie die Delfine beim Abtauchen immer die Person neben sich fokussieren und mit einem Lächeln im Gesicht, jeder Bewegung nachgehen, um am Schluss gemeinsam aufzutauchen. Man fühlt sich wie beim schwimmen mit Freunden.
Nicht minder erstaunlich ist die Intelligenz welche die Delfine an den Tag legen. Ein kleines Handzeichen und sie drehen Pirouetten im Wasser oder tänzeln auf ihrer Schwanzflosse.

Delfine, UNEXSO, Bahamas

Selbstverständlich dürfen zwischen Freunden eine Umarmung und ein Küsschen zum Abschied nicht fehlen. Wer wird es jemals vergessen einen Delfin umarmt zu haben?
Bevor es zurück zum Hafen geht, kann man noch die farbenprächtigen Aras und Kakadus auf dem Gelände in der „Sanctuary Bay“ bewundern.

Luxus in den Exuma Cays

Auf ein ganz anderes Tauchkreuzfahrterlebnis darf man sich auf der Aqua Cat freuen. Mit einer Länge von 30 m und drei Decks, bietet der luxuriöse Motorkatamaran ungleich mehr Platz als die Blackbeards Segelboote. Darüber hinaus gilt das Boot bereits bei 22 Personen als ausgebucht. Die Kabinen sind äußerst geräumig und verfügen alle über ein separates Bad mit Dusche und WC. Ganz nach Bedarf der Kunden werden die Betten als Einzelbetten oder als Doppelbett in der Kabine positioniert. Eine Ausnahme ist Kabine Nr. 11. Diese befindet sich im Bug des Schiffes, verfügt lediglich über ein Etagenbett und ist im Vergleich zu den anderen Kabinen ein wenig beengt. Also bei der Buchung vorher erkundigen, wo man untergebracht wird.

Das Taucherdeck ist so groß, dass man sich nicht ständig beim Anrödeln auf den Füssen steht und da jeder seinen festen Platz mit einer eigenen Tauchbox hat, gibt es auch kein Durcheinander mit dem Equipment. Auch Unterwasserfotografen fühlen sich auf dem Tauchdeck wohl. Neben einer Ablage ausschließlich für Kameras, gibt es ein Trockenregal um Akkus nachzuladen und einen Luftdruckschlauch, um das Kameragehäuse trocken zu blasen. Selbstverständlich ist auch ein Frischwasserbehälter nur für Kameras vorhanden. Damit man nach dem Tauchgang in der Sonne nicht zu einer Salzstatue erstarrt, gibt es auch gleich noch zwei Duschen und Handtücher am Tauchdeck. Hier bleibt wirklich kein Wunsch für einen entspannten Tauchgang offen.

Aquacat Katamaran, Bahamas

Auf dem Zwischendeck bietet eine riesige Lounge genügend Platz um abends die ersten Unterwasserfotos vom Tage auf dem PC zu bestaunen oder einfach bei einem Glas Rotwein auf der Couch eine DVD auf dem großen Flachbildfernseher zu schauen.
Die Malzeiten werden in Buffetform ebenfalls in der Lounge serviert und bieten hohes Gefahrenpotential am Ende des Urlaubs mit ein paar Pfunden mehr die Heimreise anzutreten. Und on the top, das Sonnendeck. Mit einem frisch gezapften Bier oder einer Pina Colada von der Bar zur Selbstbedienung lässt es sich hier auf einem Liegestuhl unter blauem Himmel besonders gut entspannen. Allerdings sei erwähnt, dass eine Regel an Bord gilt: „Der erste Drink, bedeutet den letzten Tauchgang.“ Da alle Drinks inklusive sind, bedarf es schon ein wenig Selbstdisziplin, um auch noch den Nachttauchgang am Abend miterleben zu können.

Die Aqua Cat fährt in der Regel die Exuma Cays an. Die Exumas sind eine Ansammlung kleiner Perlen, die sich an einer Kette über ca. 190 km von Grand Exuma nord-östlich bis New Providence aufreihen. Hier bieten sich zahlreiche Anblicke, die man sonst nur von Postkarten kennt. Gleiches gilt für die Unterwasserwelt, welche eine große Variation an Tauchplätzen bietet.

Zwischen Haien und Dreiflossern

Einige Tauchgänge sind im Exumas Land & See Park, welcher das Marineleben dort unter Schutz stellt und ein reichhaltiges Unterwasserleben bietet.
Das Dog Rocks Riff, ist zum Beispiel extrem abwechslungsreich. Es ist kaum möglich in einem Tauchgang zu erkunden. Man taucht durch Höhlen und Torbögen, die mit silbrigen Ährenfischen gefüllt sind, wird beim Tauchen durch die vielen Kanäle im Riff von imposanten Zackenbarschen begleitet und kann Röhrenschwämme und schwarze Korallen an der Steilwand zum Exuma Sound entdecken.

Ein absolutes Highlight ist auch in dieser Woche die Haifütterung am Amberjack Riff. Ähnlich wie schon bei der Blackbeards Haifütterung wird ein großer Klumpen gefrorener Fischköder an einem Seil befestigt. In wenigen Minuten wimmelt es nur so von Haifischen. Damit der Flirt mit den elegant durch das tiefe Blau gleitenden Haien auch in lebendiger Erinnerung bleibt, ist die Crew damit beschäftigt jeden einzelnen während der Fütterung zu filmen und zu fotografieren.
Neben den Haien geben sich auch andere Großfische wie imposanten Zackenbarsche, Adlerrochen oder Barrakudas ihr stell dich ein

Die Tauchreviere der Bahamas haben jedoch längst nicht nur Großfische zu bieten. Auch die Kleinstlebewesen sind reichlich anzutreffen. So sind Christbaum Spiralröhrenwürmer in allen Farben vorzufinden. Mit dem geschulten Auge kann man auch ab und den kleinen schlanken Feilenfische erspähen sowie diverse Garnelenarten, winzige Schleimfische und lustig dreinschauende Dreiflosser finden.

Gelber Christbaum Spiralröhrenwurm, Bahamas

Ab in die Waschmaschine

Eine zügige Strömung von ca. 6 Meilen pro Stunde, trägt den Taucher durch einen Felseinschnitt. Die besondere Beschaffenheit dieser Felsspalte erwirkt eine Strömung, die zu einer kreisförmigen Verwirbelung des Wassers wie in einer Waschmaschine führt. Diese Verwirbelung lässt den Taucher Purzelbäume schlagen. Wenn man den Schleudergang in der Waschmaschine meiden will, taucht man einfach etwas weiter rechts und oben. Dann erlebt man einen einfachen schnellen Strömungstauchgang durch den Felseinschnitt. Frisch durch geschleudert geleitet man am Ende des Tauchgangs mit der Strömung über flaches Terrain mit vielen vereinzelten Korallenblöcken.

Auf den Spuren der Drogendealer

Nicht nur Unterwasser gibt es einiges zu entdecken. Auf der Aqua Cat werden zahlreiche Aktivitäten für Nicht-Taucher angeboten. Selbst wenn man tauchbegeistert ist, fällt es zum Teil schwer sich zwischen den Möglichkeiten zu entscheiden. Anders als auf der Morning Star werden jedoch alle Tauchgänge des Tages sowie die Zusatzaktivitäten bereits am Morgen festgelegt. Der Tagesablauf wird auf einer Tafel in der Lounge bekannt gegeben. So kann man sich frühzeitig überlegen welche Tauchgänge oder Aktivitäten man unternehmen möchte.

Mit der Seadog verfügt die Aqua Cat über ein schnelles Beiboot, um verschiedenste Plätze für Zusatzaktivitäten anzufahren. Hierzu zählen Kajaktouren, Inselerkundungen über Naturwanderwege oder einfach nur ein Trip zum Sonnenbaden an einem herrlichen unberührten Strand.

Seadog, Beiboot Aquacat

Besonderen Reiz haben auch die Schnorchel-Destinationen. Die blaue Lagune bietet beispielsweise die Möglichkeit in einen von innen ausgehölten Fels zu schnorcheln. Einmal kurz die Luft für 1-2 m anhalten und man landet in einer von der Natur geschaffenen Halle, mit einer Öffnung am höchsten Punkt. Das Spiel des Sonnenlichts, welches durch die Öffnung in das tiefblaue Wasser fällt, ist faszinierend.

Sehr spannend ist auch der Schnorcheltrip zu Normans Plane, einem Flugzeugwrack. Wenn dann noch das Wetter Kapriolen schlägt, wird es schnell zu einem echten Abenteuer. Wie schnell dies auf dem Meer der Fall sein kann, bekommen einige Gäste live auf der Seadog zu spüren. Während der Erkundung eines Flugzeugwracks zieht in wenigen Minuten ein Unwetter auf. Der Wellengang macht es unmöglich das Mutterschiff zu erreichen. Seadog Kapitän und Aqua Cat Co-Kapitän Des behält jedoch die nötige Ruhe und trifft genau die richtige Entscheidung. Er bringt die Gäste im Schutze einer kleinen Insel in ruhiges Gewässer und informiert den Kapitän der Aqua Cat über den sicheren Standort.

Das Flugzeugwrack gehörte Carlos Lehder Rivas, einem der größten kolumbianischen Drogendealer. Die kleine Bahamas Insel Normans Cay bot mit ihrer Nähe zum amerikanischen Festland und der vorhandenen Landebahn, optimale logistische Voraussetzungen für den Kokain-Schmuggel. In den siebzieger Jahren, diente die Insel als Basis für die Verteilung der Drogen mit Sportflugzeugen und Offshore-Booten.
Carlos Lehder wurde zum Staatsfeind Nr. 1 der USA erklärt. Um dem Treiben ein Ende zu bereiten erwartete die Polizei den Drogenboss eines Tages auf Normans Cay. Beim Anflug auf die Insel bemerkt Lehder jedoch, dass etwas nicht stimmt und landet kurzerhand im Flachwasser. Es gelingt ihm mit einem seiner Schnellboote zu flüchten. 1987 wird er jedoch verhaftet und zu einer lebenslangen Haftstrafe plus 135 Jahren verurteilt.
Obwohl es rundum Normans Cay mittlerweile ruhig und friedlich ist, ist der Nachweis der Geschichte ziemlich offensichtlich. Das auf dem Sandgrund gebettete und fast komplett überspülte Drogenschmuggler-Flugzeug ist erstaunlich gut erhalten. Ein tiefer Atemzug durch den Schnorchel und man wird Zeuge der unrühmlichen Drogengeschichte der Bahamas.

Flugzeugwrack kolumbianischer Drogendealer

Eine ganz andere, aber nicht minder spannende Attraktion stellen die schwimmenden Schweine dar. Sobald sie mitbekommen, dass sich ein Boot dem Strand nähert, kommen sie aus dem Gebüsch und schwimmen auf die Menschen zu, die sich für das seltene Schauspiel mit Früchten bei den Schweinen bedanken.

„Saucool, so ein Bad im Meer!“

Schwimmende Schwein, Bahamas

Ähnliches gilt für den Bahamas Rock Leguan, welcher auf Allan’s Cay in großer Anzahl vorkommt, jedoch von frühen Siedlern fast bis zur Ausrottung gejagt wurde.

Kapitänsgala zum Abschluss

Einen würdigen Abschluss einer erlebnisreichen Tauchtour erfährt man am letzten Abend bei der Kapitänsgala. Die gesamte Crew bedient die Gäste mit einem mehrgängigen Menü dessen Hauptgang von zartem Steak und dem vom Kapitän selbst gefangenen Hummer geprägt ist.

Nach den feinen Speisen, beginnt der lustige Teil des Abends. Wie es sich gehört fasst Kapitän Mark die Ereignisse der Woche nochmals in Worte zusammen, bevor sein Co-Kapitän Des und Divemaster Ginger die Diplome für runde Anzahl Tauchgänge, erworbene Brevets oder besondere Taten während der Reise vergeben. So wird Casy, die während des Unwetters auf der Seadog wirklich Angst hatte, zum Co-Kapitän der Seadog ernannt.

Das Highlight des Abends ist aber ohne Zweifel der Film, welcher sowohl über als auch unter Wasser die Geschehnisse der Woche auf amüsante Art dokumentiert. Der Galaabend endet mit einem Fotowettbewerb in den Kategorien Makro, Weitwinkel und über Wasser. Der Gesamtsieger aus allen drei Kategorien erhält als Wochensieger die Chance bei der Wahl des Jahressiegers eine erneute Woche auf der Aqua Cat zu gewinnen.

Gaumenfreuden in Nassau

Zurück in der Heimat der Aqua Cat, am Peer auf Paradise Island der Insel der Stars und Sternchen, lohnt es sich noch ein wenig die Umgebung zu erkunden.
Unübersehbar und nur wenige Minuten zu Fuß vom Anleger entfernt, findet man den riesigen Hotelkomplex des Atlantis. Wer es auf dem All Inclusive Tauchtrip vermisst hat sein Geld los zu werden, kann dies im Casino des Atlantis nachholen. Wirklich sehenswert ist das große Seewasseraquarium innerhalb des Hotels.

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Nassau

Ebenso beeindruckend wie das Atlantis sind die monströsen Kreuzfahrtschiffe, die den Hafen von Nassau, der Hauptstadt der Bahamas auf der Nachbarinsel New Providence, schmücken. Mit einem der kleinen Taxiboote oder einfach über die Brücke zwischen den beiden Inseln ist Nassau schnell erreichbar. Auf der Hauptstraße in der Stadt findet man alles von lokalen Handwerksarbeiten bis hin zu hochwertigen Juwelieren.
Die Gaumenfreuden kommen ebenfalls nicht zu kurz. Nassau bietet die gesamte Vielfalt von Fastfood bis zu edlen Restaurants. Das Restaurant Seafront Sushi gleich bei der Brücke zu Paradise Island ist ein Geheimtipp für Sushi Freunde ebenso wie das in mitten der Stadt etwas versteckt liegende vorzügliche Indian Restaurant Tai Mahal.
Fährt man ein wenig aus Nassau heraus, findet man zudem herrliche, fast menschenleere Strände.
Abschließend bleibt zu sagen, dass die Bahamas extrem vielfältig sind und für jeden etwas zu bieten haben. Für den kleinen Geldbeutel gibt sehr preisgünstige, für den etwas größeren Geldbeutel luxuriöse Tauchsafaris. Freunde von Großfischen kommen genauso wenig zu kurz wie diejenigen von winzigen Meeresbewohnern. Auch an Land gibt es vom Casino bis zur schönen Natur eine große Bandbreite. Die Bahamas sind mindestens so abwechslungsreich wie ihr Farbenreichtum ist.

Fotogalerie

 

Hinweis: Die Tauchgänge wurden von Blackbeard Cruises und Aqua Cat Cruises unterstützt. Alle Eindrücke sind wie immer die unseren, darauf kannst du zählen!

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