Reisen – Korsika – „Der B-17 Bomber von Calvi“

Reisen – Korsika – „Der B-17 Bomber von Calvi“

Calvi ist bekannt für seine unübersehbare Zitadelle. Nur wenige Meter vor den Befestigungsmauern der Zitadelle liegt ein Leckerbissen für Taucher auf dem Meeresgrund...

Korsika - Tauchen am B17-Bomber vor Calvi

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Mit der Familie an die schroffe Westküste

Während ein Großteil der Ostküste eher flach und von langen Stränden geprägt ist, zeichnet sich der Westen durch eine schroffe und felsige Küste ab.

Hier reiht sich eine Bucht an die andere und das Meer hat Karibikflair. Kurvenreiche Küstenstrassen wie zwischen Calvi und Galéria bieten unzählige atemberaubende Blicke auf die rötlichen leuchtenden Berge, die sich in das tiefblaue oder türkise Meer ergeben.

Auf der Suche nach einer Unterkunft stellen wir fest, dass Ende September so langsam die Bürgersteige hochgeklappt werden. Viele Pensionen und Campinganlagen sind bereits geschlossen. Letztlich verschlägt es uns nach Calvi auf den in einem Waldpark gelegenen Campingplatz La Pinède Anzeige. Offen gestanden sind wir keine ausgesprochenen Campingfans. Die komfortablen Mobile Homes mit kleiner Terrasse, der beheizte Swimmingpool mit Wasserrutschen und die perfekte Lage in Strandnähe haben uns jedoch vollends überzeugt. Im Gegensatz zu den anderen Campingplätzen herrscht hier auch noch reges Treiben, so dass wir Glück haben das letzte freie Mobile Home zu bekommen.

Per Pedes nach Calvi

Von unserer Unterkunft führt ein wunderschöner Strandweg, teils über einen langen Holzsteg, in die kleine Hafenstadt Calvi  Anzeige. So schlendern wir per Pedes an einem der schönsten Sandstrände Korsikas entlang. Schon aus der Ferne ist die mächtige Zitadelle Calvis unübersehbar. Sie ragt auf einer Landzunge ins Meer hinein und dominiert das Stadtbild von Calvi.

Auf dem 20 minütigen Spaziergang genießen wir die frische Brise, die vom Meer herüber weht. Plötzlich wird das angenehme Meeresrauschen von dem Knattern einer alten Schmalspurbahn unterbrochen. Die Bimmelbahn Tramway de la Balagne verbindet die beiden Touristenorte Calvi und L’Île-Rousse im Zweistundentakt und hält an jedem schönen Strand zwischen den beiden Orten.

Die engen Gassen mit ihren netten kleinen Boutiquen laden zu einem Bummel durch Calvi ein, den wir mit einem Rundgang in der Zitadelle abschließen. Von hier eröffnet sich ein wunderbarer Blick über die Weite des Meeres. Unten im Hafen geht es recht touristisch zu und es herrscht Urlaubsstimmung in den schönen Hafenrestaurants. Natürlich kommen wir mit den Kinder nicht drum herum einen großen Becher Eis zu schlemmen. Ok, zugegeben, nicht nur der Kinder wegen. 😉

Klein aber fein - Calvi Diving a Piaghja

Die Westküste bietet nur wenige Sandstrände, dafür aber kristallklares Wasser und beste Möglichkeiten für Taucher. Im Nordwesten ist der Tourismus deutlich stärker ausgeprägt, so dass man in Städten wie Calvi und L’Île-Rousse diverse Divecenter findet, die allesamt ein ähnliches Angebot besitzen.

In Calvi befinden sich die meisten Tauchbasen direkt am Hafen. Mein Favorit ist jedoch Calvi Diving etwas außerhalb der Stadt aber dafür sehr schön am Strand und unmittelbar neben meiner Unterkunft in der sehr empfehlenswerten Pinède Campinganlage gelegen. 

Die beiden beliebtesten Tauchplätze sind Revelatta, am Rande einer Unterwassernaturschutzzone sowie das Wrack eines B-17 Bombers. Mein erster Tauchgang führt mich in die Tiefen bei Revelatta hinab. Mir kommt es vor, als ob aus jedem Loch eine Mittelmeermuräne schaut. Muränen in solch einer Konzentration habe ich selten gesehen. Aus dem etwas trüben Blau tauchen plötzlich drei große Zahnbrassen auf, die ein wenig um uns herum kreisen, um dann wieder im blauen Dunst zu verschwinden.

Notwasserung der "fliegenden Festung"

Am nächsten Morgen wartet der B-17 Bomber auf mich. Der viermotorige Bomber wurde im 2. Weltkrieg durch deutsche Jagdflugzeuge schwer getroffen. Glücklicherweise konnte der Pilot die Maschine direkt vor der Festungsmauer der Zitadelle von Calvi notwassern und so einen Teil der Besatzung retten.

Die B-17 war der wohl bekannteste amerikanische Bomber des 2. Weltkriegs. Aufgrund ihrer Unverwüstlichkeit und Zuverlässigkeit wurde die B-17 als „fliegende Festung“ bezeichnet. Nun liegt das Wrack der B-17 im Hafen von Calvi zu Füssen der Festungsmauern der Zitadelle in einer Tiefe von 28 m auf dem Meeresgrund. Die 4-Propellermaschine ist gut erhalten und mittlerweile farbenprächtig bewachsen. Teddy, mein Buddy, und ich haben großes Glück, dass wir für 10-15 Minuten das tolle Flugzeugwrack allein genießen können. Das Wrack ist natürlich ein sehr beliebtes Ziel und es dauert nicht lange bis es vor Tauchern wimmelt, welche die B-17 ebenfalls erkunden wollen. Wir treten daher langsam den Rückweg an und beobachten das rege Treiben noch ein wenig aus der Ferne.

Mit dem Kanu zu den Wasserschildkröten ins Fango Delta

Auf dem Campingplatz erfahren wir von einer kleinen Flussmündung bei Galeria wo es Wasserschildkröten zu sehen gibt, die von Kanus aus beobachtet werden können. Als unsere Kinder Schildkröten hören, gibt es keine Diskussionen mehr, da müssen wir hin!

In einer guten halben Stunde erreichen wir über die Hauptstrasse das Naturschutzgebiet des Fango Deltas beim Küstenörtchen Galeria. Wir sind zwar zeitig unterwegs, doch auf dem Parkplatz kurz vor dem Ortseingang ist es schon verdächtig leer. Saisonschluss! Leider werden die Kanutouren nicht mehr angeboten und die Enttäuschung bei den Kids ist groß. Zum Glück findet sich an einer kleinen Bude im kleinen Hafenbereich die Möglichkeit ein Kanu zu mieten. So können wir zumindest ein wenig in der kleinen von tiefschwarzem Sand gesäumten Bucht herumpaddeln.

Der Kanuvermieter verrät uns zudem, dass nicht weit vom Ort ein kleiner Weier liegt, an dem es auch Schildkröten gibt. Dann wollen wir unser Glück mal versuchen. Der knapp 20 minütige Fußmarsch führt uns durch eine schroffe Landschaft. Teils passieren wir nur einen schmalen Pfad entlang der Felsen. Hier ist es ratsam Kleinkinder an die Hand zu nehmen, da es an exponierten Stellen einige Meter in die Tiefe geht.

Plötzlich hören wir Wasser plätschern und entdecken einen kleinen Bach. Das Seelein kann nicht mehr fern sein. Genau so ist es. Nun heißt es ruhig bleiben und die Augen schärfen, um Schildkröten zu erspähen. Wir schauen hinter jedem Stein, unter jedem Busch rings um den See herum. Nichts! Kurz bevor wir aufgeben wollen, entdeckt Christina tief im Gebüsch einen „seltsamen Stein“, der sich tatsächlich als Schildkröte entpuppt, die sich komplett in ihren Panzer verkrochen hat. 

Auf dem Rückweg nach Calvi entscheiden wir uns die alte Küstenstraße zu nehmen. Die Straße schlängelt sich  vom Golf von Galeria bis nach Calvi und geizt nicht mit wundervollen Ausblicken. Wenn du es nicht eilig hast, ist der ebenso reizvolle wie kurvige Weg entlang der Küste sicher die richtige Wahl.

 

Die Woche an der Westküste ist wie im Flug vergangen und war eine willkommen Abwechselung zum Charaker der Ostküste Korsikas. Der Abstecher auf die andere Inselseite hat sich auf alle Fälle gelohnt. Landschaftlich atemberaubend schön und unter Wasser ebenso spannend!

Beste Reisezeit für Taucher - Korsika

Auf der Insel Korsika herrscht typisches Mittelmeerklima. Die Sommer sind trocken und warm, die Winter mild und eher feucht. Dies gilt vor allem für die Küstenregionen. Im gebirgigen Landesinneren erheben sich die Berge bis auf 2.700 m. Hier herrscht bereits ein alpines Klima. Die Bergregionen sind häufig bis ins Frühjahr von Schnee bedeckt.

Grundsätzlich ist Korsika ganzjährig ein attraktives Reiseziel. Es kommt ganz darauf an, welchen Urlaub bzw. welche Aktivitäten du planst. Zum Wandern bieten sich beispielsweise das Frühjahr und der Herbst an, da die Temperaturen noch nicht allzu hoch sind. 

Tauchen ist von Mai bis Oktober sehr gut. Im Mai ist das Meer allerdings noch relativ frisch. Im Oktober musst du bereits mit den ein oder anderen Regenfällen und gelegentlich recht windigen Tagen rechnen. Juni – September sind daher die optimalen Monate für das perfekte Tauchvergnügen.

Mein Fazit für Taucher

Von den Temperaturen her ist die beste Reisezeit sicher in den Sommermonaten. Ich persönlich bevorzuge jedoch die Zeit von Anfang September bis Mitte Oktober. Die Wassertemperaturen sind dann immer noch angenehm, aber du kannst die Tauchplätze in der Nachsaison mit weniger Tauchern erkunden.

Klimatabelle

Gut zu wissen

Land:Frankreich – Insel Korsika
Lage:Korsika liegt westlich von Italien, nördlich der italienischen Insel Sardinien und südöstlich des französischen Festlandes.
Größe:Mit 8.680 km2 ist Korsika die viertgrößte Mittelmeerinsel.
Hauptstadt:Frankreich / Paris – Ajaccio auf Korsika
Sprache:Französisch, auf dem Club Corsicana Gelände Deutsch
Geld:EUR, Kreditkarten werden überwiegend akzeptiert.
Visum:Für EU-Bürger und Schweizer wird kein Visum benötigt. Ein gültiger Reisepass oder Personalausweis ist ausreichend.
Tauchgenehmigung:nicht erforderlich, jedoch gesundheitliche Tauchtauglichkeitsbescheinigung zwingend vorgeschrieben
Zeit:MEZ
Medizinische Hinweise:Keine besonderen Empfehlungen (ohne Gewähr). Aktuelle Informationen bitte beim Arzt erfragen.
Elektrische Spannung: 220 V – Euro-Stecker funktionieren ohne Adapter, deutschen Schuko-Steckdosen i.d.R. nicht; Schweizer Stecker benötigen einen Adapter
Information im Web: Dive Calvi a Piaghja
Ansprechpartner / Inhaber: Sarah &Teddy
Web: https://www.divingcalvi.fr/home/
E-Mail: divingcalvi@yahoo.fr
Telefon Korsika: +33 6 81 29 99 46 / +33 6 61 84 63 34

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