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Portugal – „Tauchen auf der Blumeninsel Madeira“

Das Atalaia Diving Center präsentiert sich wie eine kleine grüne Oase inmitten einer von schroffen Vulkangestein geprägten Steilküste. Marco und Sascha legen großen Wert auf Geselligkeit, Gelassenheit und ein freundschaftliches Miteinander.

Atalaia Diving Center, die gesellige Taucheroase auf Madeira

Reisen ist in Zeiten von Corona anders, aber zum Glück endlich wieder möglich. Lange im Voraus zu planen macht bei den wöchentlich ändernden Reisebeschränkungen keinen Sinn. So entscheiden wir uns recht kurzfristig für die portugiesische Atlantikinsel Madeira. Die Aussicht mal wieder Meeresluft zu schnuppern tut einfach gut. Wie es uns mit den Corona Reisebestimmungen ergeht, erfährst du in meinen Beitrag „Reisen in Zeiten von Corona“.

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Taucherfreundlich fliegen geht anders!

So weit so gut, nun brauchen wir einen Flug. Wir reisen von Düsseldorf, da unsere Kinder Ferien bei Oma und Opa in NRW machen. Momentan ist es sehr schwierig Direktflüge zu bekommen. Letztlich entscheiden wir uns für einen Flug mit der Lufthansa via Frankfurt auf dem Hin- und via München auf dem Rückweg. Als Unterwasserfotograf habe ich natürlich recht viel Tauchequipment dabei. Bei den meisten Fluggesellschaften ist es sehr einfach möglich Sportgepäck für einen akzeptablen Preis hinzu zu buchen. Nicht so bei der Lufthansa. Vergeblich suche ich online nach einer Buchungsoption. Der Chatbot ist völlig überfordert mit meiner Anfrage und stresst mich. Irgendwann bekomme ich endlich einen menschlichen Chatpartner. Ok, nur auf Englisch. Kein Problem, aber vielleicht auch nicht jedermanns Sache. Er bucht das Tauchgepäck für uns hinzu und ich erhalte per Email eine neue Buchungsbestätigung. Die sieht allerdings bei den Gepäckinformationen exakt so aus wie die ursprüngliche. Wir machen das Ganze noch 2mal und immer die gleiche Bestätigung. Der Mitarbeiter bestätigt mir aber, dass das Gepäck eingebucht ist. Sicherheitshalber rufe ich am kommenden Tag nochmal beim Service Center an – dessen Nr. man auf der Kontaktseite im Internet übrigens vergeblich sucht – und erfahre, dass das Tauchgepäck tatsächlich eingebucht ist. 

Kranich-Fluggesellschaft langt beim Sportgepäck ordentlich zu!

Während des Telefonats und auf der Webseite erhalte ich übrigens keinerlei Info, ob das Sportgepäck extra kostet. Also frage ich lieber mal nach. Die Antwort ist etwas schockierend:“80 EUR pro Person und Flugstrecke, die beim Check-in zu zahlen sind.“
Gesamthaft 320 EUR und im dümmsten Fall hätten wir das erst am Flughafen erfahren. Taucherfreundlich fliegen geht anders! Nach dieser Erfahrung mit der Kranich-Airline, wird das in Zukunft nicht unsere erste Option für den Tauchurlaub werden.

Flexibel unterwegs mit dem Mietwagen

Am Christiano Ronaldo Flughafen auf Madeira verläuft unsere Einreise inkl. Corona-Test-LINK völlig reibungslos. Um auf der Insel flexibel zu sein, haben wir bereits vor der Abreise einen sehr preisgünstigen Mietwagen gebucht. Auf Madeira sind Mietautos relativ günstig. Für eine Woche zahlen wir inkl. freier km und Vollkaskoversicherung nur 160 EUR. Es geht sogar noch etwas günstiger, uns ist es jedoch wichtig, das Fahrzeug direkt am Flughafen in Empfang nehmen zu können. Der Autovermieter Keddy kooperiert mit Europcar, die wiederum einen Schalter im Flughafenterminal besitzen. Der übliche Papierkram ist ruckzuck abgehandelt. Es ist lediglich etwas nervig, dass man uns einen Zusatzfahrer, ein größeres Auto, mehr PS etc. zusätzlich aufschwatzen möchte. Dafür erfolgt die Übergabe komplett unkompliziert. Alle kleinen Kratzer sind schon voreingetragen, Schlüssel in die Hand und los geht’s. Knapp 15 Minuten später kommen wir bereits bei unserer Unterkunft in Caniçio de Baixo an.

100% energieautark wohnen im Sentido Galomar Hotel

Es sind längst noch nicht alle Hotels auf Madeira geöffnet. Wir haben uns für das Sentido Galomar entschieden. Das Hotel liegt an der Südküste Madeiras wunderbar auf einer Klippe gelegen. Seit der kompletten Renovierung des Hotels im Jahr 2018 erscheinen die geräumigen Zimmer in einem freundlichen modernen Design. Besonders erwähnenswert ist, dass das Sentido Galomar besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legt und das erste 100% energieautarke Hotel auf der Insel ist.

Fast alle Zimmer bieten Meerblick. Die große Glasfront und der Glasbalkon ermöglichen einen atemberaubenden Blick auf die unendliche Weite des atlantischen Ozeans direkt aus unserem Bett. So wachen wir morgens gern auf.

Ein Resort - 3 Konzepte

Das Sentido Galomar gehört zu einem Resort bestehend aus drei Hotels mit jeweils unterschiedlichem Konzept. Zum Resort gehören das adult friendlyGalomar, das familienfreundliche Galosol direkt nebenan und das Ayurveda Hotel Alpino Atlântico. Da wir ohne Kinder unterwegs sind, tut es tatsächlich gut die Ruhe im Galomar zu genießen und gleichzeitig das Sportprogramm im Galosol in Anspruch zu nehmen.

Gaumenfreuden im Atlantis Restaurant

Das Galomar schmiegt vom Meer ausgehend über mehrere Etagen an die schroffen Klippen an. Die einzelnen Etagen sind bequem über einen Fahrstuhl zu erreichen. Natürlich nutzen wir lieber die Treppen und inhalieren die frische Meeresluft auf dem Weg hinunter zum Frühstücksrestaurant. Auch hier ist alles im gläsernen Design, so dass wir beim Frühstück und beim Abendessen im Atlantis Restaurant quasi mit dem Atlantik verschmelzen. Apropos Essen. Wir haben Halbpension gebucht. Jeden Abend gibt es ein Fisch- und ein Fleischmenü mit Suppe, Salat und Dessert. Das Dinner ist wirklich vorzüglich!!! Schön angerichtet – das Auge isst schließlich mit –  und sehr schmackhaft. Wir sind begeistert und freuen uns jeden Abend auf’s Neue. Wir können es wirklich nur empfehlen gleich mit Halbpension zu buchen. Die letzten beiden Abende gibt es das Essen im Nachbarhotel, welches etwas mehr Kapazität bietet. Dort sitzen wir am Pool zwar auch ganz nett, aber „unser“ Dinner direkt am Atlantik vermissen wir schon ein wenig.

Last but not least, das Personal. Sowohl an der Rezeption als auch die Bedienung im Restaurant ist authentisch herzlich. Jeder ist sehr hilfsbereit und immer für einen freundlichen Plausch zu haben. Wir fühlen uns hier pudelwohl und erholen uns bestens.

Atalaia Diving Center - Die grüne gesellige Taucheroase in Caniçio de Baixo

In Caniçio gibt es diverse Tauchbasen, unter anderem auch in unserer Unterkunft. Gleichwohl ist unsere Entscheidung auf das Atalaia Diving Center gefallen. Warum? Auf Facebook habe ich die Basis angeschrieben. Sascha hat mir keine 5 Minuten später super freundlich geantwortet und gesagt, dass Marco Klenk – Inhaber – mich zurück ruft. In dem Telefonat mit Marco habe ich gleich das Gefühl, dass die Chemie stimmt. Ich habe noch diverse Fragen zum Tauchen und zu Corona, die Marco gleich beantwortet oder umgehend abklärt und mir direkt am Abend noch per Mail zusendet. Marco und Sascha wirken kompetent und gleichzeitig locker und relaxed. Ein gutes Bauchgefühl ist mir persönlich sehr wichtig. Wenn der erste Kontakt aus der Heimat stimmt, passt es i.d.R. auch vor Ort.

Klippen-Spaziergang zur Tauchbasis

Vom Sentido Galomar sind es 10 Gehminuten bis zum Atalaia Diving Center, welches sich in der Hotelanlage des Roca Mar befindet. Wir waren uns zunächst unsicher, ob es eine gute Idee ist, immer zum Dive Center gehen zu müssen. Letztlich genießen wir sogar den täglichen Spaziergang oberhalb der Klippen hinüber zur Tauchbasis. Das hält fit und macht munter. Am ersten und letzten Tag sind die vielen Treppenstufen mit dem gesamten eigenen Tauchequipment zur Basis hinunter schon ein wenig mühsam. Dafür kannst du dir den Gang ins Fitnessstudio sparen 😉

Deko-Bierchen beim Logbuch schreiben im Grünen

Madeira ist keine typische Strandinsel, sondern geprägt von harschen Klippen. Dementsprechend sind die meisten Tauchbasen in eine Umgebung aus Lavagestein und nackten Betonflächen eingebettet. Das Atalaia Diving Center hingegen überrascht mit einer grünen Oase, in der wir auch nach dem Tauchgang gern verweilen. Dazu lädt übrigens nicht nur die grüne Taucheroase ein, sondern auch die äußerst gesellige Atmosphäre. Ein gepflegtes Deko-Bierchen beim Schreiben des Logbuchs rundet hier einen erfolgreichen Tauchtag ab. Der erste Eindruck vom Kontakt vor der Reise, hat sich vor Ort definitiv bestätigt.

Ach ja, Sacha musst du einfach beim Briefing oder noch besser als Tauchlehrer bei einem Kurs erleben. Ich war schon in vielen Tauchbasen. So lebhaft und engagiert, habe ich noch nie jemanden unterrichten sehen. Wenn du einen Tauchkurs im Sinn hast, wirst du bei Sascha nicht nur dein Brevet bekommen, sondern auch eine super Ausbildung inkl. Entertainment.

Erster Tauchgang, erstes Highlight - ein gelber Zacki

Wie erwähnt, ist das Briefing von Sacha schon ein Genuss. Es kommt Vorfreude vor dem ersten Tauchgang auf. Die Tauchbasis liegt direkt am Unterwasser-Naturschutzpark. Die Fische kennen die Parkgrenze nicht 😉 , weshalb Taucher auch am Hausriff des Atalaia Dive Centers mit einer interessanten Fauna rechnen dürfen.

An den verschiedenen Ein- bzw. Ausstiegen befinden sich Leitern. Je nach Wellengang, Ebbe- oder Flut kann insbesondere der Ausstieg ein wenig trickreich sein. Heute ist das Meer relativ ruhig und wir springen mit einem beherzten Schritt ins kühle Nass. 18°C Wassertemperatur, im ersten Moment vermisse ich meinen Trockentauchanzug, was beim Abtauchen jedoch schon wieder vergessen ist.
Sacha navigiert uns durch die Felsbrocken des Anemones Reefs und zeigt uns Trompetenfische, Keulenanemonen und diverse Pfeilkrabben. Ein prächtiger Barracuda, Schulen von Brassen und diverse Scorpionfische sorgen für einen erlebnisreichen Tauchgang. 

Plötzlich taucht ein gelber Zackenbarsch auf. Ok, ich habe noch nie einen gelben Zacki gesehen. Dass es jedoch eine echte Rarität und somit ein wirkliches Highlight ist, erfahre ich erst beim De-Briefing nach dem Tauchgang. Sascha kommt sofort mit einem verblichenen Foto aus dem Jahre 1987 an und berichtet, das seitdem kein gelber Zackenbarsch mehr gesichtet wurde. Jetzt wird uns erst klar, welches Glück wir gleich beim erstem Tauchgang hatten… Der erste Tauchgang ist für mich immer zum Eintauchen, da bleibt der Fotoapparat natürlich im Hotelzimmer.  Na ja, immerhin gibt es ein kleines Video mit der GoPro Hero8 und ein Standbild daraus.

Großes Hausriff mit vielen Tauchplätzen

Auch der zweite Tauchgang erfolgt am Hausriff. Dieses Mal tauchen wir in die entgegengesetzte Richtung zum sogenannten Canyon Reef. Aus dem sandigen Meeresgrund schauen unzählige Röhrenaale hervor. Ein herrlicher Anblick, den ich schon Ewigkeiten nicht mehr so erleben durfte. Einfach süß, wie die Sandaale entsprechend der Strömung alle in eine Richtung schauen. Die äußerst scheuen Gesellen ziehen sich jedoch bei jedem noch so vorsichtigen Annäherungsversuch in ihr Erdloch zurück. Mit etwas Glück sind auch sehr gut getarnte Seepferdchen zu erspähen. Das Canyon Reef bietet einige spannende Felsformationen und wie der Name schon vermuten lässt, Canyons durch die wir hindurchtauchen.

Wracktauchen an der Corveta Afonso Cerqueira F488

Heute ist das Meer besonders ruhig. Ein perfekter Tag, um mit dem Zodiac zum Wrack der Corveta Afonso Cerqueira hinaus zu fahren. Das für den Hochseeeinsatz konzipierte Geleitschiff, wurden 2015 aus dem Dienst der portugiesischen Marine entlassen und am 4. September 2018 als künstliches Riff zur Vergrößerung der Artenvielfalt versenkt. Nun liegt die ausgediente Korvette 400 m entfernt vom bekannten Steilhang Cabo Girão auf Madeira in einer Tiefe von max. 32 m auf dem Meeresgrund.

Die Afonso Cerqueira verfügte über ein 100-mm-Schnellfeuergeschütz vom Typ Creusot-Loire und zwei 40-mm-Bofors L/70 Geschütze. Die Aufbauten sind noch völlig intakt und es wirkt fast, als könne man die Geschütze noch abfeuern. Die Aufbauten sind ebenfalls super in Schuss, so tauchen wir gefahrlos durch die Brücke oder entlang der Gangway. Die Ausfahrt zur Coveta Afonso hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Mittagspause im kleinen Paradies Fajã dos Padres

Das Schiff ist groß und interessant genug, um auch einen zweiten Tauchgang dort einzuplanen. Die Mittagspause verbringen wir daher in einem kleinen Paradies ganz in der Nähe. Fajã dos Padres ist eine kleine Landzunge am Fusse einer imposanten Klippe. Aufgrund des Mikroklimas wachsen hier in den Obstgärten exotische Früchte wie Mangos, Bananen, Papayas, Feigen, Maracujas oder Avocados. Den Namen verdankt die Landzunge den Jesuiten-Mönchen, welche die Fruchtbarkeit der Landzungen schon im 15. Jahrhundert erkannten und dort aus der Malvasia-Traube, den über die Grenzen Madeiras hinaus bekannten Malmsey-Wein kelterten.
Das kleine Paradies ist nur über den Seeweg oder mit der Seilbahn oberhalb der Klippen erreichbar. Menschenmassen sind hier nicht zu erwarten. Es ist sogar möglich hier in charmanten Cottages direkt am Atlantik-Strand zu übernachten.
Unsere Oberflächenpause unter Palmen bei einem Degenfisch-Sandwich – eine Spezialität auf Madeira – ist wirklich erholsam und fast zu kurz. Aber wir wollen ja schliesslich nochmal zur Corveta Afonso.

Luken auf und ab in den Rumpf der Afonso Cerqueira

Die Schiffsschraube ist natürlich ein Muss und da sie sich am tiefsten Punkt befindet starten wir unsere zweite Erkundungsrunde genau dort.

Dann heisst es „Luke auf“ und ab ins Innere. Die Corveta Afonso kann bedenkenlos im Rumpf betaucht werden. An den Seitenwänden sind überall Ausgänge für Taucher in die Außenwand des Schiffes geschnitten worden. Trotzdem begleitet mich immer eine gewisse Spannung, wenn ich in ein Wrack hineintauche. Wir wählen die Schiffsluke, durch die wir wieder an Deck gelangen, als Ausgang..
Den Aufstieg machen wir an einem Turm aus Stahl, an dem einst eines der beiden zur Ausrüstung des Schiffes gehörenden Radare trug. Hier tummeln sich diverse Graue Drückerfische, auch Atlantische Drückerfische genannt, die uns neugierig beäugen.

Corveta Afonso Cerqueira F488 - Brücke
Corveta Afonso Cerqueira F488 - Schiffsluke

Zahme Zackis im fischreiche Unterwasser-Naturschutzpark Garaju

Muränen zwischen den zwei Brüsten

Zunächst tauchen wir am T-Reef oder den zwei Brüsten, wie die beiden nebeneinander liegenden Felsspitzen  aufgrund ihrer Topografie auch mit einem Augenzwinkern genannt werden. Die Sicht ist heute sehr bescheiden, gleichwohl gibt es einiges zu sehen. Nachdem wir den ersten Felskegel einmal fast umrundet haben, sieht meine Tauchpartnerin Ophelie einen großen Taktorreifen auf dem Grund. Dies ist der Wegweiser hinüber zum zweiten Felsbrocken. Dort finden wir eine Putzerstation, an der sich Muränen geduldig von Putzer-Shrimps reinigen lassen. Kurz huschen noch einige Barracudas vorbei, als wir langsam wieder zur Oberfläche tauchen.

35 Jahre Erholung für die Unterwasserwelt

Der zweite Tauchgang findet im fischreichen Unterwasser-Naturschutzpark Garaju statt. Der Park erstreckt sich von Ponta do Lazareto östlich von Funchal bis zum Ponta da Oliveira, bei der Atalaia Tauchbasis. Gegründet wurde der UW-Naturschutzpark bereits 1986 vom deutschen Tauchpionier Rainer Waschkewitz. Seit 35 Jahren können sich Fauna und Flora in diesem Gebiet ungestört entwickeln, so dass wir Taucher uns auf eine intakte Unterwasserwelt freuen dürfen.

Marco erzählt uns beim Briefing mit Begeisterung von den Fischschwärmen und den freundlichen großen Zackenbarschen, die es angeblich lieben mit Tauchern zu „kuscheln“. Heute ist alles ein wenig anders. Die Sicht ist leider wie in den letzten Tagen eher schlecht. Den Zackenbarschen scheint das auch nicht zu gefallen. Die prächtigen Exemplare zeigen sich heute nur aus sicherer Distanz. Dafür sagt uns ein Stachelrochen hallo, einige Zebrabrassen begleiten uns des Weges und eine große Schule Brassen zieht vorüber.Hier und da entdecken wir noch ein paar gelbe und weiße Keulenanemonen, welche sich häufig über die Gesellschaft von Putzergarnelen freuen dürfen.

Trotz der nicht ganz optimalen Bedingungen ein klasse Tauchplatz! 

Hier offenbart sich, dass Unterwasser-Naturschutzgebiete durchaus Wirkung zeigen und einen positiven Effekt auf die Erhaltung der Artenvielfalt haben.

"Tauchen mit Atalaia" - Das eigene Fischbestimmungsbuch

Mega cool ist das eigene Fischbestimmungsbuch der Atalaia Tauchbasis. Das Buch hat eine begeisterte Taucherin als Überraschung für das tolle Atalaia Tauchteam aus den Fotos ihrer vielen gemeinsamen Tauchgänge erstellt. In den üblichen dicken Welzern dauert es ewig bis man den richtigen Fisch gefunden hat. Das lokale Fischbestimmungsbuch ist sehr übersichtlich, so findest du beim Ausfüllen des Logbuchs ruckzuck deine Entdeckung vom Tauchgang wieder.

Fischbestimmungsbuch Madeira - "Tauchen mit ATALAIA"
Fischbestimmungsbuch Madeira - "Tauchen mit ATALAIA" - © Andrea Grammes

„Auch nach mehr als 80 Tauchgängen gibt es immer noch Neues zu entdecken. Man reißt die Kamera hoch, schießt schnell ein Foto und staunt dann, was man da erwischt hat. Danke an das ATALAIA-Team, das so viele spannende Tauchplätze zu bieten hat und diese mit so viel Spaß und Respekt vor der Natur in kleinen Gruppen erkundet.“ – Andrea Grammes

Flinke Tanzgarnelen in der Atalaia Höhle

Wie immer ist eine Woche Tauchurlaub viel zu kurz. Das scheint dem Atlantik auch nicht so recht zu passen, denn der wütet heute ordentlich. Die Wellen peitschen gegen die Felsküste und die Gischt spritzt meterhoch. Der Einstieg direkt unterhalb der Tauchbasis ist so nicht möglich. Ein paar zusätzliche Meter und Treppenstufen entfernt gibt es einen Einstieg, der etwas geschützter von den Wellen liegt. Der Weg mit dem gesamten Equipment erinnert mich daran warum es „Sporttauchen“ heißt 😉

Unser Abschlusstauchgang führt uns in die Atalaia Höhle. Keine 10 Minuten vom Einstieg entfernt erreichen wir in ca. 12 m Tiefe das riesige Eingangstor zur Atalaia Höhle. Die Höhle ist mit ihren Dimensionen, welche einer Turnhalle gleichen, auch für Tauchanfänger absolut geeignet. Eine Tauchlampe ist natürlich Pflicht. Wenn du keine eigene hast, kannst du dir selbstverständlich eine im Atalaia Dive Center leihen.
Aus diversen Felsspalten funkeln uns im Lichtkegel der Tauchlampe winzige, wie Rubine leuchtende, Äuglein entgegen. Es handelt sich um flinke Tanzgarnelen, die sich blitzschnell in die Felsspalten zurückziehen, wenn es ihnen zu hell wird. Die Warzige Schirmschnecke ist da deutlich geduldiger sich portraitieren zu lassen.

Ganz am Ende der Höhle bietet sich sogar die Möglichkeit an der Wasseroberfläche in einer Luftblase aufzutauchen.

Tauchen macht übrigens sehr hungrig, so das Chris bei diesem Leckerbissen nicht widerstehen kann 😉

Fazit

Madeira ist zwar als Blumeninsel bekannt, bietet jedoch auch die Option für tolle Erlebnisse unter Wasser. Vor allem der Unterwasser-Naturpark und das Wrack der Corveta Afonso haben mich begeistert. Zu den Einsteigen am Hausriff zu gelangen ist zwar mit vielen Treppenstufen verbunden, aber gleichwohl gut machbar. Bei weniger mobilen oder älteren Gästen stellen die Stufen allenfalls ein Hindernis dar. Die Tauchplätze sind allesamt für Anfänger und fortgeschrittene Taucher geeignet. Bei starkem Wellengang kann der Einstieg am Hausriff allerdings tricky sein. Die Lösung bei Ausfahrten mit dem Zodiac ist dann einfach die 10 m von der Einstiegsleiter bis zum Boot zu schwimmen.

Die lockere freundliche Atmosphäre, das leidenschaftliche Engagement von Sascha und Marco sowie die tolle grüne Oase inmitten der kargen Küstenfelsen hat uns wirklich begeistert. Bei der Wahl der Tauchbasis auf Madeira definitiv „Daumen hoch“ für das Atalaia Diving Center!

Beste Reisezeit für Taucher - Madeira

Aufgrund des ausgewogenen Klimas, lässt sich Madeira grundsätzlich das gesamte Jahr über gut bereisen. Zum Tauchen bieten sich besonders die Monate von Mai bis Oktober an. Wir haben im Mai eine recht windige Woche erwischt und eher trübe Sicht angetroffen, obwohl man eigentlich mit sehr guten Sichtweiten rechnen darf. Kälteempfindlichen Tauchern empfehle ich einen guten Halbtrocki zu verwenden.

Klimatabelle

Aktuelles Wetter auf Madeira

Tauchbasis

ATALAIA Dive Center Madeira

In der Tabelle findest du die wichtigsten Informationen zur Tauchbasis Atalaia Dive Center

Ansprechpartner:Marco Klenk (Inhaber) und Sascha Hartmann
Web:www.atalaia-madeira.com
Email:atalaiadiving@gmail.com
Telefon:+351 291 934 330
Mobil:+351 962 164 606
Lage/Unterkunft:Nur 5-10 Gehminuten entfernt, aber mit super Spa-, Wellness- und Sportangebot sowie hervorragendem Essen ist meine Empfehlung das Hotel Sentido Galomar

Die Tauchbasis selbst befindet sich auf dem Gelände des Hotels Roca Mar
Preise:TG ohne Guide: 25 €
Boot TG: 12 €, 15 € oder 18 € Aufpreis je nach Tauchplatz
Nacht TG: 6 €
UW-Naturschutzpark: 3 € Zuschlag
Leihausrüsung: ABC, Atemregler, Neopren, Jacket, Tauchcomputer je 5 €
Rabatte: 5 TG = 5% / 10 TG = 10% / 15 TG = 15%
Komplette Preisliste
Kurse:PADI OWD (inkl. Ausrüstung) 390€
PADI AOWD (ohne Ausrüstung) 320€
PADI AOWD (mit Ausrüstung) 420€
PADI RESCUE DIVER (ohne Ausrüstung) 400€
Sprache:Unterricht in Deutsch, Englisch, Portugiesisch
Tauchgenehmigung:nicht erforderlich, gültige gesundheitliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung nicht vergessen!
Geöffnet:01. März bis Ende erste Woche Januar

Sonntags geschlossen
Sonstiges:NITROX nicht vorhanden; DIN und INT Anschlüsse verfügbar
Leihausrüstungen:20
Tauchflaschen:Stahl 2 x 8 l, 20 x 10 l, 25 x 12 l und 5 x 15 l
Tauchboot:Zodiac für max. 14 Taucher
PADI Auszeichnung
Top gepflegtes Leihequipment

Gut zu wissen

Land:Portugal
Lage:Die autonome Region Madeira ist eine Inselgruppe bestehend aus der Hauptinsel Madeira, der kleineren Schwesterinsel Porto Santo und den unbewohnten Ilhas Desertas. Die Inselgruppe ist im Atlantik ca. 740 km westlich der marokkanischen Küste gelegen.
Größe:Madeira hat eine Fläche von 741 qkm.
Hauptstadt:Funchal ist die Hauptstadt der autonomen Region Madeira
Bevölkerung:ca. 250.000 Einwohner
Sprache:Portugiesisch
Religion:Ca. 90% der portugiesischen Bevölkerung ist römisch-katholisch, was auch für Madeira zutrifft.
Geld:EUR
Visum:Gültiger Reisepass oder Personalausweis / ID
Zeit:MEZ -1 Std.
Medizinische Hinweise:Keine besonderen medizinischen Bedingungen (ohne Gewähr). Aktuelle Informationen bitte beim Arzt erfragen. (aktuelle CORONA Hinweise beachten!!!)
Elektrische Spannung:220 V - Euro- und Schuko-Stecker funktionieren ohne Adapter;
Schweizer Stecker benötigen einen Adapter

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Die Tauchgänge auf Madeira wurden vom Atalaia Diving Center und von Garmin unterstützt. Alle Eindrücke sind wie immer die unseren, darauf kannst du zählen!

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